Landwirtschaft


Bienenfreundliche Landbewirtschaftung

Biene an Ackerbohnenblüte. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Bienen brauchen ganzjährig nektarspendende Blüten, insbesondere auch in der Agrarlandschaft. Foto: Klaus-Peter Wilbois, FiBL Deutschland e.V.

Honigbienen und viele wildlebende Insektenarten spielen durch die Blütenbestäubung eine zentrale Rolle, wenn es um die Sicherung unserer Nahrungsgrundlagen und die Bewahrung der biologischen Vielfalt geht. Weltweit sind ein Rückgang der Bienenpopulation und eine Verschlechterung der allgemeinen Bienengesundheit zu beobachten, und auch in Deutschland liegen die Bienenverluste über den Winter deutlich höher als die üblichen zehn Prozent.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die den Rückgang der Bienenpopulation verursachen: Krankheiten und Parasiten, insbesondere die Varroamilbe, der Klimawandel, Pflanzenschutzmittel, aber auch das immer weiter eingeschränkte Nahrungsangebot. Die Agrarlandschaft bienenfreundlicher zu gestalten ist vielen  Landwirtinnen und Landwirten ein Anliegen. Biolandwirtinnen und -landwirte unterstützen schon durch die ökologische Anbauweise eine Vielzahl von Bestäubern, aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, sich für die Bienen einzusetzen.

Für einen reich gedeckten Tisch sorgen

Blühmischung. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Blüten der Phacelia, hier in einer Zwischenfruchtmischung, locken besonders viele Bienen an Foto: Ann-Kathrin Spiegel, FiBL Deutschland e.V

Am wichtigsten ist beim Bienenfutter ein möglichst langes Angebot von blühenden Pflanzen über die ganze Saison hinweg. Im Grünland sichert eine mäßige organische Düngung eine größere Vielfalt verschiedener Pflanzenarten. Daneben kann man den Bienen mit einer weniger häufigen Mahd einen großen Gefallen tun: Wenn zwischen zwei Nutzungen mindestens acht Wochen liegen, kommen die meisten Pflanzenarten zum Blühen. Wenn die Flächen dann noch in Staffelmahd, also zeitlich versetzt, gemäht werden, bleiben den Bienen immer genügend Blüten als Nahrungsgrundlage erhalten. Bei Mahd bzw. beim Mulchen sollte auch bedacht werden, dass die Technik für die Bienen eine tödlich Falle sein kann. Es sollte deshalb nur außerhalb des Bienenflugs vor acht oder nach 18 Uhr gemäht oder gemulcht werden, oder an bedeckten bzw. kühlen Tagen.

Auch beim Kleegrasanbau bedeutet weniger häufiges Mähen oder Mulchen einen reich gedeckten Tisch für die Bienen. Die Auswahl der Rotkleesorte sowie der Artenzusammensetzung sind hier entscheidend: Alle Kleearten sowie Esparsette, Bibernelle, Phacelia und Buchweizen werden gerne von Bienen angeflogen. Die Bienenfütterung ist aber auch über den Zwischenfruchtanbau möglich. Neben Phacelia und Buchweizen eignen sich hierfür auch Ölrettich, Sommerraps, Rübsen, Senf und Sommerwicke. Wird früh ausgesät, sind auch Perser- und Alexandrinerklee geeignet. Allgemein nützt eine möglichst frühe Zwischenfruchtaussaat den Bienen. Nicht zuletzt können auch Untersaaten in einer sonst recht blütenarmen Zeit die Nahrungsgrundlage der Bienen sichern. Geeignet sind Mischungen von Inkarnat- und Weißklee, gegebenenfalls mit Leindotter. Selbstverständlich tragen auch artenreiche, "wilde" Randstreifen und Böschungen zur Nahrungsversorgung der Bienen bei.


Letzte Aktualisierung: 25.06.2018