Betriebsporträt: Naturlandbetriebe Vogt, Henninger und Neder

Naturlandbetriebe Vogt, Henninger und Neder in der Rhön in Verbindung mit der Markgesellschaft der Naturland Bauern AG

Züchten und Vermehren für den Ökolandbau

Die Bewerbergemeinschaft der Naturlandbetriebe Vogt, Henninger und Neder in der Rhön in Verbindung mit der Markgesellschaft der Naturland Bauern AG 

Die Anbauflächen für Leguminosen wie Ackerbohne, Erbse und Lupine sind über viele Jahre hinweg deutlich zurückgegangen, auch im Ökologischen Landbau. Stark schwankende Erträge und eine schwache Unkrautunterdrückung machten den Anbau für Biobäuerinnen und -bauern unattraktiv. Doch damit wollten sich die Naturland Betriebsleiterin Kornelia Vogt und ihre Kollegen Ralf Henninger und Günter Neder nicht zufrieden geben. Gemeinsam mit Michael Konrad, Ressortleiter Saatgut bei der Markgesellschaft der Naturland Bauern AG, begann die Marktgemeinschaft damit, die Züchtung und Vermarktung von Leguminosen speziell für den Ökolandbau voranzutreiben, um den Bedeutungsverlust zu bremsen.



Der erste Erfolg gelang dem Team bereits 2002, als ein Vertrag mit einem italienischem Sortenschutzinhaber über die Wintererbsensorte E.F.B.33 geschlossen werden konnte. Damit war die Gemeinschaft berechtigt, eine Erhaltungszüchtung auf allen Stufen der Vermehrung durchzuführen. Winterformen von Leguminosen zeichnen sich generell aufgrund ihrer Langstrohigkeit durch eine gute Unkrautunterdrückung aus und sind zudem unempfindlicher gegenüber Frühjahrstrockenheit. Diese Vorteile bietet auch E.F.B. 33, weshalb die Sorte inzwischen wieder im Ökolandbau etabliert ist und immerhin auf über 200 Hektar angebaut wird, meist im Gemenge mit Getreide. 

Darüber hinaus gelang es der Marktgemeinschaft, zwei weißblühende und damit tanninarme (gerbstoffarme) Wintererbsen-Linien aus einem amerikanischen Sortiment zu selektieren und dafür in Österreich eine Zulassung unter den Sortennamen "Pandora" und "Specter" zu erhalten. Außerdem wurde gemeinsam mit der Universität Göttingen in einem Forschungsprojekt des Bundesprogramms ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) aus altem Zuchtmaterial eine Sommerackerbohnenpopulation auf Langstrohigkeit selektiert, die in Landessortenversuchen Spitzenerträge brachte.

Von besonderer Bedeutung für die ökologische Saatgutzüchtung ist jedoch, dass die Bewerbergemeinschaft ihre gesamte Erhaltungszüchtung und alle Stufen der nachfolgenden Vermehrung unter ökologischen Bedingungen durchführt und in die übliche Fruchtfolge der Betriebe einbindet. Das macht es wesentlich leichter, die Eignung einer Sorte für den Ökolandbau zu erkennen und sie für weitere Züchtungsfortschritte zu nutzen. Bei üblichem Öko-Z-Saatgut ist dies nur eingeschränkt möglich. Denn die rechtlichen Vorgaben verlangen nur in der letzten Vermehrungsstufe den Anbau unter ökologischen Bedingungen. 

Die Bewerbergemeinschaft der Naturlandbetriebe Vogt, Henninger und Neder in Verbindung mit der Markgesellschaft der Naturland Bauern AG leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Saatgutangebotes von Körnerleguminosen im ökologischen Anbau.

Letzte Aktualisierung 26.01.2016

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