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Wildbienen-Nisthilfe selber bauen

Von Wildbienen besiedeltes Holzstück in einem Wildbienenhaus. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Wildbienen freuen sich über eine gute Gelegenheit zum Nisten, die in der Natur oft nur schwer zu finden ist. Foto: Kerstin Lüchow

Bestimmt hast du schon einmal ein Wildbienenhaus gesehen: Ein Häuschen mit löchrig gebohrten Holzscheiben, ausgehöhlten Stängeln und manchmal auch mit durchlöcherten Lehmziegeln. Die Tiere brauchen so ein Haus nicht, um darin zu übernachten, sondern um ihre Eier abzulegen. Im Wildbienenhaus oder in einer Nisthilfe wächst die Brut heran und schlüpft im nächsten Frühjahr. Ohne Nistmöglichkeiten gibt es im nächsten Jahr keine Wildbienen mehr, denn die Tiere sterben, wenn sie die Eier abgelegt haben. 

Eine Wildbienen-Nisthilfe anzulegen ist nicht schwierig. Trotzdem gibt es einiges zu beachten, damit die Wildbienen sich darin wohlfühlen. Wir schlagen hier zwei ganz einfache Varianten vor. Eine Nisthilfe aus langen zusammengebundenen Pflanzenstängeln oder eine Nisthilfe in einer leeren Konservendose. 

Nisthilfe "Stängelbündel"

Dazu brauchst du:

  • einige markhaltige Stängel, wie zum Beispiel Holunder, Sonnenblumen, Brombeerstängel, mindestens 10 cm lang, gerne auch länger, und
  • eine feste Kordel zum Zusammenbinden der Stängel und zum Aufhängen.  Binde ein paar längere markhaltige Pflanzenstängel mit der Kordel zu einem festen Bündel zusammen. Das Bündel hängst du aufrecht (die Enden der Stängel zeigen nach oben bzw. unten) an einem vor Regen geschützten Platz auf, zum Beispiel an einem Baum, einer Wand oder an einem Zaun.  

Nisthilfe "Konservendose"

Dazu brauchst du:

  • echte Strohhalme (gibt’s beim Bauern oder im Bastelbedarf. Achte darauf, dass sie nicht gequetscht oder gespalten sind) oder hohle Schilf- oder Bambusstängel (Baumarkt),
  • Gips, 
  • Wasser, 
  • eine Schüssel und einen Löffel oder ein Stück Holz zum Anrühren,
  • eine möglichst hohe leere Konservendose und
  • eine Gartenschere oder eine kleine Fuchsschwanzsäge. 

Kürze die Halme oder Stängel so, dass sie in die Dose passen und nicht überstehen. Mindestens 10 cm lang sollten sie und die Dose sein, je länger desto besser. Achte bei Bambus- und Schilfstängeln darauf, dass sie komplett offen sind. Rühre etwas Gips (je nach Größe der Dose sollten circa 6 Esslöffel reichen) nach der Packungsanleitung mit Wasser an und fülle deine Dose etwa 1 cm hoch auf. Sei vorsichtig, falls deine Dose vom Öffnen scharfe Ränder hat, damit du dich nicht verletzt. Drücke dann so viele Stängel in den feuchten Gips, dass diese fest sitzen. Sie sollten sich nicht herauslösen lassen, denn sonst könnten hungrige Vögel sich leicht die Stängel mit der Insektenbrut holen.

Die Nisthilfe "Konservendose" soll unbedingt liegend, also waagrecht, platziert werden und nicht aufrecht.

Hölzer als Nisthilfe

Insektenhaus. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
So ein prächtiges Insektenhotel bietet vielen verschiedenen Insektenarten Platz zum Nisten und auch zum Überwintern. Foto: Kerstin Lüchow

Natürlich sind auch größere und vielfältigere Wildbienenhäuser möglich. So ein Haus muss unbedingt wettergeschützt stehen. Ein wichtiges Element in solchen Wildbienenhäusern sind, neben Schilfmattenrollen, angebohrte Hölzer. Lasst euch beim Bohren in jedem Fall von Erwachsenen helfen. Verwenden solltet ihr nur trockenes, abgelagertes Hartholz und keinesfalls Nadelholz. 

Bohrt die Hölzer quer zur Holzmaserung an. Die Bohrlöcher sollten zwischen 2 und 10 mm groß sein und die Oberfläche nach dem Bohren mit Sandpapier geglättet werden. Mindestens 10 cm tief muss gebohrt werden, besser tiefer. Achte aber darauf, dass du die Holzscheibe nicht vollständig durchbohrst und der Gang hinten geschlossen bleibt. 

Der richtige Platz

Deine Wildbienen-Nisthilfe befestigst du am besten an einer vor Regen und Wind geschützten und sonnigen Stelle. Hier ist es für die Wildbienenbrut warm und trocken genug. Wenn die Nisthilfe nass wird, verschimmeln die Eier und es werden keine Wildbienen schlüpfen.


Letzte Aktualisierung: 28.05.2015