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Essbare Blüten - Buntes auf dem Teller

Im Sommer leuchten überall bunte Blüten. Einige kann man auch essen! Seit vielen hundert Jahren dienen Blüten zum Beispiel als Gewürze. Durch den Handel mit Pflanzen und Gewürzen aus fernen Ländern wurden unsere heimischen Blüten jedoch nach und nach aus den Vorratskammern verdrängt. Wer etwas auf sich hielt, gebrauchte die teuren orientalischen Gewürze. Die heimischen Blumen standen noch immer in den Gärten, aber mit der Zeit vergaß man, dass viele der hübschen Blütenpflanzen auch essbar sind.

Dein eigener Blütengarten

Ringelblumenpflanzen
Ringelblumen sehen einfach toll aus und sind ganz leicht auf dem Balkon, im Topf oder im Garten zu ziehen. Samen gibt’s im Bioladen – oder frag’ einfach jemanden, der sie im Garten hat. Foto: Dominic Menzler, BLE

Besonders viel Spaß macht es, essbare Blüten selbst anzupflanzen. Du kannst zum Beispiel ein Beet anlegen oder die Blumen im Balkonkasten oder Pflanztopf aussäen. Dann kannst du beobachten, wie die Pflanzen wachsen, dich an den Blüten freuen und leckere Gerichte damit ausprobieren. Ganz wunderbar eignen sich Ringelblumen, Kornblumen, Borretsch und Kapuzinerkresse, die meist auch ganz problemlos gedeihen. Auch Stockrosen-, Lavendel- und Rosenblüten kannst du bedenkenlos verzehren. Gänseblümchen und Löwenzahn wachsen wild auf vielen Wiesen und sehen auch auf dem Balkon toll aus. Ganz nebenbei trägst du damit auch zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und bietest Wildbienen und Schmetterlingen ein tolles Nahrungsangebot.

Vorsicht bei unbekannten Schönheiten

Natürlich kannst du Blüten auch einfach in Wald und Wiese sammeln. Pass aber gut auf bei allen Blüten, die du nicht kennst: Einige Blumen sind giftig, wie zum Beispiel der wunderschöne Fingerhut oder die rosa, weiße und blaue Akelei. Nimm nur solche Blüten, von denen du sicher weißt, dass sie essbar sind. Im Zweifelsfall lässt du sie lieber stehen, schön anzusehen sind sie auf jeden Fall.

Wissenswertes zum Blütensammeln

Blütenblätter sind sehr dünn, fein und empfindlich. Sie welken schnell. Pflücke die Blüten deshalb erst kurz bevor du sie verarbeiten möchtest. Der beste Zeitpunkt für die Ernte ist ein sonniger Tag, um die Mittagszeit: Dann, wenn die Sonne am höchsten steht, ist das Aroma der Blüten am intensivsten. Schüttele die frischen Blüten ein wenig aus, um ungebetene Gäste wie Ameisen zu verscheuchen.

Frisch oder getrocknet?

Am besten schmecken deine Blüten natürlich frisch geerntet und gleich verarbeitet. Du kannst sie aber auch trocknen und für "graue" Zeiten in Herbst und Winter konservieren. Dazu bindest du kleine Sträußchen und hängst sie an den Stängeln kopfüber zum Trocknen auf. Sind die Blüten trocken, zupfst du vorsichtig die Blütenblätter ab und lagerst sie am besten in einem dunklen Schraubdeckelglas.

Selbst gemachte Blütengaben

Kamillepflanzen. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Die kleinen Kamilleblüten eignen sich besonders gut für witzige Blüteneiswürfel. Foto: Thomas Stephan, BLE

Sommerblütensalat

Für vier Portionen brauchst du:

  • 1 frischen Kopfsalat
  • 2 Stängel Kerbel
  • 1 Stängel Minze
  • 1 Stängel Dill
  • 5 Radieschen
  • ½  Salatgurke
  • 1 Handvoll essbare Blüten, möglichst frisch (z. B. Kapuzinerkresse, Rotklee, Rosenblüten, Gänseblümchen, Ringelblumen)

Für die Salatsoße:

  • 150 Gramm Naturjoghurt (ein kleiner Becher)
  • 2 Esslöffel frisch gepresster Zitronensaft
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • ½ Teelöffel Salz
  • ¼ Teelöffel Pfeffer
  • 3 Esslöffel Gartenkresse

Und so geht’s:

  1. Wasche den Salat, die Kräuter, die Radieschen und die Gurke sorgfältig.
  2. Schneide den Salat in feine Streifen, die Radieschen und die Gurke in dünne Scheiben.
  3. Jetzt die Kräuter ganz klein schneiden. Das geht am besten auf einem Küchenbrettchen.
  4. Gib alles in eine Salatschüssel und mische die Zutaten miteinander.
  5. Mische den Naturjoghurt, den Zitronensaft und das Olivenöl mit Salz und Pfeffer in einer kleineren Schüssel zu einer leckeren Soße. Die fertige Soße gießt du über den Salat.
  6. Alles zusammen noch einmal gut durchmischen und ganz zum Schluss die bunten Blüten und die Kresse über den Salat verteilen. Tipp. Die Blüten besser nicht waschen, sie sehen dann nicht mehr so schön aus. Aber auf kleine Tierchen, die sich auf die Blüten gesetzt haben könnten, solltest du sie schon untersuchen. Zum Salat schmeckt (Vollkorn-)Baguette.

Sieht umwerfend aus und schmeckt auch so!

Blüteneiswürfel für coole Saftdrinks

Dazu brauchst du:

  • 1/4 l Wasser (ohne Kohlensäure)
  • 2 Esslöffel frisch gepressten Zitronensaft
  • Einige bunte, essbare Blüten (Ringelblumen, Rosen, Stockrosen, Kornblumen …)

So geht’s:

  1. Den Zitronensaft mit dem Wasser vermischen.
  2. Das Zitronenwasser in eine Form für Eiswürfel füllen.
  3. In jedes Fach eine Blüte oder bunte Blütenblätter dazugeben.
  4. die Eiswürfel im Eisfach des Kühlschrankes gefrieren lassen (das braucht ein paar Stunden).

Die bunten Eiswürfel sind tolle "Kühlmittel" in erfrischenden Getränken an heißen Sommertagen.


Die Biogärtnerei Herb im Allgäu hat sich ganz auf den Anbau von Pflanzen mit essbaren Blüten und Kräutern spezialisiert. Und das Beste: Sie ist ein sogenannter Demonstrationsbetrieb und freut sich über Gäste. Schau doch mal rein!
Biogärtnerei Herb im Allgäu

Letzte Aktualisierung: 28.10.2015