Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Pappelhof, Wollinsky & Preuß GbR

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Die Kooperationsgemeinschaft des Pappelhofes: Rüdiger Preuß, Götz Wollinsky und Thomas Wolff (von links), Copyright: Pappelhof

Laudatio anlässlich der Preisverleihung

Der Pappelhof hat sich für den Bereich Gesamtbetriebliche Konzeption beworben und wird von der Jury für Platz 2 nominiert. Diese Empfehlung wird vorrangig begründet durch die besonders anzuerkennenden vorbildlichen Leistungen für die Entwicklung und Stärkung regionaler Strukturen im ökologischen Landbau und die erfolgreiche Umsetzung eines innovativen Gesamtbetriebskonzeptes mit einer inzwischen vollständig eigenständigen Energieversorgung. Der Betrieb ist Mitglied im Biolandverband.



Möhrenernte, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Möhren vom Pappelhof werden frisch geerntet und landen direkt in den Abokisten von Queerbeet, Copyright: BLE, BÖLN

Der Pappelhof überzeugt sozial als auch wirtschaftlich durch ein inzwischen fast zwanzigjähriges sehr erfolgreiches Unternehmenskonzept. 1995 übernahm Götz Wollinsky den elterlichen Hof und stellte ihn zusammen mit seinem Kollegen Rüdiger Preuß auf die ökologische Bewirtschaftung um. Die Vision vom gemeinsamen Arbeiten und Leben und die ökologische Landwirtschaft wurde überzeugend umgesetzt. Heute arbeiten auf dem Hof neun Mitarbeiter auf 42 Hektar Ackerfläche wo Getreide, Kartoffeln und eine Vielfalt von Obst und Gemüse produziert werden.

Durch die Ansiedlung verschiedener Biounternehmen in den vergangenen 15 Jahren und deren gezielte Integration in das Betriebskonzept hat es Götz Wollinsky zusammen mit seinen MitstreiterInnen sehr gut verstanden, eine lebendige und wirtschaftlich erfolgreiche Bio-Betriebsgemeinschaft aufzubauen.

Gemüsevielfalt, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Im Bioladen des Pappelhofes können sich Verbraucherinnen und Verbraucher mit ökologisch produzierten Produkten versorgen, Copyright: BLE, BÖLN

Der Pappelhof gilt schon seit Jahren als Modellbetrieb im Bereich eigenständige Energieversorgung. Durch die gesamtbetriebliche Konzeption der auf dem Pappelhof angesiedelten Betriebe wurde es möglich, die gesamte  Energieversorgung unter Beachtung von umweltkritischen und  ressourcenschonenden Kriterien zu planen und zu realisieren.

Der Unternehmenserfolg vom Pappelhof liegt in dem besonders innovativen Konzept, welches auf einer am gemeinsamen Vorteil ausgerichteten Form der engen Kooperation einzelner, auf dem Pappelhof angesiedelter Betriebe vorbildlich umgesetzt wurde. Der Pappelhof bildet dafür als landwirtschaftlicher Betrieb die räumliche und fachliche Grundlage. In der Biobetriebsgemeinschaft arbeiten derzeit drei erzeugende und zwei vermarktende Betriebe mit insgesamt 67 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eng vernetzt miteinander. Für die Erzeuger ist ein großer Teil des Absatzes durch die Vermarktungsgesellschaft  Querbeet und den auf dem Hof angesiedelten Bioladen gesichert.

Gemüsevielfalt, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Gemüsevielfalt im Hofladen, Copyright: BLE, BÖLN

Die gesamtbetriebliche Win-Win Situation für erzeugende und vermarktende Betriebe auf einem Hof bietet die Chance für ein gesundes Wachstum mit klarem Fokus auf die Weiterentwicklung von regionalen Strukturen. Kurze Transportwege reduzieren Kosten, Lager- und Kühlmöglichkeiten werden optimal ausgenutzt, der Anbau abgestimmt und Verluste reduziert.

Um das erreichte Kundenvertrauen zu stärken setzt der Pappelhof auf Transparenz und der Verbrauchernutzen liegt klar auf der Hand: Frische Produkte und hohe Qualität aus der Region mit den entsprechenden saisonalen Schwerpunkten. Die Kundinnen und Kunden honorieren das. Zu den zahlreichen Verbraucherveranstaltungen wie Kartoffeltagen, Möhrentagen oder Hoffesten kommen Tausende Besucher auf den Hof. Für diese ist der Pappelhof heute weit mehr als ein erfolgreicher landwirtschaftlicher Betrieb mit Modellcharakter hinsichtlich seiner autarken Stromversorgung und seiner nachhaltigen Bewirtschaftung. Er bietet auch Platz zum Wohlfühlen und zum Genießen der erntefrischen Köstlichkeiten.

Aus heutiger Sicht haben der Betriebsleiter Götz Wollinsky zusammen mit seinem Kollegen Rüdiger Preuß schon 1995 mit ihrer Idee zum gemeinsamen Arbeiten und Leben auf dem Pappelhof die Saat ausgebracht für die Lösung vieler aktueller gesellschaftlicher Anforderungen: Übernahme des elterlichen Betriebes und erfolgreicher Generationswechsel auf dem Betrieb, umweltgerechte Landwirtschaft durch Umstellung des Betriebes auf die ökologische Landwirtschaft, enge wirtschaftliche, soziale und kulturelle Vernetzung in der Region zur Stärkung des ländlichen Raumes, Schaffung von attraktiven Arbeitsplätzen, hohe Wirtschaftlichkeit und Integration des gesamten Betriebes in eine eigene Energieversorgung.

Mit seinem vorbildlichen Engagement für eine nachhaltige Regionalentwicklung und seinem innovativen Energiekonzept steht der Pappelhof aus Sicht der Jury beispielgebend für eine nachhaltige, regional orientierte, soziale und besonders innovative Landwirtschaft.

Letzte Aktualisierung: 25.01.2013