Nestverhalten

Nestverhalten

Im Unterschied zu heutigen Legehennen haben Bankivahühner eine saisonale Eiablage (März bis Mai). Dabei legt die Henne sechs bis zwölf Eier. Mit der Brutzeit gehen Verhaltensänderungen der Glucke einher (zum Beispiel aufgeplustertes Gefieder, typische Glucklaute, Agressivität). Außerdem wird der Kamm kleiner und der Futterbedarf sinkt (15 Prozent Gewichtsverlust).

Der Verhaltensablauf der Eiablage lässt sich in vier Phasen einteilen:

  • Absonderung von der Gruppe mit Nestsuche und Nestinspektion (ein bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang bzw. Einschalten des Lichtes; Nestsuchlaut, das "Gakeln")
  • Aufsuchen des Nestes (Auspolsterung mit Federn, Moos, Gräsern)
  • Eiablage (Pinguinstellung)
  • Ruhen auf bzw. über dem Gelege bis zum Verlassen des Nestes (Legegackern nach Eiablage, Eieinrollbewegung)

Weitere Aspekte:

  • Brutzeit etwa 21 Tage
  • Zeitspanne Nestinspektion bis Verlassen des Nestes: 60 bis 100 Minuten.
  • Bevorzugte Nester: in unzugänglichen Winkeln, unter Büschen, Sträuchern, in dunkeln Ecken, eingestreut, schon mit Eiern gefüllt, in natürlichen Senken oder selbstgescharrten, flachen Mulden.
  • Einmal ausgewählte Nester werden oftmals gern wieder benutzt.
  • Je mehr Eier im Nest, desto länger bleibt die Hennen darauf sitzen.
  • Die Glucke verlässt ihr Nest etwa 20 bis 40 Minuten täglich (in großen Herden für kürzere Zeit, da mehr Auseinandersetzungen mit den Artgenossen stattfinden).

Stalleinrichtung

Zu den Stalleinrichtungen des Funktionskreises Nestbauverhalten zählen die verschiedenen Nestarten. Dies sind Einzel- oder Gruppennester sowie Einstreu- oder Abrollnester.

Nester

Kennzeichen von Einzelnestern ist die schalenförmige Bodenform, wobei die Abgrenzung zu Gruppennestern aufgrund der Bodenfläche ab 1.500 Quadratzentimeter erfolgen kann. Vorteile des Einzelnestes sind die geringere Verschmutzung und weniger Kloakenpicken. Nachteile bestehen in der schlechteren Raumausnutzung, dem höheren Nestbedarf sowie der fehlenden Attraktivitätssteigerung durch schon im Nest befindlichen Hennen (wie im Gruppennest).

Einstreunester werden mit natürlichen Materialien eingestreut. Eine automatisierte Form des Einstreunestes ist das Tunnelnest (Nesteinheiten sind durch Klappen von einander getrennt - Einstreu liegt auf einem Endlosband - Trennung der Eier von der Einstreu erfolgt beim Absammeln der Eier, bzw. an der Abnahmestelle). Bei Abrollnestern ist der Boden geneigt, so dass die Eier vom Ablegeort wegrollen oder durch ein Loch im Nestboden fallen und so auf ein Eiersammelband bzw. Sammelgitter gelangen.Vorteilhaft beim Einstreunest: Das Eiablageverhalten kann vollständig ausgeführt werden und die Verlegerate von Eiern ist geringer.

Nachteile des Einstreunestes: Schlechtere Automatisierungsmöglichkeit, höherer Arbeitsaufwand des Eiersammelns und Einstreuwechselns, höherer Anteil verschmutzter Eier besonders am Ende der Legeperiode (aufgrund schlechter werdender Schalenstabilität), durch einzelne kaputte Eier verschmutzen auch die anderen Eier im Nest.

Hinweise und Empfehlungen:

  • Einzelnester: 25 Zentimeter breit, 35 Zentimeter tief und hoch, maximal sieben Hennen pro Einzelnest (deutsche Legehennenhaltungsverordnung); EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau: sieben Hennen pro Einzelnest
  • Gruppennest: deutsche Legehennen-Verordnung: 125 Quadratzentimeter je Tier oder 80 Hennen pro Quadratmeter. 120 Quadratzentimeter pro Tier, maximal 83 Hennen pro Quadratmeter Nest (EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau)
  • Einstreuschicht zehn bis 15 Zentimeter hoch (schnellere Abkühlung, Sauberkeit, Schutz gegen Eierfressen)
  • Bevorzugtes Einstreumaterial: Kornspreu, zum Beispiel Haferspelz, Dinkelspelz, Buchweizenspelz (falls Kunststoffmaterial: Astroturf in grauer Farbe und langen Fasern)
  • Einstreunest mit zwei Öffnungen bietet einen Zugang sowie einen Fluchtweg auch für schwächere Tiere
  • Nester sollten abgedunkelt (aber nicht am Anfang der Legeperiode) und in geschützter Lage sein, außerdem verschließbar und leicht zu reinigen
  • Rückwand ausreichend isolieren
  • Ein automatischer Austrieb verhindert das Verschmutzen mit Kot durch Hennen, die im Nest übernachten

Letzte Aktualisierung 27.04.2018

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