Bio-Speisepilze sind gefragt

Nachfrage nach Bio-Speisepilzen steigt

Während der deutsche Pilzmarkt lange größtenteils von Konserven und verarbeiteten Produkten geprägt war, bestimmen mittlerweile frische Pilze das Sortiment, und damit steigt auch der Bio-Anteil. 2018 wurden in Deutschland insgesamt 9.301 Tonnen Bio-Speisepilze produziert. Das waren knapp 500 Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Bio-Anteil an der gesamten Speisepilzproduktion ist damit von 12,3 Prozent im Jahr 2017 auf 12,7 Prozent im Jahr 2018 gestiegen. Die Beschaffung von Bio-Stroh ist nach wie vor einer der limitierenden Faktoren für die Bio-Produktion.

Laut Destatis wurden 2018 auf einer Fläche von 488.000 Quadratmetern Speisepilze nach Öko-Richtlinien erzeugt. Somit ist die Bio-Anbaufläche für Speisepilze im Vergleich zum Vorjahr um knapp 25 Prozent gewachsen. Die Anbaufläche für konventionelle Speisepilze ist 2018 hingegen zurückgegangen. Der Bio-Anteil an der gesamten Anbaufläche für Speisepilze ist damit auf 14,3 Prozent gestiegen.

Die ökologische Erzeugung von Speisepilzen unterscheidet sich von der konventionellen Produktion im Wesentlichen durch die Qualität des Substrats. Beim Bio-Pilzanbau müssen die verwendeten Substratbestandteile wie Stroh, Getreide oder Kleie ökologischer Herkunft sein.

Einkaufsmenge an Bio-Pilzen erneut gestiegen

Die privaten Haushalte in Deutschland haben 2018 laut AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels rund 12,4 Prozent mehr Bio-Speisepilze gekauft als im Vorjahr. Sie machten 2018 rund sechs Prozent aller gekauften Pilze aus. In den Jahren 2015 bis 2018 sind die durchschnittlichen Einkäufe an Bio-Pilzen von 60 Gramm auf 100 Gramm je Haushalt gestiegen.

Champignons sind mit Abstand die bedeutendste Produktgruppe unter den Bio-Pilzen. Sie machten 2018 rund 93 Prozent der Einkaufsmenge an Bio-Pilzen aus. Austernpilze und Pfifferlinge folgten auf den Plätzen zwei und drei. Bei Bio-Champignons greifen die Verbraucherinnen und Verbraucher vorrangig zur braunen Variante, sie machten 2018 rund 85 Prozent der gesamten Einkaufsmenge an Bio-Champignons aus. Allerdings fiel das Plus gegenüber dem Vorjahr bei der Einkaufsmenge bei weißen Champignons (+34 Prozent) deutlich höher aus als bei den braunen Champignons (+9 Prozent).

Für 2019 zeichnet sich eine ähnlich positive Entwicklung ab: Von Januar bis September kauften die Haushalte rund 27 Prozent mehr Bio-Pilze ein als im Vorjahreszeitraum. Damit hat sich die Einkaufsmenge seit 2015 mehr als verdoppelt.

Bio-Pilze werden vor allem in Vollsortimentern gekauft

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland kaufen Bio-Pilze vorrangig in den Vollsortimentern. Auf diese Einkaufsstätten entfielen 2018 rund 46 Prozent der Einkaufsmenge. Anders als in den Vorjahren, folgten 2018 an zweiter Stelle die Discounter mit einem Anteil von fast 25 Prozent an der Einkaufsmenge von Bio-Pilzen. Der Naturkostfachhandel landete mit 19 Prozent auf dem dritten Platz.

Wird der Umsatz mit Bio-Pilzen 2018 betrachtet, hatten die Vollsortimenter einen Anteil von 48 Prozent, auf den Naturkostfachhandel entfielen 21 Prozent und auf die Discounter 19 Prozent. Während die Vollsortimenter und der Naturkostfachhandel im Vergleich zum Vorjahr Marktanteile abgeben mussten, haben die Discounter ihren Anteil am Umsatz mit Bio-Pilzen ausbauen können.

Bio-Pilze 2019 teurer

Die Verbraucherinnen und Verbraucher mussten 2019 beim Kauf von Bio-Pilzen etwas tiefer in die Tasche greifen. Im Schnitt kostete ein Kilo Bio-Pilze von Januar bis September dieses Jahres 8,25 Euro. Das sind zwölf Cent mehr als im Vergleichszeitraum 2018. Während braune Champignons in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund 30 Cent teurer wurden als im Vorjahreszeitraum, mussten die Haushalte für die weiße Variante der Champignons 27 Cent weniger zahlen.

Champignons häufig in Angebotsaktionen des LEH

Mit Abstand am häufigsten beworben unter den frischen Bio-Pilzen in den Angebotsaktionen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) werden Champignons. 2018 gab es insgesamt 126 Angebotsaktionen des Handels für Bio-Champignons. Aber auch für Shiitake, Kräuterseitlinge und Austernpilze aus ökologischer Erzeugung gab es 2018 mehr Werbeanstöße als im Vorjahr. Die beworbenen Bio-Champignons stammen vorrangig aus deutscher Erzeugung. Vereinzelt sind auch Bio-Champignons aus den Niederlanden in den Angebotsaktionen des LEHs zu finden.

Höhere Absatzzahlen auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz liegen Bio-Champignons im Trend. Mit 604 Tonnen kauften die Schweizerinnen und Schweizer laut Angaben des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) 2018 so viele Bio-Champignons wie noch nie zuvor. Im ersten Halbjahr 2019 setzte sich diese Entwicklung fort: Die Haushalte in der Schweiz haben von Januar bis Juni 379 Tonnen Bio-Champignons gekauft und damit 25 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2018.

Die Preise für Bio-Pilze in der Schweiz sind seit Juli 2011 kontinuierlich gesunken. Konventionell erzeugte Champignons hatten hingegen seit 2011 leicht steigende Preise zu verzeichnen. So gab es 2016 und 2017 Zeiten, in denen konventionell erzeugte Champignons teurer waren als die Bio-Variante. Erklären lässt sich diese Entwicklung dadurch, dass konventionelle Champignons in der Schweiz überwiegend aus inländischer Produktion stammten, während Bio-Champignons lange importiert wurden, weil noch keine inländische Produktion existierte. Mittlerweile realisieren Bio-Champignons aus Schweizer Produktion höhere Preise. Die zunehmenden Verkaufsmengen zeigen, dass die Umstellung auf ein höherpreisiges Angebot keineswegs zu einem Rückgang der Absatzzahlen von Bio-Champignons geführt hat.


Letzte Aktualisierung 11.03.2020

BÖLW – Branchenreport

Grafik: Weltkugel

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