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Regionale Spezialitäten

Jede Region in Deutschland hat ihre besonderen kulinarischen Spezialitäten. In Hessen sind es zum Beispiel die "Grie Soß" (Grüne Soße) oder der Handkäs mit Musik (Sauermilchkäse mit Gewürzen in Essig und Öl), Berlin gilt als der Geburtsort der Currywurst. Die Lüneburger Heide in Niedersachsen gehört zu den Hauptanbaugebieten von Spargel, Kartoffeln und Grünkohl. Grünkohl mit Pinkel (spezielle Wurst und Kasseler) ist ein typisches Gericht aus dieser Region. In Bayern sind es beispielsweise der Leberkäse (mit Kartoffelsalat oder auch mit sauer eingelegten Gürkchen zwischen eine Semmel gesteckt) oder die Weißwurst, die traditionell am Vormittag gegessen wird. Zwiebelkuchen ist ein traditionelles Herbstgericht in Rheinland-Pfalz, das gerne zur und nach der Weinlese gebacken und gegessen wird.

Schwäbisches Nationalgericht: Linsen mit Spätzle

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Die Schwäbische Alb ist ein nahezu idealer Standort zum Linsenanbau. Foto: Thomas Stephan, BLE

Und wer kennt nicht "Linsen mit Spätzle", das Leibgericht vieler Schwaben. Dass die Linsen für dieses "Nationalgericht" auf der Schwäbischen Alb angebaut wurden, geriet über einige Jahrzehnte in Vergessenheit: In den 1950er Jahren haben Landwirte hier wie überall in Deutschland den Linsenanbau nahezu vollständig aufgegeben. So ist es den Bemühungen eines Biobauern zu verdanken, dass die heimische Linse (Alb-Leisa) heute wieder angebaut wird. Und auf der Schwäbischen Alb gedeiht die Linse sehr gut, weil die Voraussetzungen für die Pflanze passen.

Die Linse kommt sehr gut zurecht mit den mageren, steinigen Böden und dem hohem Kalkgehalt. Auch mit der Trockenheit in dieser Gegend kann die Linse gut umgehen.

Im Biolandbau passt die Linse prima in die Fruchtfolge: Das ist die festgelegte Reihenfolge, in der Pflanzen nacheinander auf einer Ackerfläche angebaut werden. Denn genau wie Klee, Ackerbohnen und andere Hülsenfrüchte, sammelt die Linse mit ihren sogenannten "Knöllchenbakterien" in den Wurzeln den Pflanzennährstoff Stickstoff. Einen Teil dieses wertvollen Pflanzennährstoffs lässt die Pflanze im Boden zurück, wo er dann für die nachfolgenden Kulturen als Dünger zur Verfügung steht.

Auch für die bunte Vielfalt auf den Äckern ist die Linse hilfreich: Auf dem Linsenacker gedeihen zum Beispiel Ackerwildkräuter, die Lerchen, Wachteln, Bienen und vielen anderen Insekten einen wertvollen Lebensraum bieten.

Vom Aussterben bedroht: das Bunte Bentheimer Schwein

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Schweine der Rasse "Buntes Bentheimer Schwein" sind vom Aussterben bedroht. Zum Glück werden sie auf einigen Biohöfen weiter gezüchtet und gehalten. Foto: Thomas Stephan, BLE

In Nordrhein-Westfalen dreht sich alles um die Wurst. Die Westfalen lieben Fleisch, insbesondere Schinken - und natürlich Pumpernickel (ein dunkles Vollkornbrot aus Roggenschrot). Der Schinken kommt vom Schwein. Eine früher gut bekannte Schweinerasse ist das "Bunte Bentheimer Schwein". Sein Fleisch ist sehr schmackhaft, gerade weil ein bisschen Fett drinsteckt, das als Geschmacksträger dient. Als die Nachfrage nach fettarmem Schweinefleisch stieg, war die Rasse nur deswegen nicht mehr gefragt. Das ging soweit, dass sie fast ausgestorben wäre. Nur wenige Höfe wie der Naturlandhof Büning in Nordrhein-Westfalen halten diese wertvolle Landschweinrasse mit den schwarzen Flecken und den Schlappohren noch. Sie erhalten das wertvolle Wissen um die Vorzüge dieser Rassen, die Verarbeitung und den Geschmack ihrer Produkte. Weitere Informationen findest du im Steckbrief des Naturlandhof Büning.

Letzte Aktualisierung: 21.10.2015