Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Weingut Janson Bernhard

C. Bernhard, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Christine Bernhard vor dem mit Kiwis begrünten Innenhof.

Begründung der Jury

Das Weingut Janson Bernhard hat sich für den Bereich Gesamtbetriebliche Konzeption beworben und wird von der Jury für Platz 1 nominiert. Diese Empfehlung wird vorrangig mit dem Pioniergeist und erfolgreichen Engagement der Betriebsinhaberin für eine intensive Verknüpfung der verschiedenen Aspekte von Ökologie, Wein und Kultur als aktiv gelebte  Form des Begriffes Agrarkultur begründet. Das Konzept ist sehr gut auf andere Betriebe übertragbar, wenn diese das Potential erkennen, was in dem erweiterten Begriff ökologische Agrarkultur steckt. Es fordert dazu auf, die eigenen Wurzeln und Stärken zu entdecken und seine eigene ganz besondere Betriebskultur zu entwickeln. Die Jury bewertet dieses Betriebskonzept als besonders vorbildlich für die Stärkung der Stadt- Landbeziehungen und misst ihm eine große Vorbildwirkung zu. Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Konzeptes waren nicht nur Visionen notwendig, die die Betriebsinhaberin seit 15jähriger ökologischer Bewirtschaftung tragen, sondern Mut und Ausdauer und eine ausgeprägte Fähigkeit zur Arbeit in Netzwerken mit den verschiedensten Akteuren in der Region und weit über die Region hinaus.



Landschaft, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Ausblick auf die Weinberge des Weingutes Janson Bernhard.

Im Betrieb werden auf 9,8 Hektar verschiedene Weinsorten angebaut, wobei auch hier der Weinkulturbegriff im Rebenanbau als Zusammenspiel von Tradition und Moderne verstanden wird. Von 2002 bis 2009 fanden auf dem Betrieb Sorteneignungsversuche statt und es erfolgte die Anlage eines PiWi-Weinberges mit acht verschiedenen pilzwiderstandsfähigen Sorten. Im historischen Schauweinberg werden zahlreiche Führungen angeboten, um traditionelle regionale Schnittmethoden nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Der Erhaltung und Förderung der Biodiversität werden durch zahlreiche Maßnahmen im Betrieb, wie zum Beispiel Erhalt von Bruchsteinmauern in und um die Weinberge herum, durch aktiven Vogelschutz oder durch den Bau von Wildbienenhotels besondere Rechnung getragen.

Park, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Der umliegende Park des Weingutes ist wunderschön.

Der 1,2 Hektar große angeschlossene Park mit über 100jährigem Exotenbaumbestand wird liebevoll gehegt und gepflegt und steht das ganze Jahr über der klassischen Kultur auf dem Lande offen. Auch hier wird Gartenkultur gelebt zum Beispiel durch das aktive Engagement als Mitglied der Initiative "offene Gärten Pfalz und Elsass" seit dem Jahre 2000.

Neben der Bewahrung und Förderung der ökologischen Weinkultur ist besonders die Verknüpfung der Lebenskultur mit den Möglichkeiten und Potentialen des ländlichen Kulturraumes ein besonderes Anliegen im Betrieb. Die besondere Herausforderung an die Betriebsleiterin und ihre zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern  besteht in der Vielfalt der kulturellen Angebote und der großen Bandbreite von im Netzwerk zu bearbeitenden Themen, eng geknüpft an die ökologische Weinproduktion und Kelterei. Zahlreiche Veranstaltungen um "Wissen und Genießen" wie Weinseminare,  Wildkräutersammlungen im Weinberg, Kochseminare und andere Mitmachangebote bringen jährlich Hunderte von Gästen ins Weingut.

Festsaal, Klick führt zui Großansicht im neuen Fenster
Der ehemalige Kuhstall wurde als Festsaal für Kulturveranstaltungen umgestaltet.

In der eigenen Gutsküche werden Produkte mit jahreszeitlichen Bezügen, aus regionalen biologischen Zutaten und nach alten Pfälzischen Familienrezepturen hergestellt. Traditionen werden lebendig gewahrt. Mit der Förderung der klassischen Kultur auf dem Lande leistete der Betrieb Pionierarbeit und das ohne jegliche institutionelle Förderung. Junge Klassikmusiker nutzen das Ambiente des historischen Gutes und Parks genau so gern wie Solisten des Gewandhausorchesters, Theateraufführungen und Lesungen bereichern das kulturelle Angebot das ganze Jahr über. Ziel dieser Veranstaltungsreihen ist es, Menschen, die immer weniger in landwirtschaftlichen Bezügen leben und den direkten Kontakt zu Jahreszeiten und Lebensmittelproduktion weitgehend verloren haben, ein Stück Bodenhaftung, Stabilität, Regeneration und regionale Identität wieder zurückzugeben. Damit werden die Werte des ländlichen Raumes in hervorragender Weise herausgearbeitet und weiter gegeben.

Jury, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Jury des Förderpreises Ökologischer Landbau freute sich über den freundlichen Empfang.

Für den Betriebserfolg und für eine erfolgreiche Netzwerkarbeit spielt das große gesellschaftliche Engagement der Betriebsleiterin zum Beispiel im Hauptausschuss des Pfälzer Weinbauverbandes seit 2006, in ihrer Arbeit als Vorsitzende "Pheromon Anwendergemeinschaft Zellertal", bei der aktiven Mitgliedschaft im ECO VIN – Verband seit 1993, als Mitglied bei den Landfrauen, im NABU oder im Zellertaler Vogelschutzverein eine herausragende Rolle.

Das persönliche Engagement der Betriebsleiterin über die einzelbetriebliche Sicht hinaus sowie die Freude im Netzwerk zu arbeiten ist ein Schlüssel zum Betriebserfolg und schafft eine überragende Akzeptanz des Betriebes in der gesamten Region. Dadurch wird das gesamte Image des ökologischen Weinbaus, aber auch der gesamten ökologischen Landwirtschaft erheblich gestärkt.

Letzte Aktualisierung: 18.01.2011