Fütterungssysteme für Kälber

Fütterungssysteme für Kälber

Beim Milchsaugen wird die Milch durch den Druck und die Erzeugung eines Vakuums vom Kalb aus den Zitzen gesaugt. Da das Kalb größer ist als die Höhe der Zitzen, hält das Kalb beim Saugen den Nacken gestreckt und den Kopf nach oben. Dies ist förderlich für den Schlundrinnenreflex, der die Milch direkt in den Labmagen fließen lässt. Etwa 75-mal pro Minute wird an der Zitze beim Saugen ein Vakuum aufgebaut. Ein Saugakt am Euter dauert etwa zehn bis 15 Minuten.

Eimertränke oder Tränkeautomat?

Die Fütterung von Kälbern erfolgt über die Eimertränke oder Tränkeautomaten.

Bei der Eimertränke wird dem Kalb möglichst alle vier bis sechs Stunden auf Körpertemperatur erwärmte Milch in zunächst kleinen Mengen verabreicht. Insgesamt erhalten die Kälber am zweiten Lebenstag 2,5 Liter Milch. An den folgenden Tagen sollte täglich um 0,5 Liter erhöht werden. Nach der ersten Lebenswoche des Kalbes sollten max. sechs bis sieben Liter Milch pro Tag verfüttert werden. Es gibt Eimer mit Aufstecknuckeln für Kälber; diese garantieren eine tiergemäßere Milchaufnahme als das Saufen aus dem Eimer.

Bei den Tränkeautomaten sind zu unterscheiden:

  • Einfacher Tränkeautomat, der permanent Futterrationen mit konstanter Temperatur und Zusammensetzung an alle Tiere der Gruppe verteilt
  • Computergesteuerter Tränkeautomat mit individueller Rationszuteilung.

Tränkeautomaten haben eine Reihe von Vorteilen:

  • Natürliche Kopfhaltung beim Saugen,
  • natürliche Milchaufnahme (kein Trinken wie bei der Eimertränke sondern Saugen),
  • keine tageszeitliche Beschränkung der Milchaufnahme, wodurch die Gefahr des gegenseitigen Besaugens reduziert wird,
  • geringerer Arbeitsaufwand.

Nachteile von Tränkeautomaten

  • Hohe Investitionskosten
  • Individuelle Gesundheits- und Tränkekontrolle schwieriger
  • Konkurrenzsituationen an der Tränke

Zu den einfachen Tränkeautomaten mit gleich bleibender Tränketemperatur zählt die Kalt-Sauer-Vorratstränke. Sie ist für größere Bestände geeignet, wobei eine Tränkestation maximal 25 Kälber versorgen sollte.

Hinweise und Empfehlungen:

  • Bei Eimertränken ist auf eine solide Befestigung der Eimer zu achten (Kopfstoß).
  • Saugnuckeltränken fördern die Einspeichelung und ermöglichen den Schlundrinnenreflex (Milch gelangt direkt in den Labmagen).
  • Tränkeautomaten sollten mit Absperrvorrichtungen versehen sein (Schutz des trinkenden Kalbes, Einsperren des Kalbes nach dem Tränken, zum Beispiel für eine Gesundheitskontrolle).

Letzte Aktualisierung 19.12.2018

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