Landwirtschaft


Nährstoffversorgung

Ernte von Rosenkohl
Kulturen wie Rosenkohl hinterlassen große Mengen an Ernterückständen. Dadurch gelangen viele Nährstoffe in den Boden zurück. Foto: D. Matthäus, inforama Ins.

Die Nährstoffversorgung im Biogemüsebau steht auf vier Pfeilern:

  • Boden
  • Gründüngung und Ernterückstände
  • Wirtschaftsdünger und Kompost
  • Handelsdünger

1. Boden

Gesunder Boden weist eine beachtliche Nährstofffreisetzung über das Jahr hinweg auf. Versuche aus Norddeutschland zeigen, dass im Frühling und Herbst (März bis April und September bis Oktober) mit je zehn Kilogramm "mineralisiertem Stickstoff" (Nmin) pro Hektar und Monat gerechnet werden kann - im Sommer bei höherer Bodenaktivität sogar mit der doppelten Menge. Bei der Pflanzung oder bei der Aussaat sollte der Nmin-Wert bei der Düngung berücksichtigt und von der benötigten Düngemenge abgezogen werden. Dieser Nmin-Wert wird entweder über eine Nmin-Analyse im Labor oder über Schätzwerte anhand der Bodenart und der Niederschläge ermittelt.

2. Gründüngung und Ernterückstände

Eine weitere wichtige Stickstoff-Quelle sind Ernterückstände und Gründüngungen. Während Salat nur wenig Nährstoffe hinterlässt (25 kg Stickstoff und 30 kg Kali je Hektar), kann aus Ernteresten von Blumenkohl 130 kg Stickstoff und 130 kg Kali freigesetzt werden.

Die mineralisierte Stickstoffmenge aus Gründüngung ist von der Grünmassemenge, dem Alter und von der Art abhängig. Aus jungen Leguminosenbeständen (vor der Blüte) können aus 100 Dezitonnen Grünmasse pro Hektar 40 kg Stickstoff mineralisiert werden.

3. Wirtschaftsdünger und Kompost

Hofdünger (Mist und Jauche) sowie Grünabfallkompost sind wertvolle Dünger. Mist ist für die oft viehlosen Gemüsebetriebe in der Regel nur schwer erhältlich. Der Einsatz von Jauche im Gemüse ist aus hygienischen Gründen beschränkt. Er kann vor der Pflanzung erfolgen (Achtung: Vernässung der Böden), oder bei lange dauernden Kulturen während des Jugendstadiums über Schlauchverteiler direkt auf den Boden. Die Jauche sollte dabei mindestens 1:1 mit Wasser verdünnt sein. Zu beachten ist, dass diese Wirtschaftsdünger aus ökologischer Tierhaltung kommen müssen.

Grünabfallkompost ist meist einfach erhältlich. Während des Kompostvorgangs sollten mehrere Heißphasen durchlaufen werden - solcher Kompost ist dann frei von Unkrautsamen und Krankheitserregern. Zu beachten bei diesen Düngern ist das oft unvorteilhafte Nährstoffverhältnis. Diese Dünger weisen normalerweise deutlich mehr Phosphor im Verhältnis zu Kali und Stickstoff auf, als die Pflanzen gebrauchen können. So sind die Gemüsekulturen mit Rindermist, wenn der Phosphorbedarf gedeckt ist, nur zu 16 Prozent mit Stickstoff und zu 50 Prozent mit Kali und Magnesium versorgt. Mit Grüngutkompost ist sogar nur vier Prozent des Stickstoffbedarfs gedeckt.

Deckung des allgemeinen Nährstoffbedarfs von Gemüse (Durchschnitt der Kulturen) bei Deckung des Phosphorbedarfs
DüngerGabe pro haPhosphor (%)Stickstoff (%)Kali (%)Magnesium (%)
Rindermist14 t100165045
Jauche (nicht verdünnt)25 m31005010050
Grüngut-Kompost (reif)11 m3100425> 100

4. Handelsdünger

Organische Handelsdünger wie Hornmehl, Malzkeim- oder Phytopellets sind im Einsatz teuer. Sie sind daher nur als Ergänzung bei stark zehrenden Kulturen (zum Beispiel Blumenkohl) und bei Frühkulturen sinnvoll.

Zu beachten sind die Stickstoffmengen: nach den Richtlinien der meisten Verbände dürfen insgesamt maximal 110 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr im Freiland und 330 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr im Gewächshaus ausgebracht werden.


Letzte Aktualisierung: 24.07.2017