Weichwanzen

Weichwanzen (Lygus spp., Orthops spp.)

Schadbildbeschreibung

Ab Mitte Mai findet man besonders nach langen trockenen, warmen Perioden erst punktförmige, dann unregelmäßige gelblichweiße Saugflecken zwischen den Blattadern, oft auch an den Blattstielen. Die Einstichstellen werden später bräunlich bis rötlich, verfärbte Gewebebereiche nekrotisieren, vertrocknen und brechen heraus, so dass die Blattspreite durchlöchert erscheint. Die Blätter zeigen Verkrümmungen und Wuchshemmungen.

Biologie in Kürze

O. campestris: Die erwachsenen Tiere sind oval und leicht abgeflacht, 3,6 bis 4,5 Millimeter lang, grün mit unscharfer brauner Zeichnung und grünem dreieckigem Schildchen. Die Fühler sind dunkelbraun, die Beine grün. Die Weibchen besitzen vollständig hell gefärbte Flügeldecken, während die Männchen einen großen schwarzen Fleck tragen.

Die Überwinterung erfolgt als Imago auf Fichten, unter Rindenschuppen von Laubbäumen oder im Gras- und Laubgenist unter Hecken. Ab Mitte Mai wandern sie von ihren Winterquartieren zunächst auf wilde Doldenblütler. Ab Mitte Juni beginnt die Eiablage an die Mittelrippen der Blätter und an Blattstiele. Die Embryonal- und Larvalentwicklung über fünf ungeflügelte Larvenstadien dauert drei bis vier Wochen. Ab Anfang Juli ist mit einem starken Anstieg der Populationsdichte der Imagines (Sommergeneration) zu rechnen. Diese legen ihre Eier dann bis Ende Juli/Anfang August auf feldmäßig angebauten Doldenblütlern, vorrangig an die Doldenstrahlen. Die ein Millimeter langen Eier werden dabei fast völlig in das Pflanzengewebe versenkt. Nach zunächst laufender Zunahme der Larvendichte finden sich Ende August nur noch wenige Larven. Auch die Populationsdichte der Imagines der Herbstgeneration nimmt ab, da diese nun wieder in ihre Winterquartiere abwandern.

L. pratensis: Die Imagines sind 5,8 bis 7,3 Millimeter lang, blass- oder gelblichgrün oder auch braun bis braungrün bzw. grau bis rötlich, mit glänzendem Körper und herzförmigem, hellgrünem Schildchen mit einer Zeichnung in Form eines nach vorne offenen "V". Die Oberseite der Tiere ist punktiert und weist schwärzliche, verwaschene Flecken (Makeln) auf. Die Entwicklung erfolgt ähnlich wie bei O. campestris. In Norddeutschland bildet die Art meist nur eine Generation aus, während sie im Süden oft in zwei Generationen auftritt.

L. rugulipennis: Die Imagines sind 4,7 bis 5,7 Millimeter lang, graubraun bis grünlichbraun oder ziegelrot oder auch schwarz, ohne deutliche Fleckung, oberseits dicht mit kurzen Haaren bedeckt, daher matt erscheinend. Das Schildchen zeigt zwei V-förmige Haken. Lebensweise ähnlich wie O. campestris. Sie ernähren sich darüber hinaus von Blattläusen, Insekteneiern und anderem.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Standortwahl (ausreichend Abstand zu befallenen Altbeständen),
  • Unkrautkontrolle (besonders auch an den Seitenstreifen zur Begrenzung der Einwanderung),
  • optimale Bedingungen für die Kulturpflanze zur Förderung eines zügigen Wachstums,
  • Kulturschutznetze.

Direkte Maßnahmen / zugelassene Pflanzenschutzmittel

In Deutschland sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Pyrethrinen + Rapsöl und Kaliseife zugelassen.

Letzte Aktualisierung 22.10.2010

Praxisleitfaden

Cover der Broschüre

Krankheiten und Schädlinge im Arznei- und Gewürz-Pflanzenanbau

Zum Leitfaden (PDF-Dokument)

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