Stinkende Hundskamille (Anthemis cotula)

Stinkende Hundskamille

Anthemis cotula L., Familie: Korbblütler (Compositae)

Schadwirkung des Samenbeikrauts

Die stinkende Hundskamille kommt hauptsächlich auf Wegen und Plätzen vor. Sie kann aber auch als Beikraut vor allem im Wintergetreide, Zuckerrüben- und Kartoffelanbau, seltener im Sommergetreide auftreten. Sie wird durch die Bedingungen der Minimalbodenbearbeitung gefördert (erhöhte Bodenfeuchte und Verbleiben der Samen an der Oberfläche).

Wird Stinkende Hundskamille durch Kühe gefressen kann sie zu Geschmacksveränderungen der Milch führen. Der Pflanzensaft und Samen können zudem Bläschen auf der menschlichen Haut verursachen. Durch ihren starken Geruch wirkt sie vergrämend auf Insekten und Mäuse.

Biologie in Kürze

Stinkende Hundskamille ist ein einjähriges Samenbeikraut, das der Acker-Hundskamille sehr ähnlich ist. Auffällig ist der unangenehme Geruch. Die Stängel sind verzweigt, aufrecht, zerstreut behaart und werden bis zu 50 cm hoch. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach fiederteilig mit linealischen Fiedern. Auf der Blattunterseite sind sie weiß und lang behaart.

Die gefüllten Blüten bestehen aus gelben Scheiben- und weißen Randblüten und sind kurz gestielt. Der Blütenboden ist kegelförmig hervorgehoben und innen nicht hohl.

Die Kamillearten lassen sich durch ihren Geruch, den Standort und weitere Merkmale unterschieden. Die Blätter der Acker- und der Stinkenden Hundskamille sind breiter im Vergleich zur Echten und Geruchlosen Kamille. Zudem ist ihr Blütenboden im Gegensatz zur Echten Kamille nicht hohl.

Vermehrung und Verbreitung

Samen keimen oberflächlich und ganzjährig. Die Keimblätter sind sehr klein, breitoval und fast ungestielt. Die Samen bleiben mehr als 11 Jahre lang keimfähig. Sie können als Besatz in Getreide- und Grassaatgut auftreten.

Standort: Die Stinkende Hundskamille bevorzugt im Gegensatz zur Acker-Hundskamille feuchte, stickstoffreiche und schwere Lehm- und Tonböden. Sie verträgt keine starke Beschattung oder Staunässe, wohl aber Bodenverdichtungen.

Spezifische Regulierungsstrategien im Ökologischen Landbau

  • Vermeidung von Bodenverdichtungen,
  • Wintergetreide mit erhöhter Saatdichte anbauen um durch Beschattung die Kamille zu schwächen (Achtung, Gefahr von Pilzkrankheiten),
  • Hackfrucht anbauen,
  • Abflammen,
  • Flache mechanische Regulierungsmaßnahmen in Frühjahr und Sommer durchführen.

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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