Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Pfarrgut Taubenheim

Betriebsleitung Ingeborg Schwarzwälder und Sophia Sucholas. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ingeborg Schwarzwälder und Sophia Sucholas, Foto: BLE

Begründung der Jury

Das Pfarrgut Taubenheim hat sich im Bereich "Gesamtbetriebliche Konzeption" beworben.

Die Jury schlägt das Pfarrgut Taubenheim als Preisträger vor, weil es dem Betrieb gelungen ist, sich in einer in Sachen Ökolandbau kaum entwickelten Umgebung als einer der ersten familiären Ökobetriebe in Sachsen zu etablieren und so in besonderem Maße als Pionier- und Vorzeigebetrieb für die ökologische Bewirtschaftung werbewirksam ist.



Michael Schwarzwälder mit Enkel. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Michael Schwarzwälder mit Enkel, Foto: BLE

Das Pfarrgut Taubenheim liegt im Landkreis Meißen und wirtschaftet auf rund 145 Hektar nach den Kriterien des ökologischen Anbauverbandes GÄA. Der Betrieb wurde kurz nach der Wende im Jahr 1991 umgestellt, war damals einer der ersten Ökobetriebe in Sachsen und ist seitdem eines der führenden Beispiele für ökologischen Landbau in der Umgebung. Hervorzuheben ist, dass das Pfarrgut Taubenheim quasi eine Neugründung durch Quereinsteiger ist. So hatte das Ehepaar Schwarzwälder bei der Anpachtung keinerlei Erfahrung in der praktischen Bewirtschaftung eines Biohofes wohl aber eine Vision und jede Menge Idealismus und Engagement.

Milchpackung vom Pfarrgut Taubenheim. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Biomilch-Verpackung von Gut Taubenheim, Foto: BLE

Dem Betrieb gelingt es in besonderem Maße, den Kreislaufgedanken, als Ideal des ökologischen Landbaus, umzusetzen. Sowohl der Anbau als auch die Verarbeitung und Vermarktung der Produkte liegt in Händen der Familie, die inzwischen mit zwei Generationen im Betrieb aktiv ist.
Das von der Familie gepachtete Pfarrgut wurde langsam aber kontinuierlich entwickelt. Basis war die Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Integration der Verarbeitung und Vermarktung in den Betrieb. Zum Herzstück wurde die Bäckerei aufgebaut. Mit einem großen Sortiment an Backwaren und einem hohen Anspruch an sowohl die Qualität der Produkte wie auch die Verwendung der eigenen Erzeugnisse wurde zunächst der gesamte Betrieb über diese Einnahmequelle stabilisiert. Dadurch konnte die Vermarktung der Milch zu konventionellen Preisen so lange verkraftet werden, bis auch in diesem Bereich die eigene Verarbeitung und Vermarktung aufgebaut war.

Mitarbeiterein Evelyn Krasulsky füllt Milch ab. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Evelyn Krasulsky, Foto: BLE

Die einzelnen Betriebszweige Ackerbau (98 ha, Feldfutterbau und Getreide sowie 35 ha Grünland), Milchviehhaltung (50 Kühe der Rasse Holstein Friesen und Braunvieh mit Nachzucht), Bäckerei, Molkerei und Vermarktung werden durch fachkompetentes Personal geleitet und tragen so zum Erfolg des Betriebes bei. Insgesamt wurden 14 Arbeitsplätze sowie ein Ausbildungsplatz auf dem Betrieb geschaffen. Da der Familienbetrieb großen Wert auf Regionalität legt, trägt dieser auch zur Stärkung der Wirtschaftskraft in der Region bei. Beispielsweise wird das hofeigene Getreide in einer mittelständischen Mühle der Region, die mit Wasserkraft betrieben wird, zu Mehl verarbeitet. Durch die Erweiterung des Sortiments mit Biomehl ist es der Mühle gelungen, ihre Existenz zu sichern und wirtschaftlich zu arbeiten.

Kalb auf Pfarrgut Taubenheim. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Kalb auf Pfarrgut Taubenheim. Foto: BLE

Vermarktet wird prioritär ausschließlich in der engeren Umgebung, selbst dann, wenn Aufträge aus großer Entfernung – insbesondere für die Bäckerei – angeboten werden. Die Tatsache, dass die belieferten Verbraucher die Personen des Erzeugerbetriebes persönlich kennen, schafft Vertrauen zu der im Kreis Meißen noch vergleichsweise wenig bekannten Öko-Produktion. Darum wird den Abnehmern ermöglicht, den Betrieb zu besuchen und selbst Einblick in die Abläufe zu erhalten. Die vertrauensbildende Maßnahmen, die durch den deutlich nach außen vertretenen Betriebsnamen, der sich auf allen Produkten wiederfindet, haben sich bewährt. Der Betrieb verzeichnet einen permanenten Kundenzuwachs.
Die Offenheit des Betriebes, sowohl für Kunden als auch für in der Politik aktive Personen oder Verbandsvertreter, prädestiniert ihn als Vorzeigebetrieb für die ganze Region – als solcher wird er bis heute auch häufig genutzt.

Letzte Aktualisierung: 18.01.2009