Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Staudengärtnerei Gaissmayer

Gaissmayer

Begründung der Jury

Die Staudengärtnerei Gaissmayer wird heute im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin mit dem zweiten Preis des Förderpreises Ökologischer Landbau 2006 ausgezeichnet. Damit sehen sich Inhaber, gut 20 Mitarbeiter und vier Lehrlinge auf ihrem erfolgreichen Weg der konsequent ökologischen Erzeugung von Stauden erneut bestätigt. Die seit Jahren expandierende und erneut mit einem zusätzlichen Gewächshaus ins Gartenjahr 2006 startende Gärtnerei hat sich über Jahre hinweg als eine der Adressen für Staudenliebhaber und Freunde der Gartenkultur etabliert.

Der Betrieb wurde im Jahre 1980 gegründet, und die Zielrichtung stand von vornherein fest. Dazu Dieter Gaissmayer: "Wir waren optimistisch und fest davon überzeugt, ein ganz anderes Gartenbau-Konzept verwirklichen zu können - wider den Trend zur Billigproduktion von standardisierten Wegwerfpflanzen, stattdessen Rückbesinnung auf alte Werte. Dazu gehören Traditionspflege, Gartenkultur und Staudenvielfalt."

Als ein Meilenstein auf dem Weg gegen den Mainstream kann folglich auch die Besinnung auf die Grundsätze des ökologischen Landbaus angesehen werden und die im Jahre 1996 erfolgte Mitgliedschaft beim Anbauverband Bioland.

Neben Stauden, Gräsern, Farnen und Wasserpflanzen wird als ein Tätigkeitsschwerpunkt eine Vielzahl an Kräutern für eine breite Abnehmerschaft erzeugt. Weniger bekannt doch nicht minder köstlich sind die Knospen von Hemerocallis oder die Blüten von Phlox und Nachtkerze – was den fließenden Übergang zwischen Nahrungsmittel und Zierpflanze verdeutlicht. Bei ersteren greift der Konsument mittlerweile gerne und guten Gewissens zu Bio-Erzeugnissen. Aber bei Gartenstauden?

Für die Illertisser Gärtner gibt es da keinen Unterschied. Bio bedeutet ihnen mehr als nur die Einhaltung von Anbaurichtlinien – Bio ist das Denken in Zusammenhängen. Das wird einmal mehr daran deutlich, dass der größte Teil des riesigen Sortiments der Staudengärtnerei Gaissmayer Gartenstauden im Sinne von Zierpflanzen ausmacht – alles echte Bio-Pflanzen. Gute Gründe so zu denken und zu handeln gibt es mannigfaltige; vom Mitarbeiterschutz ("Hier muss niemand mit Giften hantieren") bis hin zu den – wie Dieter Gaissmayer sich pflegt auszudrücken – inneren Werten der Stauden. Die Illertisser Stauden überstehen strenge oberschwäbische Winter bei minus 25 Grad Celsius, werden im von der Natur vorgegebenen Rhythmus kultiviert und im gut durchwurzelten Zustand verkauft. Der hierfür betriebene Aufwand spiegelt sich letztlich in der Qualität der Pflanzen; diese überstehen Standortwechsel und Transport unproblematisch und wachsen im Garten des Käufers optimal an.

Der Mehraufwand bringt auch ein Mehr an Kosten mit sich. Immer mehr Gartenfreunde denken erfreulicherweise "über den Tag hinaus", entdecken ihre Gärten als langlebige Bereicherung, bei denen sich geringfügig höhere Investitionen auf Dauer auszahlen. Was dem Privatkunden oft lieb und teuer ist, ist für die öffentliche Hand meist nicht akzeptabel – bestimmt von der Jagd nach dem billigsten Anbieter. Und allzu oft kommt gerade das billigste der Gesellschaft teuer zu stehen.

Die Pflege gärtnerischer Tradition wird in Illertissen groß geschrieben, gepaart mit Beweglichkeit und Innovation, auch bei der Umsetzung neuer Vermarktungsstrategien, wie dem seit Jahren erfolgreichen eShop im Internet. Neben umfangreichen Informationen und Tipps zu Pflanzen und Garten kann hier bequem von zu Hause ausgewählt und bestellt werden.

Der Anspruch an die eigene Arbeit geht für Dieter Gaissmayer weit über die reine Pflanzenproduktion hinaus, wie die enge Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung der Gartenkultur und die mittlerweile traditionsreiche und jährlich am zweiten Septemberwochenende stattfindende Illertisser Gartenlust belegen.

Ein bisschen von diesem Geist sowie das eigene, ganz besondere Flair der Staudengärtnerei Gaissmayer ist für jeden bei einem Besuch vor Ort unmittelbar erlebbar. Anlässe dazu gibt es genug. Sei es im Rahmen einer der vielfältigen eigenen Veranstaltungen oder einfach beim Schlendern über den großen Mutterpflanzenacker.

Letzte Aktualisierung: 17.01.2006