Kinder


Gärtnern in der Stadt

Weidekorb bepflanzt mit Mangold. Klick führt zu Groß.
Ein bis zwei Jahre kann in diesem alten Weidekorb Gemüse wachsen, bevor sich das Material durch die ständige Feuchtigkeit zersetzt. Foto: Andreas Lauermann

Habt ihr schon einmal etwas von Urban Gardening gehört? Das ist Englisch und heißt, ins Deutsche übersetzt, Gärtnern in der Stadt. Die Idee dazu ist in den 1970er Jahren in New York in Amerika entstanden. Damals waren dort einige Viertel ziemlich trostlos und voller Müll. Kein schöner Anblick für die Bewohner. Bis einige von ihnen einfach anpackten, den Müll beseitigten und auf den frei geräumten Grundstücken Gärten mit Gemüse, Kräutern und Blumen für alle anlegten. Die ersten Gemeinschaftsgärten in der Stadt waren geboren. Eine Idee, die sich schnell in Amerika verbreitet hat und seit einigen Jahren auch bei uns bekannt ist. In vielen deutschen Großstädten gibt es inzwischen Gemeinschaftsgärten. Dort kann jeder, der mag, mitgärtnern, pflanzen, pflegen und ernten.

Gärtnern in Kisten, Säcken und Blechdosen

Aber auch ohne einen Gemeinschaftsgarten finden sich in der Stadt viele Möglichkeiten zum Gärtnern. Vielleicht gibt es in eurem Kindergarten, eurer Schule oder bei euch im Hinterhof ein sonniges Eckchen, wo Gemüse, Kräuter oder Blumen wachsen könnten. Das muss nicht einmal ein Beet mit Erde sein. Ein großer, mit guter Erde gefüllter Behälter reicht aus. Dafür eignet sich alles Mögliche, zum Beispiel stabile Plastiksäcke, Blechdosen (Vorsicht, die haben oft ganz scharfe Ränder, an denen ihr euch verletzen könnt!), ausgediente Autoreifen, Kübel, alte Kannen, Schuhe, Koffer oder Bäckerkisten. Hauptsache, das Gefäß hat auf der Unterseite Löcher, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann.

Badewanne bepflanzt. Klick führt zu Groß.
Die Topinamburpflanzen haben in dieser alten Badewanne ausreichend Platz zum Wachsen. Foto: Andreas Lauermann

So viel Platz muss sein:

20 cm Durchmesser, 15 cm tief:

Für Pflücksalate und Kräuter reichen 20 Zentimeter Durchmesser und 15 Zentimeter Tiefe aus. Große Kopfsalate brauchen etwas mehr Platz, bei Platzmangel also lieber zum Beispiel Pflücksalat anpflanzen. Bei diesem Salat könnt ihr immer wieder die äußeren Blätter ernten und müsst nicht warten, bis der ganze große Salatkopf fertig gewachsen ist.

30 cm Durchmesser, 30 cm tief:

Karotten, Rote Bete oder Mairübchen brauchen Behälter, die mindestens 30 Zentimeter breit und 30 Zentimeter tief sind. Bei der Größe fühlen sich auch Mangold, Kohlrabi, Chilis und kleinere Buschtomaten wohl.

50 cm Durchmesser, 40 cm tief:

Strauchtomaten, Auberginen, Paprika, Zucchini, Kürbis, Erbsen und Bohnen mögen es groß. 50 bis 60 Zentimeter breite Gefäße mit einer Tiefe von 40 Zentimetern wären gut. Für Kartoffeln sollte das Verhältnis von Tiefe zu Breite umgekehrt sein (also ungefähr 60 cm tief und ein Durchmesser von 50 cm.

Schaut mal hier, so könnt ihr Biokartoffeln in Säcken anbauen.

Blumen vor der Haustür

Steht in eurer Straße ein Baum? Vielleicht sogar direkt vor der Haustür? Wie sieht die Baumscheibe (so nennt man die Fläche rund um den Stamm) aus? Wenn dort ein wenig Sonne hinscheint, könnt ihr sie ganz einfach in ein buntes Blumenmeer verwandeln. Dazu braucht ihr nur ein Tütchen mit gemischten Blumensamen, eine Hacke und eine Gießkanne mit Wasser. Mit der Hacke müsst ihr zunächst die Erde gründlich auflockern. Dann werden die Blumensamen dünn ausgestreut und leicht eingeharkt. Zum Schluss wird alles gründlich angegossen. Wenn ihr in den nächsten zwei Wochen darauf achtet, dass die Erde immer ein wenig feucht ist, sprießen bald viele bunte Blumen rund um den Baum.
Wusstet ihr, dass einige Blüten sogar essbar sind? Ringelblumen und Kapuzinerkresse oder auch die blauen Blüten der Gewürzpflanze Borretsch sehen im Salat toll aus und schmecken lecker.

Gärtnern auf der Fensterbank

Auch zu Hause auf eurer Fensterbank ist bestimmt Platz, um ein paar Kräuter in Töpfen anzuziehen. Die könnt ihr als Jungpflanzen in der Biogärtnerei kaufen oder auch selbst aus Samen anziehen. Gut klappt das mit Petersilie, Schnittlauch und Rucola. Am schnellsten wächst jedoch die Gartenkresse. Dafür braucht ihr nur eine flache Schale mit feuchter Watte oder feuchtem Küchenpapier auszulegen. Kressesamen drauf streuen und darauf achten, dass das Papier immer feucht bleibt. Schon nach einer knappen Woche kann man die Keimlinge ernten. Schmeckt lecker auf einem frischen Butterbrot!


Letzte Aktualisierung: 27.10.2014