Fütterung

Fütterung von Ökotieren

Die Versorgung mit art- und bedarfsgerechtem, vollwertigem Futter ist entscheidend für die Gesundheit und damit die dauerhafte Leistungsfähigkeit landwirtschaftlicher Nutztiere. So soll die Fütterung im Ökolandbau dem ernährungsphysiologischen Bedarf der Tiere in ihrem jeweiligen Entwicklungsstadium entsprechen. Sie ist eher auf die Erzeugung hoher Qualitäten unter ökologischen Kriterien als auf eine Leistungsmaximierung ausgerichtet.

Ökologische Futtermittel möglichst aus eigener Erzeugung

Die Tiere dürfen ausschließlich mit ökologisch erzeugten Futtermitteln gefüttert werden. Einzige Ausnahme ist die Eiweißfütterung von Schweinen und Geflügel: Hier dürfen bis zum 31.12.2020 konventionelles Kartoffeleiweiß und Maiskleber bis zu maximal fünf Prozent beigemischt werden.

Die Futtermittel sollen so weit wie möglich aus eigener Erzeugung stammen, um den Betriebskreislauf weitestgehend geschlossen zu halten. Im Falle von Pflanzenfressern müssen mindestens 60 Prozent der Futtermittel aus der Betriebseinheit selbst stammen oder – falls dies nicht möglich ist – in Zusammenarbeit mit anderen ökologischen Betrieben in derselben Region erzeugt werden. Im Falle von Schweinen und Geflügel müssen mindestens 20 Prozent der Futtermittel aus der Betriebseinheit selbst stammen oder – falls dies nicht möglich ist – in derselben Region in Zusammenarbeit mit anderen ökologischen Betrieben oder Futtermittelunternehmern erzeugt werden.

Jede ökologische Tierhaltung ist an die Bewirtschaftung von Land gebunden.

Umstellungsfutter

Bis zu 30 Prozent der Futterration (Trockenmasse) dürfen im Jahresdurchschnitt auf Umstellungsflächen erzeugt worden sein (bei Zukauf), das heißt von Flächen, die zum Erntezeitpunkt schon mindestens zwölf Monate ökologisch bewirtschaftet wurden. Handelt es sich um Umstellungsfuttermittel vom eigenen Betrieb, so darf dieser Anteil bis zu 100 Prozent der Ration ausmachen.

Fütterung einzelner Tierarten

Pflanzenfressern soll so oft wie möglich Weidegang gewährt werden. Wiederkäuern ist eine Tagesration vorzulegen, die zu 60 Prozent (bezogen auf die Trockensubstanz) aus Raufutter (zum Beispiel Grünfutter, Heu, Silage) besteht. Bei Milchvieh ist für eine Höchstdauer von drei Monaten in der frühen Laktationsphase eine Verringerung dieses Prozentsatzes auf 50 Prozent zulässig.

Geflügel und Schweinen ist frisches, getrocknetes oder siliertes Raufutter vorzulegen.

Die Ernährung junger Säugetiere erfolgt auf der Grundlage von natürlicher Milch, vorzugsweise Muttermilch. Hierfür sind tierartspezifische Mindestzeiträume vorgesehen:

  • Rinder: mindestens drei Monate
  • Schafe und Ziegen: mindestens 45 Tage
  • Schweine: mindestens 40 Tage

Unzulässige Futterzusätze

Nicht zugelassen sind chemisch-synthetisch hergestellte Futterzusätze zur Leistungs- und Wachstumsförderung, zur Beeinflussung von Stoffwechsel- und Verdauungsvorgängen oder zur Krankheitsprophylaxe. Dies schließt unter anderem das Verbot von Nichtproteinstickstoff (zum Beispiel Harnstoff) und denaturiertem Eiweiß ein. Auch synthetische Aminosäuren sind in der Ökotierfütterung nicht zulässig. Ein Einsatz gentechnisch veränderter Organismen oder ihrer Erzeugnisse ist im Ökolandbau generell ausgeschlossen.

Letzte Aktualisierung 12.11.2019

Leitfaden Tierwohl

Leitfaden der Anbauverbände Bioland, Demeter und Naturland zur Beurteilung des Wohles der Tiere im landwirtschaftlichen Betrieb, Anbauverbände Bioland, Demeter und Naturland

KTBL: Tierwohl bewerten

Wie kann das Tierwohl im Betrieb bewertet werden?

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