FSC-Zertifizierung

FSC-Zertifizierung

FSC Deutschland
Rehlingstr. 7, 79100 Freiburg
Tel: +49 (0)761 3865350
E-Mail: info@fsc-deutschland.de
Web: www.fsc-deutschland.de

Anzahl Mitglieder und bewirtschaftete Waldfl├Ąche

In Deutschland bewirtschaften aktuell 135 Forstbetriebe 1,3 Millionen Hektar ÔÇô das sind 12 Prozent der gesamten Waldfl├Ąche ÔÇô nach FSC-Richtlinien.

Besonderheiten

Die international agierende und gemeinn├╝tzige Nicht-Regierungsorganisation Forest Stewardship Council (FSC) wurde 1993 gegr├╝ndet, urspr├╝nglich vor allem, um einen Anreiz f├╝r die Erhaltung der bedrohten Regenw├Ąlder zu schaffen und verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung durch Nachfrageimpulse zu f├Ârdern. In Deutschland wurde 1997 die Entwicklung eines nationalen Standards eingeleitet, der 2001 mit der Akkreditierung vollendet wurde.

Namhafte Umweltorganisationen, Gewerkschaften, soziale Gruppen, Vertreterinnen und Vertreter indigener V├Âlker, Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Handel und Holzindustrie geh├Âren zu den Mitgliedern und Unterst├╝tzerinnen und Unterst├╝tzern des FSC. Die Mitglieder sind in drei gleichberechtigten sogenannten Kammern organisiert, die bei allen entscheidenden Abstimmungen in der Organisation jeweils ├╝ber ein Drittel der Stimmen verf├╝gen.

Mit seinen globalen Richtlinien legt FSC wichtige Mindeststandards f├╝r die nachhaltig ├Âkologische und sozial f├Ârderliche Waldwirtschaft fest. Dar├╝ber hinaus wird auch die Holverarbeitung zertifiziert. Das FSC-Siegel ist kein reines ├ľkosiegel, denn neben dem Umweltschutz spielen bei FSC auch soziale und wirtschaftliche Belange eine wichtige Rolle.

Ablauf der Zertifizierung

Jeder Waldbetrieb, der umstellen m├Âchte, wird vorab von FSC gepr├╝ft. Dieser Betriebspr├╝fung kann ein sogenanntes Voraudit vorangehen (bei einer Betriebsgr├Â├če von mehr als 50.000 Hektar ist dies Pflicht), bei dem fr├╝hzeitig etwaige Nicht-├ťbereinstimmungen der Bewirtschaftungspraxis mit den FSC-Standard identifiziert und korrigiert werden k├Ânnen. Ebenfalls vor der Betriebspr├╝fung findet eine Stakeholderbefragung statt. Das hei├čt, alle Personen, Organisationen und Unternehmen, welche ein Interesse an der Bewirtschaftung des Waldes haben, k├Ânnen sich dort ├Ąu├čern.
Die Betriebspr├╝fung findet durch eine unabh├Ąngige forstliche Gutachterin oder einen Gutachter statt. Ergeben sich aus der Betriebspr├╝fung keine Beanstandungen, wird dem Forstbetrieb das FSC-Zertifikat ausgestellt.

Die wichtigsten FSC-Richtlinien f├╝r den Wald

  • Ausweisung von Naturwaldentwicklungsfl├Ąchen: Naturwaldentwicklungsfl├Ąchen sind von menschlichen Eingriffen ungest├Ârt (ausgenommen Jagd, Verkehrssicherung) und sind unter besonderer Ber├╝cksichtigung der Biotopwertigkeit und des Entwicklungspotenzials der Fl├Ąchen f├╝r den Natur- und Artenschutz auszuw├Ąhlen. Sp├Ątestens f├╝nf Jahre nach Zertifikatserteilung sollen diese Fl├Ąchen ausgewiesen sein. Optimalerweise sind die Einzelfl├Ąchen mindestens 25 Hektar gro├č. Der Bundes- und Landeswald weist zehn Prozent, Kommunalwald ab 1000 Hektar f├╝nf Prozent der Fl├Ąche als "Naturwaldentwicklungsfl├Ąchen" nach, private und kommunale Forstbetriebe unter 1000 Hektar weisen "Naturwaldentwicklungsfl├Ąchen" dann nach, wenn diese daf├╝r einen angemessen finanziellen Ausgleich durch Dritte erhalten. ├ľffentliche Forstbetriebe ab 1000 Hektar w├Ąhlen aus den "Naturwaldentwicklungsfl├Ąchen" Fl├Ąchen aus, die als "Lern- und Vergleichsfl├Ąchen" dienen.
  • Kahlschl├Ąge werden grunds├Ątzlich unterlassen. Die Nutzung von Ernteb├Ąumen sollte einzelstamm- bis gruppenweise erfolgen. Begr├╝ndete Ausnahmen sind im Einzelfall jedoch nach vorheriger Abstimmung mit dem Zertifizierer m├Âglich.
  • Aktiver Anbau nicht-heimischer B├Ąume ist zul├Ąssig, aber nur als Beimischung (einzel- oder gruppenweise) in einem Umfang von maximal 20 Prozent, so dass die langfristige Entwicklung der Best├Ąnde hin zu nat├╝rlichen Waldgesellschaften nicht gef├Ąhrdet ist.
  • Naturverj├╝ngung hat Vorrang.
  • Wildtierbest├Ąnde sind von den Forstbetrieben so zu regulieren, dass die Verj├╝ngung der Baumarten nat├╝rlicher Waldgesellschaften ohne Hilfsmittel m├Âglich wird.
  • R├╝ckegassen: Der R├╝ckegassenabstand ist so zu w├Ąhlen, dass nicht mehr als 13,5 Prozent der Holzbodenfl├Ąche befahren werden.
  • Biotopholz: Jeder Betrieb muss daf├╝r sorgen, dass Biotopb├Ąume und Totholz erhalten und auf der Fl├Ąche angereichert werden. Es wird ein Orientierungswert von durchschnittlich zehn Biotopb├Ąumen je Hektar angestrebt.
  • Bodenbearbeitung: Fl├Ąchiges Befahren, Bodenbearbeitung und Ma├čnahmen zur Waldbodenentw├Ąsserung sind grunds├Ątzlich nicht gestattet. Eine Oberbodenauflockerung (Humusschicht) auf Teilfl├Ąchen ist erlaubt, solange die Bearbeitung nicht in den Mineralboden eingreift.
  • Ganzbaumnutzung, das hei├čt die Nutzung des gesamten oberirdischen Teiles von Waldb├Ąumen ist nicht zul├Ąssig.
  • Pestizideinsatz: Chemische Biozide und biologische Bek├Ąmpfungsmittel werden grunds├Ątzlich nicht eingesetzt. Ausnahmen stellen beh├Ârdliche Anordnungen einer Sch├Ądlingsbek├Ąmpfung dar.
  • D├╝ngung: Der Forstbetrieb verzichtet auf D├╝ngung zum Zweck der Ertragssteigerung.
  • Biotopschutz: Der Forstbetrieb sch├╝tzt seltene und gef├Ąhrdete Arten sowie deren Habitate im Wald durch Schutzgebiete, Biotopvernetzung und / oder (wo notwendig) durch andere direkte Ma├čnahmen, die das ├ťberleben und die Lebensf├Ąhigkeit dieser Arten sichern.
  • Biologisch abbaubare ├ľle: Der Forstbetrieb sorgt daf├╝r, dass bei forstlichen Betriebsarbeiten und der gewerblichen Brennholzselbstwerbung biologisch schnell abbaubare Hydraulikfl├╝ssigkeiten eingesetzt werden.
  • Gentechnik: Der Einsatz von gentechnisch ver├Ąnderten Pflanzen und Pflanzenteilen ist verboten.

Vermarktung

Zertifizierte Betriebe k├Ânnen Produkte unter dem FSC-Warenzeichen vermarkten und bewerben. Anders als bei Naturland besteht bei FSC die M├Âglichkeit, neben Produkten aus reinem FSC-Holz auch sogenannte FSC-MIX-Produkte anzubieten. Dabei flie├čen FSC-Holz oder Rohstoffe aus Recycling mit Holz aus anderen (kontrollierten) Quellen im Rahmen einer Mengenbilanzierung in den gleichen Herstellungsprozess ein. Mit FSC-MIX kann am Ende nur so viel fertige Ware gekennzeichnet werden, wie vorher FSC- oder Recycling-Rohstoffe in den Prozess eingeflossen sind. Es gibt au├čerdem noch ein FSC-Recycled-Kennzeichen f├╝r Produkte aus Recyclingmaterial.

Kontrollen

Im Anschluss an die Erstpr├╝fung wird jeder FSC-Betrieb mindestens einmal pro Jahr vor Ort durch unabh├Ąngige Stellen kontrolliert. Innerhalb dieser Kontrollen wird unter anderem gepr├╝ft, ob Korrekturma├čnahmen aus dem Vorjahr abgearbeitet sind. Bei wiederholten oder schwerwiegenden Verst├Â├čen gegen FSC-Standards wird das Zertifikat ausgesetzt.


Letzte Aktualisierung 18.10.2019

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