Handel


Biomarkt in Deutschland legt 2018 um 5,5 Prozent zu

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Der Biomarkt ist 2018 in allen Geschäftstypen gewachsen. Quelle: AMI nach Arbeitskreis Biomarkt

Die Umsätze im LEH stiegen mit einem Plus von 8,6 Prozent überdurchschnittlich auf einen Bioumsatz von 6,43 Milliarden Euro. Der LEH erreicht damit einen Anteil am Biomarkt von 59 Prozent. Bei vielen Produkten holten verschiedene Discounter wie schon im Jahr 2017 weiter auf. Aber auch die großflächigen Supermärkte, die sich lange Jahre zurückgehalten hatten, weiteten ihre Sortimente deutlich aus.

Der Lebensmittelumsatz im Naturkosthandel entwickelte sich stabil und erreichte mit 2,91 Milliarden Euro einen leichten Anstieg und nun einen Marktanteil von 27 Prozent, so der von der AMI koordinierte Arbeitskreis Biomarkt auf Basis von Daten der Marktforschungsinstitute GfK, Nielsen, bioVista und Klaus Braun Kommunikationsberatung. Dem Arbeitskreis gehören an: Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), bioVista, BÖLW, GfK SE, Prof. Dr. Ulrich Hamm (Universität Kassel), Klaus Braun Kommunikationsberatung, Prof. Dr. Paul Michels (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) und Nielsen.

Die Konkurrenz zum Lebensmittelangebot der Supermärkte und Discounter ist spürbar gewachsen. So ist die Zahl der Naturkostläden im Jahr 2018 auf 2.465 Läden gesunken, während sich gleichzeitig die Verkaufsfläche im Naturkosthandel um 1,4 Prozent vergrößert hat. Demnach schließen kleinere und mittlere Läden. Dafür eröffnen entweder neue, größere Geschäfte oder bestehende Läden vergrößern ihre Fläche.

In den "sonstigen Einkaufsstätten", zu denen Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, Versandhandel, Wochenmärkte und Reformhäuser zählen, wurden 2018 Bioprodukte im Wert von 1,55 Milliarden Euro gekauft und damit 2,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das Umsatzniveau dieser Einkaufsstätten wurde auch für die Vorjahre angehoben – als Ergebnis einer Untersuchung der AMI im Projekt "Bio-Marktschätzung" im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) zu diesen Einkaufsstätten. Dadurch erhöhte sich der gesamte Bioumsatz der Vorjahre, für das Jahr 2017 vergrößerte sich der Wert von 10,04 Milliarden Euro auf 10,34 Milliarden Euro. Der Bioanteil am gesamten Lebensmittelmarkt hat sich damit im Jahr 2018 von 5,2 Prozent auf knapp 5,3 Prozent erhöht.

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Bei vielen Bioprodukten sind die Ausgaben 2018 weiter gestiegen, einige Produkte wie Obst und Kartoffeln mussten aber auch Rückgänge hinnehmen. Quelle: AMI nach GfK-Haushaltspanel

Stärkster Treiber beim Umsatzwachstum war, wie schon im Jahr 2017, das Trockensortiment. Nachdem 2017 vor allem die Drogeriemärkte und Vollsortimenter verschiedene Müslis, Brotaufstriche oder Säfte ins Sortiment nahmen, zogen im Jahr 2018 die Discounter verstärkt nach. Unter den Frischeprodukten waren Milch- und Molkereiprodukte am erfolgreichsten. Die größere Milchmenge konnte mit deutlich ausgeweiteten Sortimenten, wie verschiedenen Milcharten erfolgreich am Markt untergebracht werden: Am stärksten legten Käse, Trinkmilch, Mehl, Speiseöle, verpackte Wurst, alkoholische Getränke, Tee und Tiefkühlwaren zu.

Weiterhin war Fleisch und insbesondere Rindfleisch erfolgreich, das immer stärker gelistet wurde, wenn auch häufig als Hackfleisch. Die beiden großen Produktgruppen Obst und Gemüse mussten im Jahr 2018 Verluste einstecken. Spätfrost und der verregnete Sommer 2017 verkleinerten die Ernten der Lagergemüsearten und der Äpfel. Im Dürrejahr 2018 wurde weniger Gemüse geerntet, während die Obsternte stieg.

Die hier veröffentlichten Daten für den Naturkosthandel unterscheiden sich zu Veröffentlichungen einzelner Panelinstitute, da für diese Schätzung vier verschiedene Quellen zu Grunde gelegt wurden, die sich in ihrer Entwicklung deutlich unterscheiden.


Letzte Aktualisierung: 25.02.2019