Landwirtschaft


Landtechnik: Was unterscheidet Öko von Konventionell?

Striegel angebaut an Schlepper. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Der Striegel kommt überwiegend im Ökolandbau zum Einsatz. Foto: BÖLN, Thomas Stephan

In weiten Bereichen des Pflanzenbaus gibt es keine großen Unterschiede bei der technischen Ausstattung von ökologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben. So werden bei der Ernte, beim Transport oder der Aussaat nahezu die gleichen Maschinen verwendet. Es gibt jedoch Bereiche, in denen aufgrund der speziellen Produktionsweise im Ökolandbau andere Maschinen und Geräte zum Einsatz kommen. Bei der ökologischen Unkrautregulierung ist beispielsweise eine präzise und leistungsstarke Technik sehr wichtig, da keine Herbizide ausgebracht werden. Aus diesem Grund sind insbesondere für den Einsatz im Ökolandbau verschiedenste Hack- und Bürstensysteme sowie Verfahren zur thermischen Unkrautvernichtung entwickelt worden.

Mehr zur Technik der Unkrautregulierung

Alternativlos: Der Striegel

Der Striegel wird überwiegend im Ökolandbau verwendet und ist meist das erste Gerät, das bei der Umstellung angeschafft wird. Eingesetzt wird das Gerät zur Unkrautregulierung im Vorauflauf und in bereits aufgelaufenen Beständen. Die meist gefederten Zinken des Striegels verschütten die Unkräuter mit Erde oder reißen sie aus. Das Gerät sorgt zudem für eine optimale Krümelung der Bodenoberfläche und regt die Bestockung des Getreides an.

Kleine Striegelkunde

Miststreuer statt Gülletankwagen

Auch der Miststreuer ist eine Maschine, die heute überwiegend auf Ökobetrieben zu finden ist, denn im Unterschied zur konventionellen Tierhaltung, werden die Tiere im Ökolandbau überwiegend auf Stroh gehalten. Daraus ergibt sich, dass Gülletankwagen auf ökologischen Betrieben eher die Ausnahme sind. Selten zu finden sind zum Beispiel auch Pflanzenschutzspritzen, da Ökolandwirtinnen und -landwirte keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und flüssigen Mineraldünger ausbringen. Ausnahmen sind Betriebe mit ökologischem Obst-, Wein- und Kartoffelanbau, wo Kupferpräparate gegen Pilzkrankheiten zum Einsatz kommen. Einige Betriebe bringen auch Pflanzenstärkungsmittel mit der Spritze aus.

Das Ökodilemma: Pflug oder pfluglos?

Schlepper mit Sechsschar-Drehpflug im Einsatz auf dem Acker. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die meisten ökologisch wirtschaftenden Betriebe verwenden nach wie vor den Pflug, weil damit das Unkraut wirksam reduziert werden kann. Foto: BÖLN, Dominic Menzler

Eine im Ökolandbau bereits seit Jahrzehnten viel diskutierte, aber nach wie vor nicht befriedigend gelöste Frage ist: Grundbodenbearbeitung mit oder ohne Pflug? Aus Gründen des Bodenschutzes spricht eigentlich vieles für den Verzicht auf den Pflug. Denn bei der nicht wendenden Bodenbearbeitung werden Bodenhorizonte und Bodenfauna weitestgehend erhalten, was letztlich die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht und gleichzeitig die Bodenerosion mindert.

Mehr zur Technik der Grundbodenbearbeitung

Dennoch verwenden die meisten ökologisch wirtschaftenden Betriebe nach wie vor den Pflug, weil durch die wendende Bodenbearbeitung der Unkrautdruck am wirksamsten reduziert werden kann – auch wenn damit eine erhöhte Erosions- und Verschlämmungsgefahr in Kauf genommen werden muss. Der Pflug ist im Ökolandbau auch deshalb so beliebt, weil er den Boden in der Regel am intensivsten lockert, ihn schnell erwärmt und damit die Mineralisierung beschleunigt.

Der Zweischichtenpflug kann's lösen

Ein Ansatz zur Lösung des Dilemmas ist der Zweischichtenpflug. Dieses Gerät, das auch überwiegend im Ökolandbau zum Einsatz kommt, soll die Vorteile des Pfluges mit denen der pfluglosen Bodenbearbeitung vereinen – nämlich flach wenden und tief lockern. Dadurch wird die organische Substanz aus Ernteresten, Gründüngung und Wirtschaftsdünger oberflächennah eingebracht. Die unterhalb der Pflugschare angebrachten bodenbrechenden Lockerungsschare verhindern dabei jedoch, dass sich die natürliche Schichtung des Bodens zu stark verändert und sich eine Pflugsohle bildet.

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Letzte Aktualisierung: 03.02.2017