Vegetarische und vegane Produkte

Trendthema Vegetarisch leben

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch sinkt von Jahr zu Jahr lag zuletzt 2019 bei 59,5 Kilogramm im Jahr. Vegetarische und vegane Lebensmittel gewinnen im Gegenzug zunehmend an Bedeutung.

Naturkostfachhandel bleibt die am stärksten frequentierte Einkaufsstätte

Rund 8 Millionen Vegetarierinnen und Vegetarier (circa zehn Prozent der Bevölkerung) und etwa 900.000 Veganerinnen und Veganer leben im 2020 in Deutschland. Die Zahl hat sich in etwa 20 Jahren weit mehr als verzehnfacht. Der "typische Vegetarier" ist weiblich, jung, überdurchschnittlich gebildet und lebt in der Großstadt. Dies ergab die Vegetarierstudie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter 4.000 vegetarisch und vegan lebenden Menschen.

Bei den Einkaufsstätten für vegetarische und vegane Produkte haben die Supermärkte in den vergangenen Jahren dem Naturkosthandel den Rang abgelaufen. Unter anderem durch das gewachsene Angebot konventioneller veganer Produkte wurden 2019 rund zwei Drittel der Fleischersatzprodukte in den Supermärkten gekauft. Bei Bio-Fleischersatz war es ungefähr die Hälfte.

Gründe, die für kein oder weniger Fleisch sprechen

Für 63 Prozent der Vegetarierinnen und Vegetarier spielen bei der Entscheidung gegen den Konsum von Fleisch vor allem ethische Gründe eine Rolle: Sie wollen nicht für das Töten von Tieren verantwortlich sein und das Leid, welches den Tieren während der Haltung, des Transports und der Schlachtung widerfahren kann, nicht unterstützen.

20 Prozent geben gesundheitliche Gründe an. Eine vegetarische Lebensweise kann helfen, vielen Zivilisationskrankheiten vorzubeugen und der Entstehung von Resistenzen durch den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika in der Tierhaltung entgegenzuwirken.

Weitere Gründe sind die ökologischen Aspekte: die Lösung von Umweltproblemen durch die Folgen der Überdüngung oder die Emission von Treibhausgasen. Ein einziger fleischfreier Tag in der Woche aller Bundesbürger würde beispielsweise pro Jahr 140 Millionen weniger geschlachtete Tiere und Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen vergleichbar mit denen von sechs Millionen Autos bedeuten.

Soziale und politische Verantwortung für den globalen Süden kann ebenfalls ein wichtiger Grund für eine vegetarische Lebensweise sein. Für ein Kilogramm Fleisch werden zwischen sieben und 16 Kilogramm Getreide oder Sojabohnen benötigt. 50 Prozent der weltweiten Getreideernte und 90 Prozent der Sojabohnenernte werden derzeit an Masttiere verfüttert.

Last but not least: Fleisch ist, wenn es „Preis-wert“ ist, für viele Menschen einfach zu teuer.

Das Sortiment im Biohandel

Tofu und Tempeh, Produkte aus Seitan und Soja gehören weiterhin zum Basissortiment eines Bioladens. Und noch vor fünf Jahren etwa wollten 70 Prozent der Befragten nicht, dass Fleischalternativen so ähnlich aussehen, schmecken und heißen wie ihre tierischen Vorbilder. Tofu-Würstchen, Seitan-Schnitzel oder auch Tempeh-Spieße heißen die bekanntesten Fleischalternativen. Dabei ist es für den Erfolg entscheidend, das Sortiment eindeutig von den fleischhaltigen Produkten abzugrenzen. Das hat sich zum Ende des Jahrzehnts geändert und viele vegetarische und vegane Produkte werden dem Fleisch-Original immer ähnlicher. So sind werden inzwischen 55 Prozent der Bio-Fleischersatzprodukte der Gruppe „fleischanaloge Produkte“ zugeordnet, nur noch 45 Prozent entfallen auf Tofu, Saitan und Co.

Geändert haben sich auch die Rohstoffe: Soja wird immer stärker abgelöst durch heimische Rohwaren wie Erbsen, Bohnen oder Lupinen. An der richtigen Konsistenz und Geschmack wird seit Jahren gearbeitet, so dass auch die Fleischersatzprodukte immer regionaler hergestellt werden können. Sonnenblumenmehl ist wichtigster Füllstoff für Brotaufstriche oder Riegel geworden und ersetzt damit ebenfalls die Sojabohne.


Letzte Aktualisierung 18.09.2020

BÖLW – Branchenreport 2020

Grafik: Weltkugel

Zahlen und Fakten zur Bio-Branche in Deutschland.

Zur BÖLW-Webseite

Nach oben