Landwirtschaft


Kontrolle des Pflanzenbaus

Kontrolleur und Landwirt begutachten einen Getreidebestand, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Auch die Ackerbauflächen werden während des Kontrollbesuchs begutachtet.
#Foto: T. Stephan, BLE

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau regeln im Bereich des Pflanzenbaus den Saat- und Pflanzguteinsatz, die Düngemittelverwendung und die Pflanzenschutzmaßnahmen. Der Betriebsleiter ist diesbezüglich gegenüber der Kontrollstelle jährlich auskunftspflichtig. 

Die Verwendung von ökologischem Saat- und Pflanzgut ist vorgeschrieben. Nur wenn dieses nicht bezogen werden kann, darf auf ungebeiztes, konventionelles Saatgut zurückgegriffen werden. Allerdings muss der Nachweis der Nichtverfügbarkeit anhand der offiziellen Ökosaagutdatenbank "OrganicXseeds.de" überprüft werden. Nur wenn hier kein geeignetes Ökosaatgut eingetragen ist bzw. nicht verfügbar ist, darf der Rückgriff per Ausnahmegenehmigung auf nicht ökologisch produziertes Saatgut erfolgen. Seit 2014 sind zahlreiche Arten neu in Kategorie I eingrupiert, das heißt für sie ist keine Ausnahmegenehmigung möglich, detaillierte Informationen gibt es unter "OrganicXseeds.de".

Betriebseigene Düngung bevorzugt

Der Einsatz von Düngemitteln und Bodenverbesserern ist wie folgt geregelt:

  • Die Verwendung von chemisch-synthetischen leichtlöslichen Düngemitteln ist untersagt.
  • Betriebsfremde Düngemittel und Bodenverbesserer sind nur erlaubt, wenn die Bedingungen des Anhangs I der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau eingehalten werden.
  • Die in Anhang I der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gelisteten Düngemittel und Bodenverbesserer dürfen eingesetzt werden, wenn die dort beschriebenen Anforderungen erfüllt sind. 
  • Einen guten Überblick über zulässige Betriebsmittel gibt die "Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland" des Forschungsinstituts für biologischen Landbaus Deutschland e.V.

Vorbeugender Pflanzenschutz hat Vorrang

Im ökologischen Landbau ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu beschränken, weil auch durch Wirkstoffe wie Pyrethrum, Schwefel, Kupfer oder Quassia Nützlinge geschädigt werden können. Der Ökolandbau verfügt über ein ganzes Bündel von Maßnahmen, mit denen sich Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter in Schach halten lassen:

  • gezielte Arten- und Sortenwahl,
  • geeignete Fruchtfolge,
  • angepasste Bodenbearbeitung,
  • Schutz von Nützlingen (Schaffung von Nistplätzen, Hecken etc.),
  • schonende Bekämpfung von Beikräutern (zum Beispiel durch Abflammen).

Darüber hinaus dürfen die im Anhang II der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau aufgeführten Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wenn eine unmittelbare Bedrohung für die Kulturen besteht.


Weblinks

Letzte Aktualisierung: 05.02.2015