Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Bergische Fischzuchtanstalt Rameil

Hinweis:

Die Bergische Fischzuchtanstalt Rameil ist seit 2008 kein Biobetrieb mehr.

Begründung der Jury

Die Bergische Fischzuchtanstalt Rameil hat sich in Bereich 6 "Besondere praxisgerechte Leistungen zur Weiterentwicklung der EG-Öko-Verordnung" beworben. Die im Naturpark "Bergisches Land" nahe der Ortschaft Lindlar gelegene Fischzuchtanstalt wurde 1928 gegründet und wird heute in der dritten Generation von Michael Rameil, Sohn des Inhabers Hans-Hugo Rameil, geführt. Der Betrieb mit einer Teichfläche von rund 4 Hektar erzeugt ins­gesamt 35 bis 50 Tonnen Speisefisch pro Jahr (Salmoniden, Saiblinge und Karpfen) und beschäftigt acht feste Mitarbeiter und einige Aushilfskräfte.

Seit dem Jahr 2000 werden nach Richtlinien des Naturland-Verbandes zertifizierte Öko-Forellen (Regenbogen- und die heimi­sche Bachforelle) gezüchtet und über eine eigens entwickelte Marke "Teichgut" vermarktet, zusammen mit anderen Öko-Forellenzüchtern, die nach den gleichen Richtlinien wirtschaf­ten.

Die Fütterung der Forellen erfolgt mit einem selbst entwickelten Futter, das zu einer Hälfte aus pflanzlichen Rohstoffen ökologischer Herkunft (Weizen, Kartoffeleiweiß, Erbsenmehl usw.) besteht. Die andere Hälfte wird aus Fischmehl hergestellt, das ausschließlich der Speisefisch-Verarbeitung entstammt. Fischmehl aus der Gammelfischerei darf dem Futter nicht zugesetzt werden. Die Einhaltung der Naturland-Richtlinien verbietet den prophylakti­schen Medikamenteneinsatz. Außerdem ist eine naturnahe Haltung vorgeschrieben, bei der im Falle des Betriebes Rameil Beckenform und Baumaterialien den natürlichen Bachlauf nachahmen. Die Becken verfügen über einen Teichboden aus Ton und Gestein. Die Teich­dämme sind begrünt, Hecken und Bäume sind wichtige Bestandteile der Naturteich-Anlage. Die Besatzdichte ist mit circa zehn Kilogramm Forellen pro Kubikmeter Wasser geringer als in der kon­ventionellen Zucht, bei der der Besatz bis zum Zehnfachen betragen kann. Auf künstlichen Sauerstoffzusatz wird ganz verzichtet, da der natürliche Sauerstoffan­teil ausreicht. Da das Wasser im Winter nicht temperiert wird, ist ein natürliches tiergerechtes Wachstum gegeben, so dass die Forellen nach zwei Jahren ihre Produktreife erlangen. Bei intensiv wirtschaftenden konventionel­len Betrieben wird diese nach nur sechs Monaten erreicht.

Die Jury schlägt den Betrieb Rameil als Preisträger vor, weil er Pionierarbeit zur Weiter­entwicklung der EG-Öko-Verordnung im Bereich ökologische Salmonidenzucht leistet. Der Betrieb trägt dazu bei, die Aquakultur in der Region zu erhalten. Das auf dem Betrieb Rameil praktizierte Verfahren ist sehr gut auf Betriebe übertragbar, die über naturnahe Produktions­stätten (zum Beispiel ältere Teichanlagen) verfügen.

Letzte Aktualisierung: 17.01.2003