Nahrungsaufnahme

Nahrungsaufnahme

Hühner verbringen den größten Teil des Tages mit der Nahrungssuche, wobei diese für gewöhnlich zeitgleich mit den Herdengenossen erfolgt. Bei Hühnern werden drei Zeiträume für Hauptmahlzeiten beobachtet: am frühen Morgen, am Mittag und am späteren Nachmittag.

Nahrungssuche und Futteraufnahme

  • Das Erkennen von Körnern und das Picken sind angeboren. Dagegen ist die Zielgenauigkeit beim Picken erlernt.
  • Das Fixieren eines Futterpartikels erfolgt abwechselnd mit dem linken und rechten Auge. Hier sind die typischen Zick-Zack-Bewegungen der Hühner zu beobachten (stark eingeschränktes räumliche Sehvermögen nach vorne).
  • Kräftige Farbtöne und kantige Formen werden von den Hühnern besonders gut erkannt.
  • Hühner sind spitz- und kurzschnablige Vögel und bevorzugen deshalb harte, glatte Körner (zum Beispiel Weizen).
  • Rauhe, haarige, zähe und klebrige Futterpartikel werden gemieden.
  • Das Futter wird durch Klemmbewegung aufgenommen und mittels ruckartiger Bewegung in den Schlund befördert.
  • Die Zunge ist nur vor- und rückwärts beweglich und kann daher keine Futterbrocken umschlingen.

Eine besondere Form der Futteraufnahme ist das Futterjagen (hinter der Beute oder einer anderen Henne mit Futter im Schnabel herjagen) und das Objektpicken (beispielsweise Picken gegen Stallwand).

Wasseraufnahme

Wasser wird bevorzugt aus offenen Wasserstellen (Pfützen, Behälter) und in Gemeinschaft mit Artgenossen aufgenommen. Das im Unterschnabel geschöpfte Wasser wird mit einer nach vorn und oben gerichteten Kopfbewegung zum Rachen verlagert und abgeschluckt. Küken picken auch Tautropfen, die an Grashalmen hängen, ab.

  • Der Wasserbedarf einer Henne mit ungefähr zwei Kilogramm Lebendgewicht beträgt im Normalfall etwa 200 Milliliter Wasser pro Tag, bei Hitze (über 33 Grad) beträgt der tägliche Wasserbedarf etwa 300 Milliliter und auch mehr. 
  • Verhältnis Wasser zu Futter ist bei Temperaturen von 18 Grad bei 1,5 bis 1,8:1 und bei 33 Grad bei 4 bis 4,7:1.
  • Eine verringerte Wasseraufnahme führt zu geriingerer Futteraufnahme und dadurch verursacht kleineren und/ oder weniger Eiern.

Stalleinrichtung

Stalleinrichtungen im Funktionskreis Nahrungsaufnahme sind die Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen.

Fütterung

Die Fütterung erfolgt in kleineren Beständen (weniger als 500 Tiere) häufig mittels Vorratsfütterung in Futtertrögen oder -automaten mit kostengünstiger manueller Beschickung. In größeren Beständen findet die automatische Futtervorlage (Trogfütterung, Automatenfütterung, Pfannenfütterung) über Schaltuhr und Dosierschieber Verwendung.

Trogfütterung (mit Futterkette, Seilzügen oder Förderspirale):

  • Schnelle Versorgung (bis 36 Meter pro Minute) aller Tiere führt zu weniger Konkurrenz
  • Geringe Füllhöhe, daher keine Futterselektion und geringere Futterverluste, Trog wird täglich leer gefressen

Pfannenfütterung (Futtertransport mittels Spirale oder Seilförderer):

  • Vorteilhaft in Volieren mit zu geringer Anzahl an Futterachsen
  • Langsame Befüllung, daher mehr Konkurrenz; Ausmischung des Futters, daher Futterselektion; nur acht bis zehn Tiere können gleichzeitig fressen, daher nach Ruhephasen Stress bei der Futteraufnahme.

Empfehlungen

  • Die Futterbahnen müssen so installiert sein, dass ein problemloses Über- oder Unterqueren der Tiere möglich ist.
  • Durch Sitzrohr bzw. drehbarer Stange über dem Kettentrog wird das Begehen des Troges und das Verkoten des Futters eingeschränkt.
  • An mechanischen Längströgen sollte die Fütterung mindestens vier besser sechs oder acht Mal pro Tag während der Hellphase im Stall erfolgen.
  • Längstrog mindestens zehn Zentimeter und Rundtrog mindestens vier Zentimeter je Henne.

Tränken

In der Hühnerhaltung werden Rund-, Rinnen-, Spül-, Nippel- oder Cupnippeltränken verwendet. Hühner schöpfen Wasser von Wasseroberflächen. Deswegen werden offene Tränkeeinrichtungen wie Rund- und Rinnentränken oder Cups von den Hühnern bevorzugt. Allerdings ist die Verschmutzungsgefahr größer.

Empfehlungen:

  • Dauernde Wasserversorgungsmöglichkeit (über 250 Milliliter pro Tag und Huhn).
  • Trinkwasserimpfungen können auch über Vorlaufbehälter, Schwimmerkästen oder Dosiereinrichtungen erfolgen.
  • Die Tränken sind regelmäßig von Staub und Futterresten zu reinigen (außer Nippeltränken).
  • Nach der Eiablage ist der Wasserbedarf besonders hoch. Deshalb sollten die Tränken in der Nähe von Nestern angeordnet sein.
  • Legehennenhaltungsverordnung (für Deutschland): Rinnentränke mindestens 2,5 Zentimeter, Rundtränke mindestens ein Zentimeter je Henne und zwei Nippel pro Cups je zehn Hennen (für die nächsten zehn Hennen ein Nippel).
  • Durchflussmenge: mindestens 50 Milliliter pro Minute.
  • Tränkestränge so installieren, dass sie nicht zum Aufbaumen von den Hennen genutzt werden können.

Letzte Aktualisierung 25.06.2018

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