Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Hof Kaemena

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Bundesminister Schmidt mit den beiden Betriebsleiterfamilien Kaemena. Foto: BMEL, Holger Gross

Laudatio anlässlich der Preisverleihung

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Staatssekretär Peter Bleser, Birte und Harje Kaemena sowie Heike und Bernhard Kaemena

Laudatorin: Christina Zurek
(Es gilt das gesprochene Wort.)

Die 300 Jahre alte Hofstelle der Familie Kaemena liegt vor den Toren Bremens im sogenannten Bremer Blockland. Der Hof ist ein Milchviehbetrieb auf dem zur Zeit vier Generationen leben und arbeiten. Wie dies gelingen kann, zeigt das generationsübergreifende Denken der Familie. Schon frühzeitig  haben sich der jetzige Betriebsleiter und seine Frau - auch mit Hilfe von außen - konstruktiv die Frage gestellt, wie es gelingen könne, der nachwachsenden Generation eine Zukunft im Blockland zu ermöglichen. Mit Sohn und Schwiegertochter wurde das Hofkonzept weiterentwickelt, damit diese auch für sich eine Zukunft in der Bewirtschaftung des Hofes sehen. Durch die Dialogbereitschaft zwischen Jung und Alt ist das jetzige Betriebskonzept entstanden. In Zeiten, in denen viele Biobetriebe um die Betriebsnachfolge ringen, ist dies ein wichtiges Beispiel für eine innovative und vorausschauende Betriebsentwicklung.

Mit der Umstellung auf die ökologische Wirtschaftsweise entstand der Wunsch, die Milch möglichst hofnah zu vermarkten. Auch hier ging die Familie ungewohnte Wege. Mutter und Sohn begannen 2005,  die gute Bio-Milch zu leckerem Speiseeis zu veredeln, das  handwerklich in der hofeigenen Speiseeismanufaktur hergestellt wird. Die Eis-Sorten, die im hofeigenen Cafe verkauft werden, orientieren sich an den Jahreszeiten. So können Jung und Alt den Jahreslauf auch kulinarisch mitverfolgen.

Mit dem Entschluss, das Speiseeis direkt vor Ort im hofeigenen Cafe zu verkaufen, öffnete sich der Betrieb einer breiten Öffentlichkeit. Viele hundert Menschen strömen an sonnigen Wochenenden oder zu den auch überregional beliebten Hoffesten auf den Betrieb. Auf dem Hof Kaemena ist immer "Tag der offenen Tür". Damit wirtschaften die Kaemenas nicht nur ökologisch und erhalten eine wertvolle Kulturlandschaft, sondern sie zeigen vielen Menschen, wie Landwirtschaft, Kunst, Kulinaristik und Kultur zusammenhängen.

Der neu gebaute Stall für die 77-köpfige Milchviehherde mit Nachzucht wurde dementsprechend so eingerichtet, dass Hofbesucher vor Ort sehen können, wie artgerechte ökologische Milcherzeugung funktioniert. Größtmögliche Transparenz in der Produktion wird hier alltäglich gelebt.

Gewürdigt wird mit dem Preis auch die Tatsache, dass die mutige Umstellung des Betriebs auf ökologische Wirtschaftsweise wichtige Impulse für die gesamte Region mit sich gebracht hat. Inzwischen haben sechs weitere Milchviehbetriebe die Umstellung gewagt. Sie pflegen und bewirtschaften zusammen nun knapp 600 Hektar Bio-Grünland im Blockland. In der ortsansässigen Molkerei konnte so eine regionale Biomilchverarbeitung entstehen, die Bremen und das Umland mit ökologischem Frischkäse, Sahne, Joghurt und natürlich Frischmilch versorgt.


Letzte Aktualisierung: 20.01.2016