Stachelbeerspanner, Harlekin (Abraxas grossulariata)

Stachelbeerspanner

auch Harlekin, Abraxas grossulariata (L.), Familie: Spanner

Beschreibung und Schadbild

Der Stachelbeerpanner ist ein weiß-gelber Schmetterling mit zahlreichen schwarzen Tupfern. Die Flügel haben eine Spannweite von etwa vier Zentimetern und sind in Ruhestellung  leicht zu einem Dreieck übereinander gelegt. Der Körper ist orangegelb mit schwarzen Flecken.

Die cremeweißen Raupen haben einen schwarzen Kopf und sind mit einer Reihe von Punkten und gelben Streifen auf dem Körper sehr auffällig. Sie tragen wenige schwarze Borsten. Jüngere Raupen sind zunächst graugrün, mit zunehmender Entwicklung wird ihre erst blasse Musterung deutlicher. Sie bewegen sich, typisch für Spannerraupen mit ihren nur zwei Bauchbeinen und dem Nachschieber, buckelnd vorwärts.

Im Frühjahr kommt es durch hellgelbe schwarzköpfige Raupen zu Loch- und Buchtenfraß an Knospen und Blättern. An den Sträuchern sind keineVerspinnungen vorzufinden. Je nach Befallsstärke und Blattverlustsfläche können Wachstumsbeeinträchtigungen auftreten. Die ab August auftretende neue Generation verursacht nur geringe Fraßschäden.

Ähnliche Schädlinge

Fraßschäden an Stachel- und Johannisbeeren sind häufiger auf die ebenfalls auffälligen Raupen der Gelben Stachelbeerblattwespe zurück zu führen, die ebenfalls sehr auffällig gefärbte Raupen hat. Diese bewegen sich ohne die buckelige Körperhaltung vorwärts.

Schadwirkung im ökologischen Obstbau

Stachelbeerspanner befallen Stachel- und Johannisbeeren, können aber auch an Schlehe, Haselnuss, Weiden und weiteren Gehölzen vorkommen. Sie stehen als seltene Nachtfalter auf der Liste der in Deutschland gefährdeten Arten.

Biologie der Nachtfalter

Stachelbeerspanner überwintern als eingesponnene Raupe im Falllaub. Im Frühjahr beginnen sie den Blattfraß ab März und verpuppen sich im Juni. Die schwarz-gelb gestreifte auffällige Puppe kann in der Pflanze zu finden sein. Im Juli schlüpfen die ausgewachsenen Falter. Sie leben nur wenige Wochen und nehmen in dieser Zeit keine Nahrung zu sich. Nach der Paarung werden gelbe Eier an die Blattunterseiten gelegt. Ab August sind wieder junge Raupen zu finden, die nur geringe Fraßschäden verursachen. Sie verspinnen sich im Herbst mit dem Falllaub zur Überwinterung.

Natürliche Gegenspieler sind Raupenfliegen und zwei spezialisierte Schlupfwespenarten. Für Vögel sind Raupen und Falter ungenießbar.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Befallsfeststellung

  • visuelle Kontrollen auf Raupen zwischen März und April: an mehreren Probestellen auf  je 10 Knospen bzw. 10 Blattbüschel
  • Bekämpfungsschwelle: mehr als 10 % Befall auf etwa 5 ha
  • Die als gefährdet eingestuften Falter sollten nur in Ausnahmefällen bekämpft werden.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Entfernen des Falllaubes
  • Förderung natürlicher Gegenspieler

Direkte Bekämpfung

  • Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis sollten nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden.
  • In der Vergangenheit sind auch teilweise Not- und Einzelfallgenehmigungen für Pflanzenschutzmittel auf Basis von Pyrethrinen mit Rapsöl erteilt worden

Letzte Aktualisierung 21.01.2019

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