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Kartoffeln aus dem Eimer

Gekeimte Kartoffel. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Aus vorgekeimten Kartoffeln können schneller neue Knollen wachsen. Foto: Thomas Stephan, BLE

Wie schmecken dir Kartoffeln am besten? Als Pellkartoffeln oder Bratkartoffeln, als Püree oder Kroketten, Kartoffelsalat oder Pommes? Mach deine Lieblingsspeise doch aus deinen eigenen Kartoffeln! Du hast keinen Garten? Macht nichts, denn Kartoffeln kann man auch ganz einfach in einem großen Eimer oder Kübel anbauen.

Wundersame Kartoffelpflanze

Die Kartoffel ist eine echte Verwandlungskünstlerin, wenn man bedenkt, was man alles daraus machen kann. Genauso faszinierend ist auch der Anbau von Kartoffeln: Im Frühjahr wird eine gekeimte Kartoffel in die Erde gepflanzt und schon nach kurzer Zeit stecken die ersten Triebe ihre Köpfe aus der Erde. Die Kartoffelpflanzen bilden sehr schöne Blüten, aus denen grüne Beeren entstehen, die allerdings giftig sind. Nach etwa 100 Tagen verwelken die Kartoffelblätter. Jetzt kann geerntet werden. Auf wundersame Weise haben sich die Knollen in der Erde vermehrt: Aus der Kartoffel (Mutterknolle) sind sogenannte Ausläufer gewachsen, an denen die neuen Kartoffeln entstanden sind. Die Mutterknolle ist wie eine Art Vorratskammer für die neuen Kartoffeln. Bei der Kartoffelernte kann man die Mutterknollen noch sehen, sie sind dann völlig verrunzelt.

Eigene Kartoffeln aus dem Eimer

Kartoffelblüte. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Während die Pflanze über der Erde blüht, bilden sich unter der Erde die neuen Kartoffeln. Foto: Frank Wörner, FiBL

Und so kannst du den Kartoffelanbau ganz leicht selbst ausprobieren: Zunächst kaufst du Kartoffeln im Bioladen, Supermarkt oder auf dem Biobauernhof. Schau dir die verschiedenen Sorten an, die dort angeboten werden. Neben den braunschaligen Kartoffeln gibt es auch alte Kartoffelsorten mit rosa, roter oder auch schwarz-violetter Schale. Einige Sorten haben unter der Schale sogar blaues oder violettes Fruchtfleisch.

Ein guter Zeitpunkt für das Experiment ist das Frühjahr. Wenn du die Kartoffeln vorkeimen lässt, verschaffst du ihnen einen Wachstumsvorsprung. Zum Vorkeimen legst du sie an einen hellen Platz, zum Beispiel auf die Fensterbank. Innerhalb weniger Tage kannst du beobachten, dass erste kleine Triebe zu sehen sind. Lass die Kartoffeln weiter liegen, bis sich etwa zwei Zentimeter lange, kräftig-grüne Triebe entwickelt haben.

Das brauchst du:

  • drei bis vier mittelgroße Kartoffeln
  • einen großen, hohen, standfesten Eimer oder Kübel (etwa 40 Zentimeter Durchmesser)
  • einen großen Tontopf mit Wasserabzugslöchern, der in den Eimer passt
  • Blumenerde
  • etwas Kies und Sand
  • eine Gießkanne

So geht es:

Zuerst wird der Pflanztopf vorbereitet. Gib zunächst eine Schicht Kies in den Tontopf.

Vermische die Blumenerde mit etwas Sand und gib davon eine etwa 15 Zentimeter dicke Schicht in den Topf.

Lege die Kartoffeln auf die Erdschicht. Achte auf die jungen Triebe, damit sie nicht abbrechen.

Bedecke die Kartoffeln wieder mit dem Erde-Sand-Gemisch.

Setze den Pflanztopf in den größeren Eimer oder Kübel und stelle deinen Kartoffeleimer an einen halbschattigen Platz.

Gießen nicht vergessen: halte den Topf gleichmäßig feucht. Achte aber auch darauf, dass im Eimer nie Wasser steht, denn sogenannte Staunässe mögen Kartoffeln gar nicht.

Je nach Wetter kann es mehrere Wochen dauern, bis die Kartoffeltriebe aus dem Boden kommen.

Sind die Triebe etwa zehn bis 15 Zentimeter lang, wird die Kartoffelpflanze angehäufelt: Dazu füllst du so viel Erde nach, bis nur noch die Blattspitzen zu sehen sind.

Schauen nach einiger Zeit wieder die Triebe heraus, wiederholst du das Anhäufeln so oft, bis der Topf bis zum Rand mit Erde gefüllt ist. So bilden sich im Topf mehrere Lagen neuer Kartoffeln.

Sie entstehen in der Zeit der Kartoffelblüte. Deshalb ist es in dieser Zeit besonders wichtig, dass deine Kartoffelpflanze immer genügend Wasser bekommt. Vorsicht: Die grünen Beeren, die sich aus der Blüte bilden, sind giftig.

Wenn die Blätter abgestorben sind, kannst du deine Kartoffeln ernten. Einfach die Pflanze aus der Erde ziehen, Erde abschütteln und deine erste eigene Ernte verarbeiten.

Wenn du kleine, schwarzgelb gestreifte Kartoffelkäfer oder auch deren braune Käferlarven an oder unter den Blättern entdeckst, sammle sie ab, damit sie deine Kartoffelernte nicht gefährden.

Letzte Aktualisierung: 27.10.2015