Zwergzikaden

Zwergzikaden (Eupteryx spp.)

Schadbildbeschreibung

Ab Mitte Mai, besonders bei milder und trockener Witterung, erscheinen auf Blättern, Knospen und Blüten diverser Pflanzenarten viele weiße Saugstellen mit silbergrauem Glanz. Die Blätter wirken weiß gesprenkelt, später fahlgrün bis zum völligen Verschwinden des Blattgrüns. Auf den Blattunterseiten findet man oft weißliche Häutungsreste. Die Zikaden besaugen das Blattmesophyll, es besteht somit nicht die Gefahr der systemischen Virusübertragung wie bei anderen Arten.

Biologie in Kürze

Die Zwergzikaden sind schlanke, keilförmige, etwa 2,2 bis 4,3 Millimeter große, gelbgrüne Insekten, oft mit intensiv braunschwarz gefleckter Oberfläche, die sich vorwiegend blattunterseits aufhalten, sehr schreckhaft sind und ein auffallendes Sprungvermögen aufweisen (Larven und Imagines). Typisch sind auch die dachartige Ruhestellung der dünnen Vorder- und Hinterflügel sowie der Saugrüssel an der Kopfunterseite, mit dem sich die Tiere stechend-saugend ernähren.

Die Zikaden überwintern im Eistadium an der Pflanze, in milden Wintern und im Gewächshaus auch als Larve oder erwachsenes Tier. Die Larven ähneln in der Gestalt den adulten Tieren, sie weisen jedoch noch keine Zeichnung auf. Sie entwickeln sich ohne ein Puppenstadium innerhalb von drei bis fünf Wochen über fünf Stadien bis zur Imago, wobei die Flügelanlagen mit jedem Stadium deutlicher sichtbar werden. Ab dem zeitigen Frühjahr und bis in den Oktober, vereinzelt auch noch später, sind Larven in verschiedenen Entwicklungsstadien sowie Imagines an den Pflanzen zu finden. Im Juli ist die größte Anzahl an erwachsenen Zikaden festzustellen, daneben treten aber auch noch viele Larven aller fünf Stadien auf. Es ist somit keine klare Generationsfolge erkennbar. Meist werden in Mitteleuropa pro Jahr zwei, bei einigen Arten auch drei Generationen abgeschlossen.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Fruchtfolge beachten,
  • Standortwahl (fern von befallenen Altbeständen),
  • Unkrautkontrolle (zum Beispiel Brennnesselsäume als Habitat vermeiden),
  • optimale Bedingungen für die Entwicklung der Kulturpflanze schaffen (zügiges Wachstum),
  • Abdeckung mit Kulturschutznetzen.

Direkte Maßnahmen / zugelassene Pflanzenschutzmittel

Ein starker Rückschnitt nach der Ernte kann die Anzahl der Zikaden reduzieren.
In Deutschland sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Pyrethrinen und Rapsöl und Kaliseife zugelassen.

Letzte Aktualisierung 22.10.2010

Praxisleitfaden

Cover der Broschüre

Krankheiten und Schädlinge im Arznei- und Gewürz-Pflanzenanbau

Zum Leitfaden (PDF-Dokument)

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