Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Hofgut Oberfeld Landwirtschaft AG

Gruppenbild
Bundesminister Schmidt mit Vertreterinnen und Vertretern von Hofgut Oberfeld nach der Preisverleihung, Foto: BMEL, Holger Gross

Laudatio anlässlich der Preisverleihung

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Von rechts nach links: Staatssekretär Peter Bleser, Thomas und Kathrin Goebel, Will Schaumann

Laudator: Prof. Dr. Jürgen Heß
(Es gilt das gesprochene Wort.)

Das Hofgut Oberfeld überzeugte uns durch Innovationen, besonders durch eine eigene Innovation, nämlich die der Bürgeraktiengesellschaft. Diese wurde von Menschen in der Region mit Hilfe der Software AG-Stiftung gegründet,  die sich dem Zerfall eines landwirtschaftlichen Betriebes in der Großstadt entgegenstellten.

Aber  auch durch eine Vielzahl weiterer Innovationen überzeugte das Hofgut Oberfeld, die das noch sehr junge Team der Betriebsleiter mit seiner Mannschaft in so kurzer Zeit, das heißt in den letzten zehn Jahren, auf der Domäne Oberfeld eingeführt hat. Auf der Hofführung bekommt man den Eindruck, es gäbe das Buch der Innovationen für den Biolandbau, die Verantwortlichen hätten es gelesen und bereits zu großen Teilen umgesetzt.

Zu nennen wären:

  • Die mobile Legehennenhaltung: mit dem Konzept gelingt es die Hühner in die Fläche zu bringen und so die oft problematische Akkumulation von Hühnerkot und damit von Nährstoffen im stallnahen Bereich zu unterbinden.
  • Muttergebundene Kälberhaltung: Verbraucher können oft nicht verstehen, wieso auch im Biolandbau die Kälber so früh von der Mutter genommen werden. Oberfeld gehört zu den Pionieren, die zeigen, dass und wie eine muttergebundene Haltung von Kälbern möglich ist.
  • Die Gemüseselbsternte ist ein Konzept, bei dem Verbraucherinnen und Verbraucher Teil des landwirtschaftlichen Betriebes werden. Sie übernehmen eine vom  Betrieb fertig bestellte Parzelle und kultivieren auf eigenes Risiko ihr eigenes Gemüse. Kinder bekommen hier früh einen prägenden Zugang zur Erzeugung von Lebensmitteln und zur Landwirtschaft, Erwachsene eine hohe Wertschätzung bezüglich der engagierten Tätigkeit der Landwirte, die ihnen ja täglich und auch an Wochenenden auf dem Betrieb präsent sind.
  • Die gläserne Landwirtschaft mit Integration von Kindergärten: Diese Landwirtschaft ist vorzeigbar! Oberfeld gewährt nicht nur den Gemüseselbsternterinnen und -erntern großzügig Einblicke in das eigene Wirtschaften. Auch Spaziergänger haben Zugang und für Kindergärten gibt es eigene Möglichkeiten teilhabende Bildungsarbeit auf dem Hof zu praktizieren.

Oft hört man, die Landwirtschaft hat sich weg entwickelt von den Bildern, die die Gesellschaft von ihr im Kopf hat. Auf die Domäne Oberfeld trifft genau das Gegenteil zu. Oberfeld zeigt, wie innovative Landwirtschaft – ganz nah am und vor allen Dingen auch mit dem sogenannten Verbraucher aussehen kann. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie sich der Betrieb weiter entwickelt. Und ich bin sicher, das ist noch nicht zu Ende! Neben der Festigung des Erreichten werden sicher auch künftig weitere Innovationen Einzug auf der Domäne Oberfeld halten.


Letzte Aktualisierung: 20.01.2016