Handel


Biosaatgut im Trend

Verschiedenes Biosaatgut verpackt. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Biosaatgut - bunte Vielfalt für den Umsatz und das Beet; Foto: Nadja Kasperczyk, FiBL

Im Naturkosthandel werden Sämereien zu einer attraktiven, saisonalen Sortimentsgruppe. Immer mehr Hobbygärtnerinnen und –gärtner, aber auch unter anderem Schulgärten fragen ökologisches Saatgut nach.

Biosaatgut – der Unterschied macht’s

Ökologische Sämereien zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Pflanzen gewonnen werden, die mindestens seit einer Generation ökologisch angebaut werden und frei von gentechnisch veränderten Organismen sind (entsprechend EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau Nr. 834/2007). Darüber hinaus bieten die ökologischen Saatguthersteller überwiegend samenfeste Sorten an, deren Pflanzen sich auf natürliche Weise vermehren und wieder fruchtbare Samen bilden. Bei den heute weit verbreiteten Hybridsaaten ist dies in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Die Angebotspalette an ökologischen Sämereien reicht von Gemüse und Kräutern über Wildblumenmischungen bis zu den Samen alter Kulturpflanzen und Sortenraritäten.

Biosaatgut – von wem?

Display mit Samentüten. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ansprechende Verkaufdisplays sorgen für eine optimale Präsentation dieser Sortimentsgruppe. Foto: Nadja Kasperczyk, FiBL

Die Anzahl der Anbieter, die sich auf ökologisch zertifizierte Sämereien spezialisiert haben, ist überschaubar. Zu den größeren Herstellern gehört die Bingenheimer Saatgut AG aus dem hessischen Echzell. Das Saatgut wird überwiegend nach den Richtlinien der Anbauverbände Demeter und Bioland hergestellt und alle Sorten sind samenfest. Das Sortiment besteht aus rund 380 traditionellen, aber auch neuen Sorten aus biodynamischer Züchtung. Das Angebot richtet sich an Erwerbsanbäuerinnen und -bauern sowie an Endkundinnen und -kunden.

Biosaatgut aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kann von Samenbau Nordost bezogen werden. Es handelt sich um eine Kooperative von Gärtnerbetrieben, die biologische Saatgutvermehrung von Gemüse, Nutzpflanzen, Zierpflanzen und Kräutern betreiben. Das Angebot umfasst rund 250 Sorten. Samenbau Nordost arbeitet nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und ist den Anbauverbänden Demeter und Verbund Ökohöfe angeschlossen.

Kleinere Vereine wie Dreschflegel bieten ebenfalls ökologisches Saatgut an. Zu Dreschflegel gehören 15 Biohöfe in Deutschland, die gemeinsam über den Dreschflegel-Versand Witzenhausen vermarkten. Alle Arbeiten bis zur fertigen Tüte werden auf den Höfen durchgeführt. Der Verein widmet sich der Züchtung vernachlässigter Sorten. Zum Programm gehören alte Kulturpflanzen, aber auch neue Züchtungen.

Ökologisches Saatgut – besser verkaufen

Bei der Bingenheimer Saatgut AG können neben bebilderten Saatguttüten auch verschiedene Saatgutständer aus Holz bestellt werden. Zudem unterstützen die Bingenheimer den Handel durch sortenspezifische Informationen, Vorträge und Schulungen in Bingenheim oder beim Naturkostgroßhandel.

Der Verein Kultursaat e.V. unterstützt den Naturkosthandel bei der Sortenvermarktung. Als Kommunikations- und Verkaufshilfen werden zum Beispiel Kistenschilder, Easy-Displays, Handzettel (für Ladner) und Sorteninformationsblätter (für Endkundinnen und -kunden) entworfen. In unregelmäßiger Folge werden auch Seminare angeboten.


Letzte Aktualisierung: 17.08.2017