Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


De Fischer ut Grambek

Hinweis:

Der Betrieb wirtschaftet seit dem 1.1.2016 nicht mehr ökologisch.

Förderpreis 2012: De Fischer ut Grambek

Michael Bothstede, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Begründung der Jury

Die Jury schlägt den Biolandbetrieb "De Fischer ut Grambek" als Preisträger vor, der sich für den Bereich "Tierhaltung, Tierzucht und –fütterung" beworben hat, weil er eine mit Naturschutzbelangen abgestimmte ökologische Teichwirtschaft betreibt und neue, innovative Formen der Fischfütterung eingeführt hat.

Der Fischverzehr, auch in der Bundesrepublik, nimmt zu, die Überfischung der Weltmeere auch. Eine Lösung ist  ökologische und artgerechte Fischzucht, wie sie vom "De Fischer ut Grambek" betrieben wird. In 44 naturnah gestalteten Teichen mit insgesamt 32 Hektar Wasserfläche werden vorwiegend Karpfen, aber auch Schleie, Hecht und Wels als Beifische gehalten. Die Besatzdichte ist so gewählt, dass 50 Prozent des Gesamtzuwachses der Fische aus der Naturnahrung in den Teichen erfolgt.



Teich mit Enten, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Um eine möglichst hohe Eigenproduktion der Teiche an Fischnährtieren zu erreichen, werden Enten mit Fischen in Polykultur gehalten. Dazu sind bedrohte Nutztierrassen wie die Orpington- oder Pommernente ausgewählt worden. Die Teiche sind eingehaust, das heißt mit Netzen überzogen worden, damit ein gewisser Schutz vor Kormoranen gewährleistet ist, der in früheren Jahren beim "De Fischer ut Grambek" große Verluste vor allem an Jungfischen verursacht hat. Hierbei handelt es sich um eine sehr naturschutzverträgliche Lösung. Ebenso werden Laich- und Jungfischteiche durch eingegrabenen Maschendraht und Elektrozaun vor Fischotter geschützt.

Teich mit Netzen, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Als Ergänzung zum natürlichen Futterangebot muss vor allem im Jungfischstadium zugefüttert werden. Seit einigen Jahren setzt "De Fischer ut Grambek" mit Erfolg Reinigungsreste von Getreide eines benachbarten Demeter-Hofes ein, die neben Bruch- und Schmachtkörnern auch Reste von Wildkräutern und Insekten enthalten. In Zusammenarbeit mit der Uni Kiel wird zur Zeit untersucht, ob das eine rentable und effektive Fütterungsvariante in der ökologischen Karpfenerzeugung darstellt. "De Fischer ut Grambek" möchte in Zukunft vermehrt Insekten als tierische Eiweißfutterquelle einsetzen, denn Fischmehl oder Soja (häufig genmanipuliert), wie es sonst noch in Aquakulturen eingesetzt wird, ist keine dauerhafte Alternative mehr für die Zukunft. Nicht zuletzt trägt "De Fischer ut Grambek" als Demonstrationsbetrieb im "Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" durch zahlreiche Vorträge, Teichführungen und Mitarbeit in Verbänden dazu bei, dass das Wissen um ökologische Fischzucht in der Öffentlichkeit bekannter wird.

Letzte Aktualisierung: 10.01.2012