Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Der Lämmerhof

Begründung der Jury

Die Jury schlägt den Betrieb Lämmerhof als 1. Preisträger vor, weil er in vorbildlicher Weise Naturschutzmaßnahmen in die landwirtschaftliche Praxis des Betriebes integriert hat. Das auf dem Betriebsgelände befindliche "Hellmoor" und Teile seiner Randbereiche haben sich aufgrund der anhaltenden Bemühungen von Betriebsleiter Detlef Hack inzwischen zu einem artenreichen Feuchtbiotop und Lebensraum für zahlreiche typische Pflanzen und Tiere entwickelt. Mit persönlichem Engagement und Beharrlichkeit konnten an das Moor angrenzende Flächen anderer Eigentümer durch Flächentausch erworben werden. Die Randbereiche des Moores werden als halboffene Weidelandschaft gezielt extensiv beweidet oder ökologisch bewirtschaftet. Der nicht genutzte Kernbereich des Hellmoores umfasst 28 Hektar.

Inzwischen wird das Moor regelmäßig von Kranichen besucht. Bekassinen, Waldwasserläufer, Wachteln und Wachtelkönig brüten dort. Tüpfelsumpfhuhn, Laubfrösche und Moorfrösche sowie zahlreiche Insektenarten gehören zu den Bewohnern des Hellmoores und der angrenzenden Flächen. Kooperationen mit Naturschutzverbänden wie dem WWF in Mölln, NABU und BUND in der Region und die Öffentlichkeitsarbeit sind fester Bestandteil der Betriebsabläufe.

Detlef Hack zeigt, dass die Integration von Naturschutzmaßnahmen mit den ökonomischen Interessen eines intensiv ökologisch wirtschaftenden Ackerbaubetriebes in Einklang gebracht werden kann. Die Jury will auch das große persönliche Engagement des Betriebsleiters würdigen, das zur Umsetzung naturschutzfachlicher Ideen und Konzepte für Agrarlandschaften sowie zur Landschaftsgestaltung notwendig gewesen ist. Die Jury attestiert, dass die vorgenommenen Naturschutzmaßnahmen in Abhängigkeit von den verschiedenen betrieblichen, landschaftlichen und natürlichen Gegebenheiten auch auf andere landwirtschaftliche Betriebe übertragen werden können.

Der Lämmerhof in Panten bei Ratzeburg (Schleswig-Holstein) hat sich in Bereich 5 "Naturschutz, Landschaftsgestaltung, Ressourcenschutz" beworben. Der elterliche Hof wurde 1989 von Detlef Hack auf ökologischen Landbau umgestellt. In Kooperation mit der Familie Brüggemann wurde 1991 eine GbR gegründet und seitdem gemeinsam ein Hofladen im Nachbardorf Mannhagen geführt. Die Betriebsflächen des Hofes Brüggemann konnten durch den Zusammenschluss ebenfalls ökologisch bewirtschaftet werden. Um den Kernbereich des Hellmoores herum bewirtschaftet der Bioland-Betrieb eine Fläche von rund 260 ha, wovon 216 ha Ackerland und 46 ha Dauergrünland sind. Insgesamt arbeiten acht Personen und zwei Aushilfskräfte auf dem Betrieb und im Hofladen. Der gut sortierte Hofladen vermarktet rund 1.400 Öko-Lebensmittel, darunter hofeigene aber auch Produkte anderer Betriebe und Hersteller.

Bis zu 250 Mastschweine werden in einem modernen Offenstall mit Weidegang gehalten, der die Kriterien der EG-Öko-Verordnung 2092/91 erfüllt. Daneben hält der Hof zur Zeit 25 Schafe und eine Herde von 28 Angus-Rindern. Außerdem wird Marktgetreide und Gemüse hauptsächlich unter Glas angebaut. Das Gemüse wird, neben der Direktvermarktung im Hofladen, in den Naturkostgroßhandel und an einen Abolieferservice geliefert. Getreide wird von der „Bauck-Mühle“ gemahlen und anschließend an die "Bio-Bäckerei Springer" sowie weitere vier Bio-Bäckereien in Hamburg geliefert.

Letzte Aktualisierung: 17.01.2004