Bodenbearbeitung

Zielkonforme Bodenbearbeitung

Mit der Bodenbearbeitung wird eine entscheidende Grundlage f├╝r das pflanzliche Wachstum gelegt. Da im ├ľkolandbau durch den Ausschluss von leichtl├Âslichen Minerald├╝ngern und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln keine Korrekturen m├Âglich sind, ist der Bodenbearbeitung h├Âchste Sorgfalt zu widmen. Denn die Ertr├Ąge, das Unkrautgeschehen und die Pflanzengesundheit sind eng mit den Verh├Ąltnissen im Boden verbunden. Der ├Âkologische Landbau zeigt Bodenunterschiede deutlicher und verzeiht Bewirtschaftungsfehler weniger.

Standort begrenzt Einflussm├Âglichkeiten

Ackerbauliche Ma├čnahmen bewegen sich immer innerhalb der vom jeweiligen Standort vorgegebenen Grenzen. Diese sind in der Regel nicht ver├Ąnderbar. Lediglich durch eine ausreichende Kalk- und Humusversorgung k├Ânnen Bewirtschaftungsma├čnahmen zum Teil deutliche Verbesserungen bewirken. Kalk und Humus sind f├╝r eine Vielzahl direkter und vor allem indirekter Wachstumsfaktoren (zum Beispiel Bodenstruktur, Aktivit├Ąt des Bodenlebens, Mineralisierung) von entscheidender Bedeutung. Sie m├╝ssen m├Âglichst in einen optimalen Bereich gebracht und anschlie├čend gehalten werden.

Grundvoraussetzung f├╝r eine angepasste Bearbeitung ist eine Beurteilen des Ist-Zustandes. Hier k├Ânnen durch Beobachtung des Feldes oder der Best├Ąnde (Verschl├Ąmmung, Fahrspuren, Wachstumsdepression etc.) wichtige Indikatoren gesammelt werden. Dabei k├Ânnen auch aussagekr├Ąftige Zeigerpflanzen wie der Ackerschachtelhalm als Zeiger f├╝r nasse Verdichtung zus├Ątzliche Hinweise liefern.

Dar├╝ber hinaus ist die Spatendiagnose nach G├Ârbing sehr hilfreich. Ziel ist es, ├╝ber ein ungest├Ârtes Bodenprofil mit 30 bis 45 Zentimeter Tiefe Erkenntnisse ├╝ber das Innenleben des Bodens zu gewinnen Dazu geh├Âren zum Beispiel Wurzelwachstum, Struktur und Gef├╝ge, erkennbare Verdichtungen, Umsetzung organischer Substanz oder die Tiefe, in der sich Kn├Âllchenbakterien finden.

Lockerung, Vermeiden von Struktursch├Ąden und Verdichtungen

Da Pflanzen nur bedingt in der Lage sind, Sch├Ąden wie Verdichtungen zu beheben, muss die Bodenbearbeitung sehr sorgf├Ąltige erfolgen. So k├Ânnen etwa durch Vorziehen der Grundbodenbearbeitung auf den Zeitpunkt nach der Ernte zwei Probleme auf einmal gel├Âst werden:  Bodentemperaturen und die Bodenfeuchte sind zu diesem Zeitpunkt meist g├╝nstig, wodruch das Risiko f├╝r Sch├Ąden minimiert wird. Zudem ist noch gen├╝gend Zeit, die Lockerung ├╝ber eine Zwischenfrucht zu stabilisieren (Lebendverbauung).

Trocken arbeiten, Druck vermeiden

Wichtigster Grundsatz der Bodenbearbeitung im ├Âkologischen Landbau ist die passende Bodenfeuchte. Fehler durch zu nasse Bearbeitung sind innerhalb der folgenden Vegetation kaum wieder gut zu machen. Sowohl die Struktur (Bodenwiderstand), als auch die Porenverteilung und damit der Gasaustausch  in der Bodenluft werden dadurch beeintr├Ąchtigt. Das zeigt sich auch in einer deutlich reduzierten Umsetzung und Mineralisierung im Boden. Dar├╝ber hinaus verschlechert sich durch Verdichtungen auch die Durchwurzelbarkeit, so dass Pflanzen Schwierigkeiten haben, in tieferen Bodenregionen N├Ąhrstoffe aufzunehmen.

Neben der Bodenfeuchte spielen die auf den Boden einwirkenden Lasten und ihre Verteilung eine entscheidende Rolle. Die technischen L├Âsungen zur Verminderung von Bodenverdichtungen (Achslast, Bereifung, Reifendruck) sind im ├ľkolandbau als besonders wichtig.

Verdichtungen f├╝hren bremsen au├čerdem die Stickstoffnachieferung, was im ├ľkolandbau besonders problematisch ist. Ein Ausgleich ist auch ├╝ber Wirtschaftsd├╝nger nur in sehr engen Grenzen m├Âglich.Wegen der tendenziell knappen Stickstoffversorgung ist also auch die Bodenbearbeitung darauf auszurichten, innerhalb der bestehenden Grenzen optimale Werte zu erm├Âglichen.

Bodenbearbeitung spart D├╝ngung

Der Pflug hat im ├ľkolandbau einen besonderen Stellenwert, weil er in der Regel die intensivste Bodenlockerung erm├Âglicht. Daraus resultiert eine schnelle Erw├Ąrmung, was wiederum zu einer z├╝gigen Mineralisierung der N├Ąhrstoffe f├╝hrt. Es erweist sich eine alte Erkenntnis als besonders zutreffend f├╝r den ├ľkolandbau: "Bodenbearbeitung spart D├╝ngung" - wenn sie richtig erfolgt.

Daneben hat der Pflug aber noch in einen zweiten wichtigen Vorteil: Sowohl bei der Bek├Ąmpfung von Samen- als auch bei Wurzelunkr├Ąutern ist er sehr effektiv. Deshalb spielen Systeme zur Minimalbodenbearbeitung im ├Âkologischen Landbau so gut wie keine Rolle.


Letzte Aktualisierung 03.03.2017

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