Gierschblattlaus

Gierschblattlaus

Cavariella aegopodii (Scopoli), Familie: Röhrenläuse

Schadbildbeschreibung

Die grünen Blattläuse treten von April bis September in Kolonien an Doldenblütlern auf. Sie sind ca. ein-einhalb bis drei Millimeter lang. Eine Unterscheidung von ähnlich gefärbten Arten ermöglichen die kurzen Fühler, die weniger als die Hälfte der Körperlänge erreichen. Die Spitzen der Fühler und der Füße sind braun. Die Hinterleibsröhrchen überragen den Hinterleib und sind leicht flaschenförmig angeschwollen. Sie treten in Kolonien auf. Gleichzeitig treten auch geflügelte Blattlausformen auf. Sie sind ebenfalls grün, mit einem dunklen Fleck auf dem Hinterleib sowie dunklen Hinterleibsröhrchen und Schwänzchen.

Durch die Saugtätigkeit der Blattläuse vergilben die Blätter und verkräuseln sich. Bei starker Herzblattbesiedlung kann es zu Wachstumsdepressionen der Pflanzen kommen.

Ähnliche Schaderreger

Die nah verwandte Pastinaken-Blattlaus (Cavariella pastinacae) befällt die gleichen Wirtspflanzen und unterscheidet sich nur durch ein etwas längeres Schwänzchen von der Gierschblattlaus.

Die Grünfleckige Kartoffelblattlaus ähnelt in Größe und Färbung der Gierschblattlaus, ihre Fühler sind aber mehr als körperlang.

Die Gepunktete Gewächshausblattlaus ist eher gelblich grün mit dunklen Flecken.

Die etwas kleinere Grüne Pfirsichblattlaus kann in grünen bis rosafarbenen Tönen vorkommen. Ihre Fühler sind fast so lang wie der Körper.

Schadwirkung

Gierschblattläuse befallen neben Möhre auch andere Doldenblütler wie Sellerie, Fenchel und Kräuter wie Petersilie oder Dill sowie verwandte Wildpflanzen (zum Beispiel Giersch, Wiesenkerbel und Bärenklau). Besonders an den Kräutern kann der Befall bei warmer Witterung schnell so stark werden, dass diese nicht mehr verkäuflich sind.

Diese Blattläuse saugen an jungen Blättern und Trieben und haben somit erhebliche Bedeutung bei der Übertragung von Viruserkrankungen, insbesondere Möhrenröte. Sie können zudem an Möhre das Carrot red leaf virus (CtRLV), das Carrot mottle virus (CMoV), das Carrot motle mimic Virus (CMoMV) und das Carrot yellow leaf virus (CYLV) übertragen. An Petersilie sind sie Überträger von oft in einem gemeinsamen Komplex auftretenden Viren, zu denen neben Petersilien-spezifischen Möhrenviren auch das Apium-Y-Virus (PCY) gehört.

Biologie in Kürze

Bei milder Witterung kann bereits ab Mitte Februar der Schlupf der Läuse aus den Wintereiern am Winterwirt Weide einsetzen. Es entstehen meist drei Generationen. Ab April/Mai treten geflügelte Blattlausformen auf, die auf doldenblütige Sommerwirte wie Möhre wechseln. Dort entwickeln sich ebenfalls mehrere, teils geflügelte, Generationen, die wiederum Möhrenverwandte Wirte anfliegen. Ab September wird der Winterwirt Weide angeflogen, hierauf entwickeln sich geschlechtliche Tiere. Die Weibchen legen an den Trieben ihre Eier zur Überwinterung ab.

Regulierungsstrategien: vorbeugen, Nützlinge fördern, und bekämpfen

Vorbeugende Maßnahmen

  • Abdeckung mit Vlies oder engmaschigen Netzen (Maschenweite < 0,5 mm) bis mindestens Juni

  • Frühe oder sehr späte Saat der Möhren

Biologische Maßnahme: Nützlingseinsatz im Gewächshaus

Im geschützten Anbau anfälliger Gemüse und Kräuter lassen sich vorbeugend oder zur Befalssminderung Nützlinge einsetzen.

  • Die Raubwanze Macrolophus caliginosus ernährt sich bevorzugt von Eiern und Larven der Weißen Fliege, wenn diese nicht auftreten auch von Blattläusen, Thripsen und Milben.

  • Die Larve der räuberischen Gallmücke Aphidoletes aphidimyza  ernährt sich ausschließlich von Blattläusen. Ihre Entwicklung setzt Lichtverhältnisse des Langtags und ausreichende Bodenfeuchte voraus (Tröpfchenbewässerung weniger geeignet).

  • Die parasitoide Wespe Praon volucre ist ebenfalls ein Gegenspieler der Gierschblattlaus.

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

Vor der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sollten die Blattlauskolonien auf das Vorhandensein natürlicher Gegenspieler und Verpilzung kontrolliert werden. Auch die Pflanzenentwicklung und der zu erwartende Witterungsverlauf sind für die Anwendungsentscheidung zu berücksichtigen.

Derzeit sind in Deutschland Pflanzenschutzmittel auf der Basis folgender Wirkstoffe einsetzbar:

  • Niem ist an Frischen Kräutern und Arzneipflanzen anwendbar.

  • Rapsöl erzielt eine Teilwirkung gegenüber Blattläusen.

  • Kali-Seife. Keine herkömmliche Haushaltsschmierseife verwenden. Frühe Anwendung beachten.

  • Pyrethrine mit Rapsöl. Dieses Kontaktgift kann Nützlinge schädigen und sollte daher sparsam eingesetzt werden.

Überprüfen Sie bitte unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsvorschriften, z. B. auf www.pflanzenschutz-information.de!

Letzte Aktualisierung 09.12.2019

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