Weißer Gänsefuß (Chenopodium album), Ackermelde

Weißer Gänsefuß

auch Ackermelde, Chenopodium album L., Familie: Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae)

Schadwirkung

Der Weiße Gänsefuß zählt zu den verbreitetsten Beikräutern und kommt überwiegend im Sommergetreide sowie im Zuckerrüben-, Mais- und Kartoffelanbau vor. Die größte Konkurrenz zeigt sich bei Hackkulturen mit langsamer Jugendentwicklung bei warmer Witterung. Er ist Wirt der Schwarzen Bohnenlaus und mehrerer Pflanzenviren.

Merkmale des Samenbeikrauts

Der Weiße Gänsefuß ist eine einjährige Pflanze. Die kahlen Stängel sind stumpfkantig, aufrecht, stark verzweigt und werden bis zu 150 Zentimeter hoch. Sie können grün gestreift oder rotfleckig sein. Die Laubblätter können länglich bis eiförmig und gelappt bis ganzrandig sein. Sie sind ungleich gezähnt, länger als breit, und verschmälern sich zum langen Stiel hin. Blasenhaare verleihen jungen Blättern ein mehlig bestäubtes Aussehen. Später sind die Blätter überwiegend kahl und von grau- bis dunkelgrüner Farbe.

Vom Hochsommer bis Herbst erscheinen die unscheinbaren weißlich grünen Blüten in dichten, blattachselständigen Knäueln. Es gibt eine Reihe verschiedener Blütenstandstypen innerhalb der Beikrautart, zum Beispiel Scheinähren oder Trugdolden, da die Art sehr formenreich ist.

Vermehrung und Verbreitung

Samen überleben in regelmäßig bearbeitetem Boden ca. 6 Jahre lang. Sie werden durch Dung, Vögel und Bewässerungswasser verbreitet, die meisten Samen fallen aber direkt am Standort der Mutterpflanze zu Boden. Sie überleben Verdauung durch verschiedene Tierarten, Überschwemmung, und Silierung. Silierung und nachfolgende Verdauung durch Wiederkäuer tötet sie allerdings ab.

Die gestielten Keimblätter sind circa 15 Millimeter lang, schmal und an der Spitze abgerundet. Auf der Unterseite sind sie rötlich. Die Keimung erfolgt vom späten Frühjahr bis in den Herbst bei 2 bis 40 Grad aus 0,5 bis 4 Zentimeter Tiefe. Ein gelegentlich zu beobachtendes Auftreten in ökologisch bewirtschaftetem Wintergetreide ist oft auf indirekte Anregung zur Keimung durch Striegelmaßnahmen im Frühjahr zurückzuführen.

Standort: Der Weiße Gänsefuß kommt auf allen Bodenarten vor und gilt als Zeigerpflanze für eine gute Stickstoffversorgung.

Spezifische Regulierungsstrategien

Vorbeugung

  • Sameneintrag durch Verunreinigtes Saatgut vermeiden
  • Sameneintrag bzw. -Rückführung durch Silierung von Grünfutter vermeiden
  • ausgeglichene Fruchtfolge, ggf. Erhöhung des Anteils an Winterungen
  • Vermeidung einer Stickstoffspätdüngung mit Jauche

Direkte Bekämpfung

  • Abflammen bis ins 4-Blattstadium
  • mechanische Regulierungsmaßnahmen in Form von mehrfachem Hacken, Häufeln und Striegeln durchführen
  • Grasansaaten früh beweiden oder mähen Aussamen vermeiden, wenn nötig Einzelpflanzen von Hand entfernen
  • Ausbringen einer 3cm dicken Mulchschicht oder Gründüngung hemmt die Samenkeimung, z.B. mit Grünguthäckseln in Körnerleguminosen
  • Auf Kleinflächen, z.B. in Gewächshäusern: Solarisation des Bodens zur Abtötung der Samen 

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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