Große Johannisbeer-Blattlaus

Große Johannisbeer-Blattlaus

Nasonovia ribisnigri (Mosley), Familie: Röhrenläuse


Beschreibung

Die Blattläuse treten an Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere sowie Salaten auf, wobei sie unterschiedliche Färbungen aufweisen. An Beerensträuchern sind sie einheitlich grün, nur die Enden der Hinterleibsröhren, die Füße und einzelne Fühlerglieder sind dunkel, die Augen rot. An Salaten sind sie insgesamt dunkler und der Rücken weist zwei Reihen dunkler Flecken auf. Sie sind 1,3 bis 3,7 Millimeter lang, mit schlanken Hinterleibsröhren und einem fingerförmigen Schwänzchen. Die Fühler erreichen in etwa die Körperlänge.

Die geflügelten Formen sind an Kopf, Brust und Beingelenken schwarz, der Hinterleib ist grünlich mit schwarzen Flecken.

An Beerensträuchern verursachen sie im Frühjahr Blattkräuselungen an den Triebspitzen. An Salat treten neben leichten Blattkräuselungen Verschmutzungen und Missbildungen an den Pflanzen durch Honigtau und Rußtaupilze auf.

Ähnliche Schädlinge

An Salat treten nach der Großen Johannisbeerblattlaus folgende ebenfalls grüne Blattlausarten in absteigender Häufigkeit auf:

Kartoffelblattläuse sind ebenfalls grün, teilweise mit roten Augen, und gänzlich roten Farbvarianten.

Die Grüne Pfirsichblattlaus tritt ebenfalls an beiden Wirten auf, ihr Hinterleib ist breit und rundlich, das Schwänzchen kurz. Füße und Fühlerglieder der ungeflügelten Formen sind nicht dunkel.

An Beerensträuchern sind als ähnliche Blattläuse zu nennen:

Die Johannisbeer-Blasenlaus verursacht Blattkräuselungen mit blassgrünen bis rötlichen, blasigen Auftreibungen. Ihr Körper ist von einem blassen Grün.

Die Johannis- und Stachelbeer-Triebläuse sind dunkelgrün mit wachsiger Bepuderung.

Schadwirkung

Die Große Johannisbeer-Blattlaus befällt Schwarze Johannisbeere und Stachelbeere im Winter und Frühjahr, und Salat und Chicorée im Sommer. Auch Wildkräuter wie Rainkohl, Habichtskraut und Ehrenpreis werden besiedelt.

An Salaten ist sie die am häufigsten auftretende Blattlaus-Art. Auch die Entwicklung resistenter Salatsorten konnten den Hauptschädling, der diese Resistenzen mittlerweile durchbrochen hat, nicht stoppen. Der Befall junger Pflanzen kann die Kopfbildung stören, auch kleine Befallsdichten machen viele Salate nicht vermarktbar.

Biologie

Die Eier überwintern an Beerensträuchern. Im Frühjahr schlüpfen die Stammmütter und bilden Kolonien an den jungen Triebspitzen. Ausgewachsene Blattläuse verbreiten sich auf noch unbefallene Triebe. Im Mai und Juni werden die Kolonien sehr dicht, und es entwickeln sich geflügelte Formen die auf Sommerwirte aus der Korbblütlerfamilie übersiedeln. Dort vermehren sie sich den Sommer über ungeschlechtlich weiter, bis ab September geflügelte Formen gebildet werden. Diese siedeln im Oktober bis November auf die Winterwirte über, wo nach der Paarung überwinterungsfähige Eier abgelegt werden.

Es sind zwei Biotypen nachgewiesen, wobei der Biotyp 1 die Blattlausresistenzen in Salatsorten überwinden kann. Warme und trockene Witterung begünstigt die Entwicklung der Tiere.

Regulierungsstrategien im ökologischen Salatanbau

Vorbeugende Maßnahmen

  • Befallsfreies Pflanzgut verwenden
  • Sortenwahl: Resistente Sorten sind verfügbar, deren Resistenz jedoch durch einen Biotyp der Blattläuse durchbrochen werden kann. Trotzdem stellen sie einen gewissen Schutz dar. Auch rote Salatarten gelten als weniger befallsgefährdet.
  • Stoffwechsel der Pflanzen durch Bewässern und Hacken fördern
  • Nützlingsschonung und förderung durch die Auswahl der Pflanzenschutzmittel, ökologische Ausgleichsflächen und Blühstreifen. Die bedeutendsten Gegenspieler im Freiland sind Schwebfliegenlarven, die durch ein Nektar- und Pollenangebot aus offenen Blüten gefördert werden
  • Abdeckung mit Kulturschutznetzen: Maschenweite 1,2 bis 1,6 mm, Ausbringen der Netze vor dem Auflaufen der Saat bzw. sofort nach dem Setzen, Netze am Rand gut im Boden verankern, keine Netze mit Löchern oder Rissen verwenden

Bekämpfung durch Nützlinge im Gewächshaus

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

Werden Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse an Salat eingesetzt, ist Folgendes zu beachten:

  • Regelmäßige Befallskontrolle
  • Einsatz der Pflanzenschutzmittel so früh wie möglich: vor der Kopfbildung, bei wenigen Kolonien und nicht eingerollten Blättern
  • Bei Anwendung der Pflanzenschutzmittel Blattoberseite und Unterseite benetzen

Derzeit sind in Blattgemüsen Pflanzenschutzmittel auf Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:

  • Kaliseife
  • Rapsöl
  • Pyrethrine mit Rapsöl haben gleichzeitig einen schädigenden Nebeneffekt auf Nützlinge, ihre Anwendung sollte daher möglichst vermieden werden.

Regulierungsstrategien an Beerensträuchern

Vorbeugende Maßnahmen

  • zurückhaltender Einsatz stickstoffreicher Dünger
  • Nützlingsschonung und -förderung, insbesondere von Schwebfliegenlarven
  • stark befallene Äste entfernen

Direkte Bekämpfung

Befallsfeststellung im Winter:

  • Bestandkontrolle der 2-jährigen und älteren Ruten auf Eier
  • bei 10 Probestellen jeweils 20 Stücke von 10 Zentimetern Länge
  • Schadschwelle: 25 Blattlauseier je Meter Rute

Während des Austriebs bis Juli:

  • 10 Probestellen und je 10 Büschel und Triebspitzen von 20 Zentimetern Länge
  • Schadschwelle: Befall 10 Prozent der Ruten

Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kali-Seife zur Spritzung bis zum Öffnen der Blüten zugelassen.

 

Bitte prüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!

Letzte Aktualisierung 09.12.2019

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