Handel


Fertigprodukte: Neues von den Convenience-Klassikern

Verpackung einer veganen Biolasagne. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Für die schnelle Küche – alle Zutaten für eine vegane Biolasagne in einer Box.
Foto: Axel Wirz, FiBL Deutschland e.V.

Ravioli, Pichelsteiner oder Linseneintopf aus der Dose - das waren die ersten Fertiggerichte in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Das erste komplette Fertiggericht wurde 1954 in den USA als tiefgekühltes Drei-Komponenten-Menü erfunden. Es wurde in einer Aluschale vermarktet und brauchte nur noch im Ofen erhitzt werden. Fertiggerichte oder "ready to eat meals" sind fertige Mahlzeiten, die nur noch erwärmt werden müssen. Mit der Bezeichnung Convenience-Food werden dagegen alle Produkte umfasst, die in unterschiedlichen Verarbeitungs- und Zubereitungsgraden zur Arbeitserleichterung beim Kochen dienen, von der Konserve über die fertige Soße im Glas bis zur Tiefkühlpizza.

Kaufargument Zeitmangel

TK-Gemüse Verpackungen
Standardklassiker als Fertiggerichte im TK-Bereich. Foto: Dominic Menzler, BLE

Ein wesentlicher Grund für das ständige Wachstum des Marktes für Convenience-Produkte und Fertiggerichte ist laut dem Marktforschungsinstitut ACNielsen der Zeitmangel der Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch zunehmend das fehlende Kochwissen. Rund 85 Prozent der Deutschen greifen hin und wieder zu Fertigmahlzeiten oder anderen Convenience-Produkten. Dabei gehen rund 40 Prozent der Befragten davon aus, dass Komplettmenüs schlichtweg günstiger sind als der Kauf der einzelnen Zutaten für eine Mahlzeit. Ein Irrtum, wie eine Studie der Verbraucherzentrale Hamburg aufzeigt: Fertiggerichte kosten im Schnitt doppelt so viel wie selbstgekochte Gerichte.

Convenience-Sortiment in Bioqualität

Auch wenn der Trend zum Selberkochen wieder ansteigt, boomt der Markt für verarbeitete Lebensmittel in Bioqualität. Vor allem die traditionellen und etablierten Fertiggerichte, wie Nasssuppen, Ravioli und Eintöpfe, landen besonders häufig in den Einkaufskörben der Biokonsumentinnen und -konsumenten. Firmen wie Pichler Biofleisch, Wünsch Dir Mahl, Ökoland oder Roggenkamp Organics mit ihren Suppen oder Eintöpfen sind beste Beispiele dafür. 

Trend: vegetarische und vegane Fertigprodukte und -gerichte

Fertigprodukte und -gerichte ohne tierische Zutaten werden derzeit zunehmend nachgefragt. Naturkosthersteller reagieren auf diese Nachfrage und kreieren raffinierte Suppen, Teigtaschen, Schnitzel, Gyros oder auch eine komplett vegane Biolasagne, die alle Komponenten fertig in einer Box enthält. Oft werden diese Fertigprodukte auch "Free from", also ohne bestimmte Zusatzstoffe wie zum Beispiel Mais- und Weizenstärke, hergestellt. Sie sind dann nicht nur vegan, sondern auch glutenfrei. Andere Hersteller setzen auf regionale und saisonale Zutaten. Die vegetarische Spargelsuppe gibt es daher nur zur heimischen Spargelzeit, Kürbissuppe ausschließlich im Herbst. 

Fertigprodukte und –gerichte richtig platziert

Neben der Zuordnung der Produkte im entsprechenden Sortimentsregal oder in der Tiefkühltheke eignet sich Convenience-Food besonders gut für Zweitplatzierungen. So kann der Händler mit verschiedenen Themen wie "Schnelle Mahlzeit fürs Büro", "Der fertige Zwischensnack"oder "Das Menü für den Single" interessante Aktionen, entsprechend seiner Zielgruppe, durchführen. Ziel der Aktionen ist, die Kundschaft auf dieses schnell wachsende Sortiment aufmerksam zu machen.


Letzte Aktualisierung: 17.08.2017