Echte Kamille (Matricaria recutita, M. chamomilla)

Echte Kamille

Matricaria recutita L., syn. Matricaria chamomilla, Familie: Korbblütler

Schadwirkung

Die Echte Kamille kommt in fast allen Ackerkulturen vor, insbesondere im Wintergetreide, Zuckerrüben- und Kartoffelanbau, seltener im Sommergetreide. Trotz der langsamen Jugendentwicklung kann sie sehr konkurrenzstark werden.

Wird sie durch Kühe gefressen kann sie zu Geschmacksveränderungen der Milch führen. Durch die attraktiven, intensiv duftenden Blüten und den hohen Blattlausbefall lockt Kamille Marienkäfer und viele andere Nützlinge ins Feld.

Biologie in Kürze

Echte Kamille ist ein einjährig-überwinterndes oder sommereinjähriges Samenbeikraut. Die Pflanzen können bis zu 40 Zentimeter hoch werden. Die Stängel sind niederliegend bis aufrecht und buschig verzweigt. Die Laubblätter sind doppelt bis dreifach fiederteilig mit schmalen, fadenförmigen Fiedern. Sie sind nicht oder nur gering behaart. Typisch ist der Kamillegeruch.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August, wobei einige Pflanzen auch zweimal blühen können. Echte Kamille unterscheidet sich von der Geruchlosen Kamille durch den hohlen, kegelförmigen Blütenboden und duftet stark aromatisch.Von anderen Kamillearten unterscheiden sie zudem ihre besonders zarten Fiederblättchen.

Aus maximal ein Zentimeter Tiefe erfolgt die Keimung hauptsächlich im Frühjahr und im Herbst. Die Keimblätter sind keulenförmig, am Ende dreieckig, ungestielt und gering behaart oder unbehaart. Die ersten, ungestielten Laubblätter (Primärblätter) sind lanzettlich mit nur ein bis zwei schmalen Seitenlappen und langem Endabschnitt.

Vermehrung und Verbreitung

Die Samen sind im Boden bis zu zehn Jahren lebensfähig. Nach der Getreideernte bleibt eine große Menge Kamillensamen mit der Spreu auf dem Feld, wo sie von Regenwürmern unbeschadet verdaut werden. Auch die Verdauung durch Rinder übersteht ein Teil der Samen ohne die Keimfähigkeit zu verlieren.

Standort: Echte Kamille ist bevorzugt auf tonigen oder sandigen Lehmböden anzutreffen und zählt als Zeigerpflanze für zur Versauerung neigende Böden.

Spezifische Regulierungsstrategien

Vorbeugung 

  • Vermeidung von Bodenverdichtungen/Verschlämmungen
  • Vermeidung von Bearbeitungsgängen bei zu feuchtem Boden
  • Anwalzen nach der Aussaat
  • Hackfrüchte in die Fruchtfolge integrieren

Bekämpfung

Ein gewisser Befall mit Kamille im Feld kann wegen ihrer positiven Wirkungen auf Nützlinge toleriert werden.

  • Abflammen vom Keim- bis ins 2-Blattstadium, die Keimlinge sind aber relativ tolerant gegenüber dem Abflammen
  • oberflächliche mechanische Bekämpfungsmaßnahmen durchführen

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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