Obstparadies Staufen

Obstparadies Martin Geng in Kombination mit Obstmanufaktur Johannes Geng

Begr√ľndung der Jury f√ľr die Vergabe des Bundeswettbewerbs √Ėkologischer Landbau 2019

Das Obstparadies zeichnet sich im Bewerbungsbereich "Gesamtbetriebliche Konzeption" in folgenden Punkten als besonders preisw√ľrdig aus:

  • Obstanbau aus hochst√§mmigen Streuobstbest√§nden ohne jeglichen Spritzmitteleinsatz f√ľr den Direktverkauf als Tafelobst sowie f√ľr die Verarbeitung
  • Hohe Sortenvielfalt beim Obstanbau mit gezielter F√∂rderung alter Obstsorten
  • Umfangreiche F√∂rderung der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten durch Nisthilfen, Hecken, Teiche und Steinriegel
  • Vermarktung der Obst- und Pflanzenvielfalt mit fast 120 verschiedenen Verarbei-tungsprodukten wie alkoholfreien Seccos, Lik√∂ren, Fruchtaufstrichen oder sortenrei-nen S√§ften
  • Intensive √Ėffentlichkeitsarbeit zum Thema Obstsortenvielfalt mit rund 2.000 Besucherinnen und Besuchern und 45 F√ľhrungen im Jahr

Das Obstparadies von Martin Geng in Kombination mit dem Verarbeitung- und Vermarktungsunternehmen (Manufaktur) Johannes Geng erzeugt Obst auf 15 Hektar in klimatisch g√ľnstiger Lage am Fu√ü des Schwarzwalds ohne jeglichen Einsatz von Spritzmitteln. Als Quereinsteiger hat Martin Geng seit 2009 auf seinen Fl√§chen √ľber 1.600 gro√ü- und mittelkronige B√§ume gepflanzt und zahlreiche Hecken, Steinbiotopen, Teichen und Bl√ľhstreifen angelegt. J√§hrlich werden 2.500 landschaftspr√§gende Streuobstb√§ume gepflegt und beerntet. Neben 300 Apfelsorten, 70 Birnensorten und 40 Pflaumen- und Zwetschgensorten werden Quitten, Mirabellen oder Waln√ľsse, aber auch ausgefallene Obstarten wie Indianerbananen, Kiwis, Datteln, Nordische Zitronen und Kakis angebaut. Erg√§nzt wird das Sortiment durch zahlreiche Wildobstarten wie Ebereschen, Mehlbeeren, Traubenkirsche, Hagebutten, Felsenbirne, Kornelkirsche und Holunder. Zw√∂lf Bienenv√∂lker sorgen auf den Obstfl√§chen f√ľr die Best√§ubung der Bl√ľten.

Durch das Engagement von Martin Geng wird eine alte Obstbautradition in der Vorbergzone des Schwarzwalds fortgef√ľhrt und damit ein wichtiger Beitrag zur F√∂rderung der Landschaftskultur und zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet. Auf dem Areal befinden sich rund 1.800 Nisthilfen f√ľr V√∂gel, Flederm√§use, Hornissen, Eulen und Wildbienen. Schon nach kurzer Zeit haben sich einige seltene oder gef√§hrdete Tierarten in den Obstwiesen angesiedelt. Dazu geh√∂ren Eidechsen, Ringelnattern, Rebh√ľhner, Feldhasen, Wiedehopf, Wendehals und Steinkauz.

Martin Geng betreibt seinen Obstanbau mit hochst√§mmigen B√§umen konsequent ohne Pflanzenschutzmittel. Dies setzt eine intensive Beobachtung der Best√§nde und eine aktive F√∂rderung von N√ľtzlingen voraus, unter Ber√ľcksichtigung nat√ľrlicher Kreisl√§ufe. Die Fl√§chen werden nicht komplett gem√§ht, damit stets ausreichend Bl√ľten f√ľr Insekten vorhanden sind. Faule Fr√ľchte werden von der Fl√§che konsequent entfernt und kompostiert, um den Pilzdruck zu minimieren. Entgegen aller Empfehlungen durch die Berater und ohne √∂ffentliche F√∂rdermittel wurde innerhalb von wenigen Jahren ein Betrieb aufgebaut, der auch wirtschaftlich erfolgreich ist.

Bis zu 20 Prozent des Obstes werden  als Tafelobst im Hofladen direkt verkauft. Was nicht als Tafelobst vermarktet wird, verarbeitet Johannes Geng in der "Manufaktur" des Betriebs zu hochwertigen Spezialit√§ten. Grundlage sind etwa 75 Tonnen Mostobst aus eigener Ernte sowie rund 30 Tonnen von benachbarten Biobetrieben. Mit fast 120 Produkten wie alkoholfreien Seccos, Sirup, Fruchtaufstrichen, Streuobst-Cuv√©es, sortenreinen S√§ften und 54 verschiedenen Lik√∂ren wird eine hohe Wertsch√∂pfung erzielt. Hinzu kommen ausgefallene Obstarten und Bl√ľhpflanzen, mit denen ein Markt f√ľr Kundinnen und Kunden in der Gastronomie, im regionalen Fachhandel und in der Direktvermarktung erschlossen wurde. Mit zahlreichen F√ľhrungen √ľber die Fl√§chen vermitteln die Betriebsleiter zudem rund 2.000 Besucherinnen und Bsuchern im Jahr die naturnahe Anbauweise und die √∂kologischen und kulinarischen Vorz√ľge einer gro√üen Obstsortenvielfalt.

Nach √úberzeugung der Jury hat es das Obstparadies von Martin Geng in Kombination mit der Obstmanufaktur Johannes Geng innerhalb weniger Jahre geschafft, eine √∂kologische Wertsch√∂pfung mit einer wirtschaftlichen Wertsch√∂pfung im schwierigen Umfeld des Erwerbsobstbaus erfolgreich zu verbinden. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur gezielten F√∂rderung der biologischen Vielfalt, insbesondere von Best√§ubern, und tragen zum Erhalt einer landschaftspr√§genden Anbaukultur in der Region bei. Das Engagement von Martin und Johannes Geng hat eine hohe Bedeutung f√ľr eine Erhaltung und Wiederbelebung des traditionellen Streuobstbaus durch gezielte Vermarktung und Verarbeitung des Obstes als Spezialit√§t mit hohem Geschmacks- und Naturschutzwert. Aus Sicht der Jury sind dies entscheidende Gr√ľnde f√ľr eine Nominierung als Preistr√§ger im Bundeswettbewerb √Ėkologischer Landbau.


Letzte Aktualisierung 24.01.2019

Kontakt Bundeswettbewerb

Bundesanstalt f√ľr Landwirtschaft und Ern√§hrung (BLE)

0228 / 6845 2917
Andreas Eckhardt

0228 / 6845 2926
Elmar Seck
 

boeln@ble.de

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Bundeswettbewerb √Ėkologischer Landbau 2021

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