Waldmaus (Apodemus sylvaticus)

Waldmaus (Apodemus sylvaticus)

Schadbildbeschreibung

Waldmäuse verursachen erhebliche Schäden an der Zuckerrübensaat. Die Mäuse wittern die im Boden abgelegten Saatgutpillen. Während der nächtlichen Nahrungssuche werden die frisch gedrillten Schläge belaufen. Die Saatpille wird herausgewühlt, die Pillenhüllmasse abgenagt, das Pericarp (äußere Samenhülle) aufgeknackt und die Samenanlage herausgefressen.

Schadstellen sind an der trichterförmigen Wühlstelle sowie den Resten von Pillenhüllmasse und Pericarp erkennbar. Oft sind in einer Reihe mehrere Pillen hintereinander geschädigt.

Biologie in Kürze

Die Bauchseite ist nicht (wie bei der ähnlichen Gelbhalsmaus) scharf von der Rückenseite abgesetzt. Die Kehle weist oft einen kleinen gelben Kehllängsfleck auf. Die Waldmaus ist etwa zehn Zentimeter (Kopf-Rumpf-Länge) lang mit großen Ohren und Augen. Der Schwanz ist etwa körperlang.

Zwischen Ende April und Ende Oktober können drei Würfe mit durchschnittlich fünf Jungen abgesetzt werden. Jungtiere aus dem ersten Wurf beteiligen sich noch im Geburtsjahr an der Fortpflanzung. Gegen Ende der Vermehrungsperiode im Herbst wird die höchste Populationsdichte erreicht, deren maximale Höhe nur geringen jährlichen Schwankungen unterliegt. Die Bestandsdichte zur Saatzeit im März/ April ist abhängig vom Überwinterungserfolg, sie liegt zwischen einem und sechs Tieren pro Hektar.

Der tiefe Bau der Waldmaus weist meistens zwei bis drei Zugänge auf. Die Waldmaus kann sich ganzjährig auf Ackerflächen halten. Im Winter und Frühjahr befinden sich die Baue meist in Wintergetreideschlägen oder Saumbiotopen. Von dort aus werden die frisch eingesäten Rübenschläge zur Nahrungssuche im lockeren Boden aufgesucht.

Die wichtigste Nahrung der Waldmaus sind Sämereien und Insektenlarven, daneben fressen sie auch grüne Pflanzenteile und Regenwürmer. Da sich Insektenlarven und Regenwürmer bei Austrocknung der Bodenoberfläche in tiefere Bodenschichten zurückziehen, ist die Gefahr des Auftretens von Waldmausschäden besonders hoch, wenn auf die Aussaat eine längere Trockenperiode folgt.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Die Waldmaus ist durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt!
Der Schutz von Greifvögeln (insbesondere der Schleiereule), Nachtjägern und das Aufstellen von Sitzkrücken kann zur Verminderung der Populationsdichte beitragen.

Die Nahrungsbasis der Waldmaus lässt sich durch Zusatzfütterung verstärken. Mit Getreide oder Sonnenblumenkernen, die zum Schutz des frisch eingesäten Schlages am Feldrand oder auf dem Vorgewende ausgebracht werden, lässt sich eine gute Ablenkungswirkung erzielen. Das Getreide kann vorher (zum Beispiel durch Wärmebehandlung) keimunfähig gemacht werden. Die Ablenkungsfütterung muss bis zur Keimung der Rüben aufrechterhalten werden. Gekeimte Rübensamen werden von Waldmäusen kaum noch aufgenommen.

Eine tiefe Aussaat (tiefer als zwei Zentimeter) schützt das Saatgut vor Zugriff durch Mäuse. Das Walzen von gefährdeten Beständen kann die Schäden reduzieren.

Letzte Aktualisierung 26.07.2010

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