Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius), Wiesen-Blacke

Stumpfblättriger Ampfer

auch Wiesen-Blacke, Rumex obtusifolius L., Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Schadwirkung

Stumpfblättriger Ampfer ist ein ausdauerndes Samen- und Wurzelbeikraut. Er kommt vorwiegend in mehrjährigen Fruchtfolgegliedern des Ackers und in Feldrainenvor. Es ist Wirt von Kartoffelnematoden und der Schwarzen Bohnenlaus.

Speziell im Grünland stellt der Stumpfblättrige Ampfer ein Problem dar. Er ist ein Hauptbeikraut auf ökologisch bewirtschafteten Wiesen und Weiden. Er hat eine extrem hohe Verdrängungskraft, und führt bei starkem Auftreten zu Ernteverlusten sowie verminderter Futterqualität. Bei geringem Auftreten kann erauch als unschädliches Kraut angesehen werden, da er zur Futtermenge beiträgt, hohe Nährstoffgehalte (Magnesium, Kalium, Phosphat) aufweist und  der Blähsucht bei Rindern vorbeugen kann.

Merkmale des ausdauernden Beikrauts

Die hellgrünen Laubblätter sind im unteren Stängelbereich groß, eiförmig und am Ende abgestumpft. Im oberen Stängelbereich sind sie kleiner und länglich-lanzettlich. Die mehr oder weniger verzweigten, aufrechten Stängel sind gefurcht und häufig rot überlaufen. An den Nodien der Stängel befinden sich die Tuten (häutige Scheide des Blattstielgrunds). Die Pflanzen können 50 bis 150 Zentimeter hoch werden.

Die Blütezeit liegt im Sommer. Der endständige Blütenstand enthält rispig angeordnete unscheinbare, grünliche Blüten und ist im oberen Bereich blattlos. Die Fruchtstände färben sich mit zunehmender Reife rötlich-braun.

Vermehrung und Verbreitung

Oberirdische Pflanzenteile sterben bei Frost ab. Der Neuaustrieb erfolgt im Frühjahr aus der großen, oft mehrköpfigen, kräftig gelben Pfahlwurzel. Der Austrieb der Pfahlwurzel kann je nach Größe aus maximal 20 Zentimeter Tiefe erfolgen.

Ampfersamen können mehr als 50 Jahre lang im Boden überdauern. Da sich die Jungpflanzen nur langsam entwickeln und konkurrenzschwach sind, können sie sich aber nur an unbewachsenen Stellen und mehrjähriger Bearbeitungspause etablieren.

Die Keimung erfolgt im Frühjahr als Flachkeimer ab 10 Grad bis maximal 30 Grad. Der Stumpfblättrige Ampfer ist ein Lichtkeimer. Die unbehaarten Keimblätter sind kräftig, lanzettlich und an der Spitze abgerundet. Sie sind 20 bis 25 Millimeter lang und deutlich gestielt. Die Primärblätter sind herz- bis eiförmig.

Standort: Sie sind auf nährstoffreichen Lehm- bis Tonböden, bevorzugt feuchte Standorte, verbreitet und bevorzugen frische Standorte.

Spezifische Regulierungsstrategien im ökologischen Ackerbau und Grünland

Grünland - Vorbeugung

  • Keimlinge durch frühen Schnitt bekämpfen
  • Grünlandpflege: Schleppen, Nachmähen, Nächsähen, Randstreifen pflegen
  • Trittschäden und Narbenlücken vermeiden, ggf. nachsähen, besondere Vorsicht bei Portionsweiden!
  • Ampferfreies Z-Saatgut verwenden
  • Beweidung oder Schnitt vor der Samenbildung
  • Nass- und Anwelksilage bereiten, am Besten mit Siliermitteln, oder Rindermist kompostieren, um mit gemähte Samen nicht auf die Flächen zurück zu führen
  • Beweidung mit Schafen/Ziegen vor oder gemeinsam mit Rindern
  • Bei der Mahd Ampferblattkäfer schonen

Grünland - Bekämpfung

  • Schneiden und einsammeln des grünen Blattstandes (Samenbildung vermeiden), nachweiden mit Ziegen oder Schafen
  • Ampferstechen von Hand (wirksamste Methode) oder mit Ampferstecher "Ampfer-Wuzi". Die Fräsmaschine für den Handbatrieb oder Traktoranbau halbiert den Zeitbedarf (je nach Ampferbesatz 5-12 std./ha) und hat nur eine gering reduzierte Bekämpfungswirkung im Vergleich mit Handarbeit (erhälzlich bei MEV-Landmaschinen, Österreich).
  • Einsatz eines speziellen Grubbers (Grasnarbe wird nach einem Weidegang auf 10 Zentimeter ganzflächig unterschnitten, anschließend die Stöcke von Hand herausziehen)
  • Bei häufiger Mahd (mehr als 4 Mal jährlich) ist der Ampfer weniger ertragswirksam und macht einen geringeren Anteil des Schnittgutes aus.

Ackerbau

  • Saatbettbereitung bei starkem Besatz mit Grubber und Spatenrollegge
  • Mehrmaliges Grubbern oder Eggen im wöchentlichen Abstand bei trockenem Boden.
  • Dicke, oben aufliegende, alte Wurzelstrünke absammeln mittlere und kleinere Wurzeln durch erneute, etwas tiefere Pflugarbeit vergraben.
  • Roggen oder Triticale als Nachfrucht unterdrücken durch die schnelle Jugendentwicklung den nachfolgenden Wiederaustrieb; gegebenenfalls auch eine späte, schnellwüchsige, abfrierende Zwischenfrucht (Senf) mit nachfolgender, möglichst konkurrenzstarker Sommerung (zum Beispiel Hafer).
  • Landsberger Gemenge (oder Wickroggen) als überwinternde Zwischenfrucht mit anschließendem Sommerkleegras, Pflügen vor der Saat.
  • Hoher Kleegrasanteil in der Fruchtfolge.

Aus der Forschung - für die Praxis

Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt.

Strategien zur Regulierung von Wurzelunkräutern (2003)

Umfragen und Versuche im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) zeigen, mit welchen Maßnahmen der Distelbesatz wirksam reguliert werden kann. Der Bericht beschreibt unter Anderem Auswirkungen unterschiedlicher Intensitäten der Stoppelbearbeitung, der Häufigkeit wendender Grundbodenbearbeitung sowie von  Fruchtfolgemaßnahmen auf den Distelbesatz.

Strategien zur Regulierung von Wurzelunkräutern


Portaltipp

Ampferregulierung mit dem WUZI

Regulierung des Stumpfblättrigen Ampfers

Weblink

Merkblatt Ampferregulierung: Ausführliche Beschreibung der Vorbeugung und Bekämpfung im Ackerbau und Grünland, sowie Bezugsadressen für Ampferstecher, Ampferfräsen und Ampferfreies Bio-Saatgut

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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