Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof

Begründung der Jury

Der Dottenfelderhof hat sich im Bereich 7 "Erhaltung genetischer Ressourcen" beworben. Die Be­triebsfläche des Dottenfelderhof beläuft sich auf rund 160 ha, wovon 153,5 ha als landwirtschaft­liche Nutzfläche bewirtschaftet werden. Der Hof wird seit 32 Jahren biologisch-dynamisch bewirt­schaftet. Die Hofgemeinschaft umfasst z.Z. sechs Familien, außerdem Gehilfen, Lehrlinge, Praktikan­ten und weitere Mitarbeiter. Rund 50 vollbeschäftigte Personen tragen zum wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes bei. Auf dem Hof wird ein äußerst vielseitiger Ackerbau, Viehhaltung, Obst- und Ge­müsebau betrieben. Im Betrieb ist die Verarbeitung als "Bestandteil des Ganzen"  in einem geschlos­senen Kreislauf hervorzuheben. Dazu gehören eine Hofmolkerei sowie eine Bäckerei. Die Produkte werden neben dem Weiterverkauf an den regionalen Einzelhandel auch direkt in zwei Hofläden und auf Wochenmärkten vermarktet.

Der Hof unterhält auch eine Weiterbildungseinrichtung "Landbauschule Dottenfelderhof", in der neben einem landwirtschaftlichen Studienjahr und zwei einmonatigen Weiterbildungskursen im Winter, auch Tagungen zur Saatguterzeugung und zur Züchtung abgehalten werden.

Die Jury zeichnet die beispielhafte Integration der Forschung und Züchtung von Saatgut, als festen Bestandteil, in den Gesamtbetrieb aus und möchte insbesondere die Leistungen zur Sicherung und Weiterentwicklung von Gemüsesorten würdigen. Die Sorten sind in Zusammenarbeit mit anderen Gärtnern und seit 1994 im Namen des Vereins "Kultursaat, Verein zur Förderung der biologisch-dynamischen Gemüsesaatzucht, gem. e.V." entwickelt worden. Sie werden von den Mitgliedern des "Initiativenkreis für Saatgut aus biologisch-dynamischem Anbau" vermehrt und im Gemüsekatalog der "Bingenheimer Saatgut AG"; angeboten.

Außerdem soll hervorgehoben werden, dass durch das Engagement des Dottenfelderhofes und seines Umfeldes die Züchtung in erster Linie im Interesse des Allgemeinwohls betrieben wird.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Erhaltung genetischer Ressourcen. Auf die Selektion nach Ge­schmacksmerkmalen und nach der Harmonie im Wachstum wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt, als in der "konventionellen" Züchtung, wo Ertrag und äußere Qualität im Vordergrund stehen. Alle Vor­gehensweisen sind einfach nachzuvollziehen und daher sehr gut auf geeignete Betrieb übertragbar.

Letzte Aktualisierung: 17.01.2002