Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala)

Rapserdfloh

Psylliodes chrysocephala (L.), Familie: Blattkäfer

Beschreibung des Schädlings

Der Rapserdfloh ist ein drei bis fünf Millimeter langer, länglich ovaler Käfer. Sein Körper glänzt blauschwarz, seine Beine sind gelb gefärbt. Mit Hilfe seiner kräftigen Hinterschenkel springt der Rapserdfloh bei Berührung weg.

Die Larven sind sechs bis sieben Millimeter groß, schmutzig-weiß mit kleinen dunklen Punkten und drei Beinpaaren. Der Kopf und eine Platte am Hinterleib sind dunkelbraun bis schwarz.

Im Herbst verursachen die Käfer runden Lochfraß oder Fensterfraß an Keimblättern und jungen Rapspflanzen, bis hin zu einer siebartigen Durchlöcherung der Blattfläche. Dabei sind sie hauptsächlich nachts aktiv. Von Oktober bis Mai minieren die schwarzköpfigen Larven in Stängeln und Blattstielen und hinterlassen dabei braune Fraßgänge. An den Blattstielen finden sich vernarbte Ein- und Ausbohrlöcher. Gelangen die Larven ins Innere der jungen Triebe, können bei Frost die geschädigten Pflanzenteile aufplatzen und ganze Pflanzen auswintern. Überlebende Pflanzen verzweigen stark, was zu einer unregelmäßigen Abreife und Ertragsminderung führt.

Ähnliche Schädlinge in Raps

Kohlerdflöhe wie der Gelbstreifige Kohlerdfloh (Phyllotreta nemorum) oder der Grünglänzende Kohlerdfloh (Phyllotreta cruciferae) und andere Erdflöhe können ebenfalls Raps und andere Kreuzblütler befallen. Ihre Larven richten aber in Raps kaum Schaden an.

Schadbild und Schadwirkung an Winterraps

Rapserdflöhe befallen Winterraps, Rübsen, Kohlarten und überwinternde kreuzblütige Wildpflanzen, aber keine Sommersaaten. Meist sind die Blattschäden nicht ertragswirksam, aber junge Keimlinge können zerstört werden. Der Minierfraß der Larven hemmt das Wachstum der Pflanzen. Fraßschäden begünstigen zudem den Befall mit Wurzelhals- und Stängelfäule. Schäden entstehen durch das Auswintern, unregelmäßigen Abreife und Ertragsminderung.

Biologie und Lebensraum des Rapserdflohs

Die Käfer schlüpfen ab Juni und fressen zunächst an Schoten und Stängeln ohne Schaden anzurichten, dann halten sie eine Sommerruhe an kühlen, schattigen und feuchten Plätzen. Ab Anfang September besiedeln sie die jungen Rapspflanzen. Etwa 10 bis 15 Tage später beginnt das Weibchen, Eier in Pflanzennähe wenige Zentimeter tief in den Boden zu legen. Die Eiablage kann je nach Witterungsverlauf bis zum Frühjahr andauern. Die Käfer überwintern in Saumbiotopen in unmittelbarer Nähe der alten Schläge.

Die großteils noch im Herbst schlüpfenden Larven bohren sich in den Stängelgrund der unteren Blätter ein und gelangen von dort in das Innere der Pflanze. Je nach Schlupfzeitpunkt verpuppen sich die Larven vor Winterbeginn oder bis Mai im Boden. Viele parasitische Wespen und Nematoden stellen natürliche Gegenspieler der Rapserdfloh-Larven dar. Es entwickelt sich eine Generation im Jahr.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Befall feststellen und beurteilen

  • Bis zu 10 Prozent zerstörter Blattfläche gelten als unbedenklich.
  • Mit Hilfe von Gelbschalen kann das Auftreten sowie Beginn und Höhepunkt der Flugaktivität des Käfers kontrolliert werden. Mindestens drei Schalen werden dazu vor Flugbeginn in Richtung der vorjährigen Schläge am Boden platziert oder möglichst ebenerdig eingegraben. Bis zu 50 Käfer je Gelbschale in drei Wochen gelten als unbedenklich.
  • Im Spätherbst können Pflanzen auf Larvenbefall kontrolliert werden, je nach Bestandsentwicklung gelten drei bis fünf Larven je Pflanze als unbedenklich.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Weite Fruchtfolge, keine zu enge Rapsfolge. Regionen mit dichtem Rapsanbau sind besonders gefährdet.
  • Mulchsaat hemmt die Eiablage der Käfer.
  • Optimalen Saattermin einhalten: sehr frühe Saaten werden stärker befallen, sehr späte entwickeln sich ungenügend im Winter und sind nicht widerstandsfähig.
  • Optimale Saatstärke wählen: In dünnen Beständen finden sich mehr Larven je Pflanze, in zu dichten entwickeln sich die Pflanzen nicht optimal um widerstandsfähig zu sein.
  • Gründliche Saatbettbereitung, ausgeglichene Düngung und frohwüchsige Sorten fördern die Jugendentwicklung und Toleranz gegenüber dem Larvenfraß.
  • Eine gründliche Stoppelbearbeitung kann die Population dezimieren
  • Pfluglose Bodenbearbeitung zur Folgefrucht fördert überwinternder Larvenparasitoide als natürliche Gegenspieler, aber auch Schnecken. Vielfältige Saumstrukturen fördern zudem das Vorkommen räuberischer Laufkäfer.

Direkte Bekämpfung

Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau nicht möglich.


Letzte Aktualisierung 30.01.2018

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