Floh-Knöterich (Polygonum persicaria), Pfirsichblättriger Knöterich

Floh-Knöterich

auch Pfirsichblättriger Knöterich, Polygonum persicaria, syn. Persicaria maculosa, Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Schadwirkung des Samenbeikrauts

Floh-Knöterich kommt als Beikraut überwiegend in Sommergetreide und Hackfrüchten (Zuckerrüben-, Mais- und Kartoffelanbau) vor. Er ist ein Vektor für Blattläuse wie die Grüne Pfirsichblattlaus und die Schwarze Bohnenlaus,die den Beet yellows virus (Vergilbungskrankheit der Beta-Rübe) übertragen. Er gilt als Zeiger einer unzureichenden Kalkung des Bodens.

Merkmale des Floh-Knöterichs

Floh-Knöterich ist ein einjähriges Samenbeikraut und besitzt eine verzweigte Pfahlwurzel. Die Stängel werden bis zu 80 Zentimter hoch.

Die Laubblätter sind lanzettlich und in der Mitte am breitesten. Auf der Blattoberseite befinden sich oft dunkle Flecken. Die Blätter sind kurz gestielt oder sitzend. Eine häutige Nebenblattscheide (Tute) befindet sich an der Basis der Blätter, die am Rande sichtbar bewimpert ist.

Die weißlichen oder purpurroten Blüten wachsen in aufrechten, dichten, end- oder blattwinkelständigen, ährenförmigen Blütenständen. Die Blütezeit reicht von Juni bis September/Oktober.

Vermehrung und Verbreitung

Die Keimzeit liegt vorwiegend im Frühjahr. Die Keimtiefe beträgt meist ein bis vier Zenzimeter. Die dunkelgrünen bis rötlichen Keimblätter sind länglich-oval mit abgerundeter Spitze.

Die Samen bleiben mehr als 15 Jahre lang, selten bis zu 45 Jahre, keimfähig. Sie überstehen die Verdauung von Pferden, Rehen, Rindern und Vögeln. Sie kommen als Besatz in Getreide, Lein, Gras und Kleesaat auf. In Rotklee in Großbritannien wurden durchschnittlich 6 Samen je 1000 Kleesamen gefunden, was einer Saatstärke von 21 000 Unkrautsamen je Hektar Rotklee entspricht. Da sie auf der Wasseroberfläche treiben, können sie außer durch Tiere und Saatgut, mit Bewässerungswasser verbreitet werden.

Standort: Floh-Knöterich kommt auf fruchtbaren, stickstoffreichen, schweren aber gut durchlüfteten Böden vor (gute Gare liebend).

Spezifische Regulierungsstrategien

Vorbeugung:

  • besatzfreies, zertifiziertes Saatgut verwenden
  • Hackfrüchte anbauen

Bekämpfung:

Unter feuchten Bedingungen können Triebstücke wieder anwurzeln!

  • Abflammen vom Keim- bis ins 2-Blattstadium
  • flache mechanische Regulierungsmaßnahmen im Frühjahr durchführen
  • Getreide mit hoher Saatstärke und reduziertem Reihenabstand anbauen (Achtung, Gefahr von Pilkzkrankheiten) und striegeln
  • Auf begrenzten Flächen, z.B. in Gewächshäusern: Bodensolarisation um Saatgut abzutöten

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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