Schinkeler Höfe

Begründung der Jury für die Vergabe des "Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau" 2020

Der Verbund Schinkeler Höfe zeichnet sich im Bereich "Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung" in folgenden Punkten als besonders preiswürdig aus:

  • Organisation einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) als Verbund von vier Bio-Unternehmen mit unterschiedlicher Spezialisierung, die es ermöglicht, eine sehr breite Produktpalette anzubieten.  
  • Entwicklung eines Solawi-Konzeptes, bei dem jeder Einzelbetrieb auch eigene Vermarktungswege über Hofläden und Wochenmärkte weiterführen kann. Das heißt, die Solawi-Beiträge sind nur ein Teil des betrieblichen Einkommens.
  • Bildung einer Solawi-Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft (EVG), die sich aus erfahrenen Bio-Pionierinnen und -Pionieren, Jungunternehmerinnen und -unternehmern sowie engagierten Verbraucherinnen und Verbrauchern zusammensetzt (Solawistas).
  • Sehr großes Engagement der Teilnehmenden, die in vielen Bereichen Verantwortung übernehmen und so dem Anspruch einer „solidarischen“ Landwirtschaft gerecht werden.  

Die Schinkeler Höfe sind ein Zusammenschluss von vier Unternehmen - drei landwirtschaftlichen Betrieben mit den Höfen Mevs, Rzehak und dem Wurzelhof sowie der Bäckerei Kornkraft. Der Verbund liegt im Großraum Schinkel bei Kiel. Alle vier Unternehmen wirtschaften seit den 1980er Jahren ökologisch, die Höfe Mevs und Rzehak bereits in der zweiten Generation.

Die Solidarische Landwirtschaft Schinkeler Höfe setzt als Zusammenschluss von Erzeugerbetrieben und Verbraucherinnen und Verbrauchern auf geschlossene Betriebskreisläufe und handwerkliche Verarbeitung und bekennt sich zur flächenbezogenen Nutztierhaltung als integralem Bestandteil der bäuerlichen Landwirtschaft. Feste Finanzierungszusagen sichern das Wirtschaften der Erzeugerbetriebe ab.

Im Jahr 2015 haben sich die vier Betriebe als wahrscheinlich erster Zusammenschluss mehrerer Erzeugerbetriebe und einer Gruppe von Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft (EVG) "Schinkeler Höfen" zusammengetan. In der Gemeinschaft verantworten die Betriebe die Erzeugung, während die beteiligten Solawistas die komplette Verwaltung und Logistik des Verbundes übernehmen. Die Verteilung der Lebensmittel erfolgt über selbst organisierte Depots.

Bewirtschaftet werden rund 150 Hektar. Die Produktpalette ist extrem vielfältig und reicht von verschiedenen Gemüsearten und Kräutern über Brot und weitere Backwaren, Kartoffeln, Eiern bis zu einer großen Auswahl an Milchprodukten von Ziegen und Kühen. Das gesamte Sortiment ist saisonal und regional und damit sehr klimaschonend. Jeder Betrieb bestimmt selbst, welcher Anteil seiner Erzeugnisse über die Solawista-Gemeinschaft vermarktet wird. Aktuell gibt es 170 Anteile, Tendenz steigend.

Über die üblichen vielfältigen Leistungen einer Solawi hinaus bietet das Konzept "Schinkeler Höfe" den Betrieben und den Solawistas folgende Vorteile:

  • Sicherung der betrieblichen Existenz als bäuerlicher Landwirtschafts- oder Gartenbaubetrieb mit vergleichsweise mittlerer oder geringer Flächenausstattung.
  • Einen weichen Übergang in das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft, weil die alten Vermarktungsstrukturen zunächst erhalten bleiben.
  • Eine sehr breite Produktpalette mit pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen.
  • Durch die im Konzept der Solawi integrierte Bäckerei ist die Prozesskette Brot komplett Teil der Schinkeler Höfe.

Insgesamt haben die Schinkeler Höfe damit beispielgebende Funktion. Vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft werden sie deshalb auch als "Leuchtturmprojekt" bezeichnet. Zunehmend melden sich interessierte Betriebe, um an den Erfahrungen der Schinkeler Höfe zu partizipieren. Aus Sicht der Jury waren diese Gründe entscheidend für die Nominierung der Schinkeler Höfe als Preisträger für den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2020.

Schinkeler Höfe, Solidarische Landwirtschaft
Großraum Schinkel, westlich von Kiel
Webseite: www.schinkeler-hoefe.de


Letzte Aktualisierung 10.01.2020

Kontakt Bundeswettbewerb

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

0228 / 6845 2917
Andreas Eckhardt

0228 / 6845 2926
Elmar Seck
 

boeln@ble.de

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