Landwirtschaft


Öko-Kontrolle

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Jeder Biobetrieb wird mindestens einmal im Jahr kontrolliert. Foto: T. Stephan

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau legen zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher europaweit den Mindeststandard für die Erzeugung und Verarbeitung von Bioprodukten fest. 

Eine Vorläuferversion der aktuellen EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau trat 1993 in Kraft und regelte zunächst nur die pflanzliche Produktion. Detaillierte Vorschriften für die Tierhaltung folgten im August 1999. Auch importierte Erzeugnisse müssen die Vorgaben der Verordnung erfüllen. 

Wer wird kontrolliert? 

Dem Kontrollverfahren nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau werden alle Betriebe oder Unternehmen unterzogen, die pflanzliche oder tierische Produkte erzeugen, aufbereiten oder importieren und diese mit dem Hinweis auf ökologische Erzeugung vermarkten. Seit September 2003 fallen auch die Hersteller von Futtermitteln unter die Verordnung. Diese müssen sich dem Kontrollverfahren unterziehen sofern sie Futtermittel mit "Bio" oder mit dem Hinweis "geeignet für die ökologische Tierhaltung" kennzeichnen wollen.

Seit dem 1. Juli 2005 besteht auch eine Kontrollpflicht für Unternehmen, die Ökoprodukte lagern. Hiervon sind neben Großhändlern auch der Naturkosteinzelhandel sowie der Lebensmitteleinzelhandel betroffen. Den Mitgliedsstaaten wurde jedoch die Möglichkeit eingeräumt, Einzelhändler von der Kontrollpflicht zu befreien, sofern diese ausschließlich direkt an den Endverbraucher oder -nutzer verkaufen, die Erzeugnisse nicht selbst erzeugen, aufbereiten, importieren oder an einem Ort lagern, der nicht in örtlichem Zusammenhang zur Verkaufsstelle steht. Das deutsche Ökolandbaugesetz enthält eine solche Befreiung für die Einzelhändler in Deutschland.

Mit Inkrafttreten der Neufassung der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau am 1. Januar 2009, sind auch die Bereiche Aquakultur, Meeresalgen, vegetatives Vermehrungsmaterial und Saatgut für den Anbau sowie die Hefeherstellung und Weinbereitung kontrollpflichtig.

Sofern in der Verordnung für bestimmte Tierarten, Wasserpflanzen und Mikroalgen keine spezifischen Erzeugungsvorschriften festgelegt sind, gelten bestehende gesetzliche Bestimmungen beziehungsweise von den Mitgliedsstaaten akzeptierte oder anerkannte private Standards. In Deutschland sind das die Richtlinien der Verbände des ökologischen Landbaus. Gleiches gilt für die Arbeitsgänge in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen (zum Beispiel Kantinen und Restaurants).

Wie wird kontrolliert? 

Die Kontrolleure vereinbaren den Inspektionstermin mit dem Betriebsleiter, der die erforderlichen Buchhaltungsunterlagen bereithält. Zusätzlich zu der jährlich angemeldeten Hauptkontrolle erfolgen bei mindestens zehn Prozent der Betriebe Stichprobenkontrollen.

Die Kontrolle umfasst:

  • die Besichtigung sämtlicher Betriebsgebäude, 
  • eine Begutachtung der Flächen und Kulturen,
  • die Überprüfung des Betriebsmittelzukaufs, 
  • eine Plausibilitätsprüfung der verkauften Mengen,
  • die Überprüfung der Deklaration,
  • gegebenenfalls eine Überprüfung der Trennung zwischen ökologischer und konventioneller Produktion,
  • die Überprüfung der Vorgaben aus dem Umstellungsplan und der bei der letzten Inspektion erteilten Auflagen,
  • die Überprüfung der Haltungssysteme bzw. Haltungsbedingungen der Tiere sowie der Fütterung,
  • die Überprüfung der Rezepturen, des Rohwareneinkaufs und des Warenflusses in der Verarbeitung,
  • die Einhaltung der Verbandsrichtlinien bei Verbandsbetrieben.

Der Kontrolleur hält die Ergebnisse der Inspektion in einem Prüfbericht fest. Der Betriebsleiter erhält eine Kopie dieses Berichtes und nach der Bearbeitung durch die Kontrollstelle die Auswertung mit Erläuterungen oder gegebenenfalls Auflagen sowie das Zertifikat (Konformitätsbescheid).

Letzte Aktualisierung: 05.02.2015