Kompetenz im Fachhandel

Aus- und Weiterbildung ist Investition in die Zukunft

Hier wird Kompetenz erwartet!

Wenn eine Kundin oder ein Kunde nach dem Unterschied zwischen Schmand und Crème fraîche oder grünen und roten Paprikaschoten fragt, so sollte sie oder er in einem Biofachgeschäft auf jeden Fall eine Antwort bekommen. Erst recht, wenn es um fundamentale Fragen zum ökologischen Landbau geht. Allerdings erhält man häufig nur unzureichende Auskunft. Eine solche Situation ist nicht gerade förderlich für ein gutes Image des Geschäftes. Doch was ist zu tun?

"Das Bessere ist der Feind des Guten", so eine Sprichwort, das man dem Philosophen Voltaire zuschreibt. Heute leben wir in einem andauernden Wettbewerb: Jede Handlung, jedes Produkt, jede Leistung und jeder Service kann und wird ständig verglichen. Daher gilt es, sich immer wieder vom Wettbewerb abzuheben. Dies ist auf verschiedenen Wegen möglich. Einer der sichersten und nachhaltigsten Wege ist die Investition in die Aus- und Weiterbildung der Menschen, die mit Ihnen arbeiten. Denn der Erfolg eines Geschäftes oder Unternehmens hängt maßgeblich von dem Wissen und der Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab.

Leitungs- und Mitarbeiterebene erfordern unterschiedliche Inhalte

Das Thema Aus- und Weiterbildung sollte einen hohen Stellenwert im Unternehmen erhalten. Dabei sollte man bei der Herangehensweise auf verschiedene Bereiche und Ebenen setzen. In einem ersten Schritt sind die Inhalte der verschiedenen Bereiche zu definieren, zum Beispiel Basiswissen, Produktwissen, interne Arbeits-/ Organisationsabläufe und Marketing/ Verkauf, abgestimmt auf die Notwendigkeiten des eigenen Geschäftes. Des Weiteren sollte man einen Unterschied zwischen der Mitarbeiter- und der Leitungsebene machen, da hier unterschiedliche Aufgabenfelder und Qualifikationen vorliegen. Dabei sollte sichergestellt werden, dass die Leitungsebene über dasselbe Grundwissen wie die Mitarbeiterebene verfügt. Dies gilt insbesondere für kleinere Fachhandelsgeschäfte mit einer geringen Mitarbeiteranzahl.

In einem nächsten Schritt sollte man überlegen, welche Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen man intern oder extern vornimmt. Informationsveranstaltungen in bestimmten Bereichen, wie im Hygienebereich, sind sowieso jährlich vorgeschrieben. Solche Pflicht-Veranstaltungen kann man gut für die weitere interne Qualifizierung, zum Beispiel zur Verbesserung der Arbeits- und Organisationsabläufe, nutzen.

Für Marketing und Verkauf schulen

Ein besonderes Augenmerk bei der Weiterbildung sollte man im Bereich Marketing/Verkauf auf die Vertiefung des Wissens über Verkaufs- und Beratungsgespräche sowie die richtige Waren- und Verkaufsraumpräsentation legen. Das richtige und professionelle Eingehen auf Kundinnen und Kunden sowie eine ansprechende Warenpräsentation sind Eindrücke, die sich der Kundschaft einprägen und die den Ruf Ihres Geschäftes ausmachen.

Um sich für die Arbeit im Biohandel weiterzubilden, gibt es inzwischen eine Vielzahl guter Angebote zur internen und externen Qualifizierung. Hier finden Sie eine Übersicht über Anbieter von Schulungen im Einzelhandelsbereich.

Auch die beste Führungskraft ist abhängig von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nur motiviertes Personal bringt das Unternehmen zum Erfolg. Jede einzelne Mitarbeiterin, jeder einzelne Mitarbeiter ist eine Persönlichkeit, die mitgestalten soll und will. Das Thema Aus- und Weiterbildung ist eine Motivationsquelle für das ganze Unternehmen. Denn wer Erfolg will, braucht qualifizierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In diesem Sinne: Es gibt immer einen Anfang für das Bessere.

Übrigens…

Sowohl bei Schmand als auch bei Crème fraîche handelt es sich um Sauermilcherzeugnisse aus Kuhmilch. Sie unterscheiden sich in der Säuerung und im Fettgehalt. Dieser liegt bei Schmand mit mindestens 20 Prozent unter dem der Créme fraîche mit mindestens 30 Prozent.

Qualifikationsbereiche Mitarbeiterebene

Basiswissen

  • Ökologischer Landbau
  • Regionalität
  • Saisonalität
  • Fairer Handel
  • Allgemeine Hygienevorschriften
  • Warenpflege
  • Warenlagerung
  • Sprachliche Kompetenz
  • EDV-Kenntnisse
  • Umweltschutz
  • Eigene Firmenphilosophie

Produktwissen

A Grundqualifikation

  • Obst und Gemüse
  • Brot und Backwaren
  • Molkereiprodukte
  • Sojaprodukte
  • Trockensortiment
  • Öle, Fette, Nüsse
  • Brotaufstriche
  • Alkoholfreie Erfrischungsgetränke/ Wein/ Bier
  • Kaffee/ Tee
  • Babynahrung

B Zusatzqualifikation

  •  Fleisch/ Wurstwaren
  •  Fisch
  •  Tiefkühlprodukte
  •  Convenience
  •  Feinkost
  •  Kräuter
  •  Nahrungsergänzungsmittel
  •  Naturkosmetik
  •  Ätherische Öle
  •  Putz- und Waschmittel

Arbeitsorganisation

  • Arbeitsabläufe im Betrieb
  • Arbeitsschutz und Sicherheit
  • Auszeichnungsvorschriften
  • Warenwirtschaft

Marketing und Verkauf

  • Verkaufsgespräch
  • Beratungsgespräch
  • Reklamationsmanagement
  • Warenpräsentation und Verkaufsraumgestaltung

Qualifikationsbereiche Leitungsebene

BasiswissenAlle Qualifikationen der Mitarbeiterebene, zusätzlich:
  • Erstellung einer Firmenphilosophie
  • EDV- Kenntnisse
  • Kommunikative Kompetenz
  • Allgemeines Führungsmangement
  • Zeitmanagement
Produktwissen

A Grundqualifikation

Alle Qualifikationen der Mitarbeiterebene, zusätzlich:

  • Obst- und Gemüse-Monitoring
  • Sensorik

B Zusatzqualifikation

Alle Qualifikationen der Mitarbeiterebene

Arbeitsorganisation

Alle Qualifikationen der Mitarbeiterebene, zusätzlich:

  • Warenwirtschaft
  • Wareneinkauf
  • Qualitätsmanagement
  • HACCP/ Schädlingsmanagement
  • Personalmanagement
  • Arbeitsrecht
  • Rechtliche Grundlagen des Einzelhandels
  • Rechnungswesen
  • Investion und Finanzierung
  • Controlling
  • Projektmanagement
  • Umweltmanagement
Marketing und VerkaufAlle Qualifikationen der Mitarbeiterebene, zusätzlich:
  • Kundenorientierte Marktforschung
  • Wettbewerber-Analyse
  • Allgeine Kommunikationslehre
  • Werbung
  • Public Relations

Letzte Aktualisierung 16.10.2018

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