Handel


Biomarkt in Europa bei mehr als 37 Milliarden Euro

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Der Biomarkt ist 2017 in vielen Ländern weiter gewachsen. Foto: AMI

Der europäische Markt verzeichnete 2017 ein Wachstum von knapp elf Prozent, womit er zum dritten Mal seit der Finanzkrise zweistellig gewachsen ist. Viele Länder zeigten erneut zweistellige Wachstumsraten: Frankreich, Spanien, Dänemark, Luxemburg, Finnland, Österreich, Irland und Liechtenstein, so die gemeinsame Auswertung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). In allen Ländern boten die Handelsketten ein immer vielfältigeres Biosortiment an, so dass die Käuferinnen und Käufer gern zugriffen.

Europäische Länder waren auch 2017 Weltmeister beim Marktanteil von Bioprodukten. Dänemark lag mit 13,3 Prozent Bioanteil am Lebensmittelmarkt mit Abstand vorn. Schweden mit 9,1 Prozent und die Schweiz mit 9,0 Prozent folgten an zweiter und dritter Stelle. Deutschland lag mit 5,1 Prozent Marktanteil an sechster Stelle in Europa.

Das meiste Geld für Bioprodukte pro Person, 289 Euro, gaben – wie schon in den vergangenen Jahren – die Schweizerinnen und Schweizer aus, gefolgt von den Däninnen und Dänen (278 Euro) und Schwedinnen und Schweden (237 Euro). Deutschland lag an siebter Stelle mit 122 Euro und damit noch hinter Luxemburg, Österreich und Liechtenstein.

Erste Daten für das Jahr 2018 zeigen eine Fortsetzung dieses deutlichen Wachstumstrends: So wuchs der Biomarkt in Deutschland um weitere 5,5 Prozent. Im Vereinigten Königreich gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher 5,3 Prozent mehr Geld für Biolebensmittel aus. Auch in Italien lag das Wachstum 2018 bei fünf Prozent. In Frankreich ging das Wachstum mit großen Schritten weiter: Rund 15 Prozent mehr als im Jahr 2017 gaben die Französinnen und Franzosen für Bioprodukte aus. In allen Ländern – mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs – war das Wachstum 2018 von der dynamischen Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel getrieben. Der Naturkosthandel und auch andere Einkaufstätten außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels – eigentlich stark in Deutschland, Italien und Frankreich – hatten jeweils mit der Konkurrenz zu kämpfen und wuchsen jeweils in kleinerem Umfang.

Beeindruckendes Flächenwachstum, aber kleiner als Marktwachstum

Während der Biomarkt um knapp elf Prozent zulegte, ist die europäische Biofläche 2017 um 7,6 Prozent größer geworden. So wurden rund eine Million Hektar mehr Biofläche in die Produktion genommen, so dass nun rund 14,6 Millionen Hektar biologisch bewirtschaftet werden. Mit 2,1 Millionen Hektar ist Spanien nach wie vor das Land mit der größten Biofläche in Europa, gefolgt von Italien (1,9 Millionen Hektar) und Frankreich (1,7 Millionen Hektar). Deutschland lag mit 1,4 Millionen Hektar an vierter Stelle. Die größten Zuwächse kamen 2017 aus Russland mit mehr als 300.000 Hektar und Frankreich mit mehr als 200.000 Hektar Biofläche.

Bio-Flächenentwicklung in der EU. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Bioflächen sind in den meisten Ländern der EU weiter gewachsen. Quelle: AMI

Die Biofläche macht in Europa 2,9 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche aus, in der Europäischen Union sind es 7,2 Prozent. In Europa (und weltweit) weist Liechtenstein mit 37,9 Prozent den höchsten Bioanteil an der Landwirtschaftsfläche auf, gefolgt von Österreich, dem Land in der Europäischen Union mit dem höchsten Bioanteil (24 Prozent). Zehn europäische Länder gaben an, dass mindestens zehn Prozent ihrer Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet werden. In Deutschland lag der Bioanteil an der Landwirtschaftsfläche 2017 bei 8,2 Prozent.

In Europa gab es mehr als 390.000 Bioproduzenten und in der Europäischen Union über 300.000. Die Türkei ist das Land mit den meisten Betrieben (über 75.000). Die Anzahl der Produzenten in Europa wuchs 2017 um knapp sieben Prozent und in der Europäischen Union um vier Prozent.

Starkes Wachstum bei Verarbeitungsbetrieben und Importeuren

Im Jahr 2017 gab es über 71.000 Bioverarbeiter in Europa und mehr als 68.000 in der Europäischen Union. Mehr als 5.300 Importeure wurden in Europa gezählt und fast 4.600 in der Europäischen Union. Ein besonders starkes Wachstum verzeichneten die Importeure, die sowohl in Europa als auch in der Europäischen Union im Vergleich zum Vorjahr zweistellig zulegten. Das Land mit der größten Anzahl an Verarbeitern war 2017 Italien (über 18.000), während Deutschland die meisten Importeure aufwies (fast 1.700).


Letzte Aktualisierung: 13.03.2019