Weidenutzung

Weidenutzung

Eine ausschließliche oder überwiegende Weidenutzung bietet sich auf Standorten an, auf denen der Einsatz von Maschinen problematisch ist. Eine Nachmahd ist dennoch meist erforderlich, um die Ausbreitung unerwünschter Gräser zu vermeiden.

Wird eine Weide auf einem Standort mit hoher Bodengüte richtig gepflegt, kann sie an das Ertragsniveau des Ackerfutterbaus heranreichen.

Kulturtechnik

Voraussetzung für eine erfolgreiche Weidewirtschaft ist eine intakte Grünlandnarbe. Sie spiegelt das Zusammenspiel von Standortfaktoren und Bewirtschaftung wider. Fehler wie Narbenverletzungen durch Geräte, Überweidung, unsachgemäße Düngeranwendung oder mangelhafte Pflege schädigen die Narbe. Beweidungstechniken wie Portions-, Umtriebs- und intensive Standweide verfolgen deshalb das Ziel, die Fresszeiten kurz und die Ruhezeiten möglichst lang zu halten.

Auch in der Weidewirtschaft sichern Ökolandwirte die Stickstoffversorgung ihrer Böden durch den Anbau von Leguminosen wie trittfestem Weißklee. Veränderungen hin zu leistungsfähigen Pflanzenarten und -sorten werden durch gezielte Nachsaat erreicht. Dies gilt vor allem bei der Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise.

Nährstoffverluste von Kalium, Phosphat und Magnesium halten sich bei reiner Weidenutzung in Grenzen. Wird sie jedoch auch gemäht, müssen die Nährstoffe über zugelassene Dünger wie zum Beispiel Patentkali zurückgeführt werden. Dünn ausgebracht eignen sich auch Wirtschaftsdünger zur Nährstoffergänzung.

Weideverfahren

Weidegras ist die kostengünstigste und artgerechteste Futterquelle für Wiederkäuer in der Sommerfütterung. Dabei dürfen allerdings die Futterverluste, die zwischen 10 und 35 Prozent der Trockenmasse liegen können, nicht übersehen werden. Die Milchproduktion auf Weidebasis lässt sich auch nicht so exakt planen wie diejenige mit Futterkonserven.

Bei der Weidenutzung gibt es verschiedene Verfahren, die sich für unterschiedliche Standortbedingungen anbieten.

  • Kurzrasenweiden: für flächenreiche, größere Betriebe mit geringer Arbeitskapazität, ausreichenden Niederschlägen und einer trittfesten Narbe
  • Umtriebsweiden: für Betriebe mit ausreichender Futterfläche (Standardform der Weidebewirtschaftung)
  • Portionsweiden: für flächenarme Betriebe mit ausreichender Arbeitskapazität

Alle genannten Weidesysteme sind intensive Nutzungssysteme mit hoher Tierbesatzdichte. Grundregeln sind hier:

  • Grasbestände im optimalen Stadium beweiden
  • Qualitätsunterschiede des Aufwuchses im Saisonverlauf beachten
  • Ergänzungsfutter gezielt einsetzen

Grünland im Schwarzwald stellt Landwirtinnen und Landwirte vor Herausforderungen: Hanglagen und Naturschutzvorschriften schränken die Bewirtschaftung ein. Dass sich tierwohlgerechte und naturverträgliche Weidehaltung aber auch ökonomisch rentieren kann, zeigt der Film über den Hierahof in Lenzkirch.

Der Futteraufnahme einer Milchkuh steigt mit zunehmendem Grasangebot, das von dem jeweiligen Standort, der Grashöhe und der Narbendichte abhängt. Außerdem wird die Aufnahme durch eine höhere Nährstoffkonzentration gefördert, die auf einem höheren Blattanteil beruht. Je nach Dichte der Grasnarbe beginnt die maximale Futteraufnahme bei einer Aufwuchshöhe von sechs bis acht Zentimetern. Ab 15 bis 20 Zentimeter geht sie wieder zurück.

Vergleich Kurzrasen- und Umtriebsweide

Kurzrasen- und Umtriebsweide sind hierzulande im ökologischen Landbau die gebräuchlichsten Weideverfahren für Milchkühe.

Vergleich von Kurzrasen- und Umtriebsweide

Letzte Aktualisierung 10.01.2020

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