Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Stautenhof

Familie Leiders, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Laudatio anlässlich der Preisverleihung

Der Familienbetrieb Stautenhof hat sich im Bereich "Gesamtbetriebliche Konzeption" beworben. Der Stautenhof liegt in Willich/Rheinland bei Kaarst im Dreieck Mönchengladbach, Düsseldorf, Krefeld. Er bewirtschaftet 45 ha und hält 50 Zuchtsauen, 400 Mastschweine, 20 Schafe, 1.200 Legehennen und 2.000 Hähnchen.



Hühnermobil, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Hintergrund für den Betriebserfolg des Stautenhofes ist ein authentisches und integratives Betriebskonzept, das sich von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Vermarktung erstreckt. Die handwerkliche Verarbeitung auf dem Betrieb und die Ab-Hof-Vermarktung nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Der Schwerpunkt liegt in der tierischen Erzeugung und hier speziell in den Bereichen Geflügel und Schweine. Legehennen werden in Mobilställen, Masthähnchen in versetzbaren Ställen - dem Feldfutterbau (Kleegras) folgend - und Zuchtsauen in familiärer Gruppenhaltung gehalten. Auch die Aufzucht der Junghennen und der Hähnchen erfolgt im eigenen Betrieb. Besonders hervorzuheben ist, dass die jeweils verantwortlichen Bereichsleiter ihre Tiere bis zur Schlachtung begleiten, was erheblich zur Verminderung von Stresssituationen beim Schlachten beiträgt. Um das volle Fleisch- und Wurstsortiment anbieten zu können, werden darüber hinaus Rinder und Schafe von anderen Biobetrieben zugekauft, in einer regionalen Schlachterei geschlachtet und auf dem Stautenhof verarbeitet.

Fleischtheke, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Kartoffeln sind das einzige auf dem Hof erzeugte Produkt, das nicht ausschließlich über den Hofladen vermarktet wird. Im Hofladen, der ein Biovollsortiment bietet, werden darüber hinaus eine Vielfalt an Gemüsearten angeboten, die in einer kreativen Kooperation mit einem benachbarten Biobetrieb (spezialisierter Gemüsebaubetrieb) auf Ackerflächen des Stautenhofes für den Hofladen des Stautenhofs angebaut werden.

Garten des Stautenhofes, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Hervorzuheben ist auch die Schaffung von 55 Arbeitsplätzen in Voll- und Teilzeit, darin enthalten sind sechs Ausbildungsplätze. Der Betrieb bietet seinen Kunden finanzielle Beteiligung an der Betriebsentwicklung über Genussscheine an. Zinsen kommen über Einkaufsgutscheine zur Auszahlung. Die Abwärme der mit diesem Konzept mitfinanzierten Backstube wird zum Beheizen der Aufzuchtställe für die Legehennen genutzt.

Die Hofnachfolge auf dem Stautenhof scheint gesichert, eine Tochter ist ausgebildete Landwirtin, die zweite – noch zum Gymnasium gehende - kann sich einen Einstieg in den Bereich Vermarktung gut vorstellen.

Der Stautenhof ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich flächenmäßig eher schwach ausgestattete Betriebe in für die Direktvermarktung günstiger Lage erfolgreich entwickeln können.

Letzte Aktualisierung: 23.01.2014